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Geschichte der Bürgerliste - 1982

Die "Heldenzeit"

17,7 Prozent der Wähler dankten der Bürgerliste diese Hartnäckigkeit bei den Wahlen 1982.

Mit den sieben erreichten Mandaten konnten sie die Freiheitlichen überholen. Neben sechs Sitzen im Gemeinderat besetzte die Bürgerliste nun mit dem für die Agenden Umweltschutz, Baubehörde, Altstadterhaltung, Raumplanung und Verkehr zuständigen Stadtrat Johannes Voggenhuber in der Geschichte der österreichischen Alternativbewegung erstmals eine Position in der Exekutive.

"Der Erfolg der Bürgerliste beruht ... auf ihrer beinharten und konsequenten Politik, mit der sie Mißstände und Fehlentwicklungen jeder Art im Salzburger Stadtgeschehen aufdeckte und geißelte", kommentierte Manfred Muhr in den SN am 4. Oktober 1982 den "sensationellen Wahlerfolg".

In der Wochenendausgabe vom 16./17. Oktober spürte Günther Schneider noch einmal möglichen Ursachen für diesen "Erdrutschsieg" nach. "Politische Aufklärung trägt langsam ihre Früchte", attestierte er.

Die forsche Tonart und Gangweise der Bürgerliste habe dazu sicherlich beigetragen. Die Reaktionen der Parteipolitiker darauf hätten die Wirkung auf den Bürger jedoch noch verschärft. Denn: "Wie sie dem Bürgerlistenmandatar der ersten Stunde, dem Bäckermeister Richard Hörl, ins Privatgeschäft pfuschten, wie sie seine Existenz durch Aufkündigung öffentlicher Aufträge gefährdeten, wie sie ihn verleumdeten und als Geisteskranken denunzierten, das muss einem anständigen Bürger doch wohl den Magen umgedreht haben.

Wie potente Geschäftsleute der Stadt den Versicherungsangestellten Johannes Voggenhuber wirtschaftlich ruinieren wollten, wie sie seine Dienstgeber angingen und drohten, Versicherungen aufzukündigen, falls er weiterhin beschäftigt werde, das musste dem anständigen Bürger der Stadt die Haare zu Berge stehen lassen. ... Selten wurde für den Beobachter der politischen Szene in Salzburg so deutlich demonstriert, wie schmutzig Politik sein kann."

Mit diesem zweiten Wahlerfolg konnte die "Heldenzeit" (Dachs) beginnen und konnten die Möglichkeiten zur politischen Mitgestaltung - vor allem durch Stadtrat Johannes Voggenhuber - wahrgenommen werden.

Herbert Dachs über diese Zeit: "Hochmobil, wenig eingeengt durch Rücksichtnahmen auf etablierte Interessenslagen und ausgestattet mit einem an einschlägigen und erwünschten Kompetenzen überreich bedachten Stadtratsposten, profilierte sich die Bürgerliste während dieser Jahre als die innovative Kraft schlechthin."

Voller Tatendrang, Visionen und Pläne begann Voggenhuber mit der Umsetzung der Bürgerlisten-Pläne: Reduktion des Individualverkehrs durch Verkehrsberuhigung in Wohngebieten, Park & Ride-Parkplätze am Stadtrand, Förderung des Öffentlichen Verkehrs und die Schaffung eines gesamtstädtischen Fuß- und Radwegenetz prägten die Verkehrspolitik. Erstmals wurde 1983 eine durchgängige Fußgängerzone durchgesetzt. Die Belebung und - natürlich - der unermüdliche Einsatz um die Rettung der Bausubstanz der Altstadt, die Initiative für eine grüne Salzach anstatt einer durch die Abwässer der Hallein Papier verschmutzten braunen Brühe sowie die Verkehrspolitik waren neben dem hartnäckigen Ringen um Privilegienabbau der Stadt-Politiker die alles dominierenden Themen dieser Zeit.

"In diesen Jahren wurde die Salzburger Kommunalpolitik auch über die engeren Grenzen des Landes höchst aufmerksam beobachtet", erinnert sich Dachs. Internationale mediale Berichterstattung (von der "Neuen Züricher" bis zur "Zeit") zeigten, dass bei der Bürgerliste nicht das oft unterstellte "Körndl-und-Latzhosen-Image", sondern moderne und innovative Politikinhalte erwartet werden konnten.

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