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Geschichte der Bürgerliste - Anfang 70er

Von den "Initiativen" zur "Liste" zur Partei

Bei der Mobilisierung der Bevölkerung in der Stadt - gegen die Verbauung von Freisaal (UNI-Campus mit Landessportzentrum) und der Hellbrunner Allee sowie gegen die geplante Schnellstraße - war man bereits seit 1972 erfolgreich. "Schützt Salzburgs Landschaft", nannte sich diese erste Initiative, bei der vor allem Bewohner aus den südlichen Stadtteilen aktiv wurden. Hier sollte laut Gemeinderatsbeschluss vom 16. Juli 1970 eine Wohnstadt für über 40.000 Menschen entstehen.

Es fanden sich mehr als 20.000 Salzburgerinnen und Salzburger, die mit ihrer Unterschrift gegen Pläne und Beschlüsse der Stadtregierung protestierten. Der Kunsthistoriker Hans Sedlmayr, der bereits in den 60er Jahren zum Widerstand gegen rücksichtslose Stadterweiterungspläne aufgerufen hatte, galt der Initiative als Vorbild. "Die demolierte Schönheit - Ein Aufruf zur Rettung der Altstadt Salzburgs", eine Streitschrift des Kunsthistorikers aus dem Jahr 1965, sowie seine "Stadt ohne Landschaft" (1971), werden zum Manifest der Salzburger Bürger-Bewegung. Ein Erbe, dem die Bürgerliste von heute durchaus kritisch gegenüber steht, spiegelt sich doch in der Person Hans Sedlmayrs wieder, wogegen die Bürgerliste seit ihrem Bestehen engagiert ankämpft: Österreichs zweifelhafter Umgang mit seiner Vergangenheit. Was in den 60er Jahren niemand hören wollte und damals wohl auch deshalb so erfolgreich verdrängt wurde, lässt sich heute nicht mehr leugnen: Der Kunsthistoriker Hans Sedlmayr hatte ein durchaus erhebliches Naheverhältnis zum Nationalsozialismus, das zeigt auch die Diktion in vielen seiner Schriften. Hans Sedlmayrs Verdienste um die Bewahrung von Salzburgs Altstadt sollen mit dieser Feststellung nicht herabgewürdigt werden, sie sollen uns aber auch nicht verleiten, unangenehme, weil mit dem unrühmlichen Teil unserer Vergangenheit verknüpfte Wahrheiten auszublenden.

Man schrieb das Jahr 1977. Es war Herbst und ein frischer Wind sollten nicht nur die Blätter von den Bäumen, sondern vor allem den "geviften Männern" von ÖVP, SPÖ und FPÖ, die es sich in den Amtsstuben unter einer Decke schon zu lange gemütlich eingerichtet hatten, um die Ohren blasen. Nicht ohne Zögern haben sich die "Vereinigten Bürgerinitiativen Rettet Salzburg" zwei Monate vor den Gemeinderatswahlen zu einer Kandidatur entschlossen. Der Einzug ins Gemeindeparlament wurde notwendig, denn "sie waren zur Einsicht gekommen, dass Bürgerinitiativen bestenfalls punktuell erfolgreich verhindern, aber schwerlich mittel- oder langfristig mitgestalten können", meint Herbert Dachs, Professor für Politikwissenschaft an der Universität Salzburg.

Hinter den Fassaden der schmucken Stadt taten sich Risse auf: Das sogenannte "Salzburger Klima", das die einen im Schloss Mirabell mit "konfliktfreier Arbeit" assoziierten, erschien vielen "draußen" als tiefer Sumpf von "Geheimpolitik", Spekulantentum und Packelei.

Nach Freisaal und Hellbrunner Allee galt es, in der geliebten Stadt noch allerhand "zu retten". Zahlreiche Häuser der Altstadt waren dem Verfall preisgegeben und durch den geplanten Bau einer quer durch die Stadt verlaufenden Autobahn (Südtangente)drohten Abgase "Salzburgs Lungen", den Mönchs- und Kapuzinerberg, zu zerstören und die Gesundheit der BewohnerInnen über Generationen hinweg zu gefährden.

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