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Pannenserie im Zoo zeigt: Kaufmännische statt zoologischer Führung war ein Fehler

03.07.2014Natur und Umwelt | Demokratie: Verwaltung

Vertrag der Geschäftsführung läuft aus, ernsthafte Ausschreibung im deutschsprachigen Raum notwendig

Mit Ende dieses Jahres läuft der Vertrag der bisherigen Geschäftsführung des Salzburger Zoos aus. „Die Pannenserie der letzten Jahre zeigt: Ein rein kaufmännischer Blickwinkel ist nicht genug, eine fundierte zoologische Ausbildung – wie international üblich – ist eine unabdingbare Voraussetzung“, erklärt Bernhard Carl, Gemeinderat der Bürgerliste/DIE GRÜNEN.

 

Die kaufmännische Gebarung des Salzburger Zoos ist ja durchaus zufriedenstellend. Dank der großzügigen Zuschüsse von Stadt und Land  wären die getätigten Investitionen in Neubauten aber auch den Vorgängern in der Geschäftsführung geglückt.

 

Dem gegenüber steht ein klares Nicht Genügend beim Krisenmanagement und der Personalführung:

 

  • Bekanntlich hat es in den letzten beiden Jahren drei Ausbrüche von Geparden gegeben. Beim ersten Ausbruch wurden pauschal Anifer Jugendliche verdächtigt, obwohl damals die Schlösser auch für Laien ersichtlich in schlechtem Zustand waren. Die Ermittlungen diesbezüglich sind im Sande verlaufen – die Geparden dürften sich selbst befreit haben.
  • Den zweiten Ausbruch versuchte man sogar vor der Öffentlichkeit, den Gesellschaftern und dem Aufsichtsrat zu verheimlichen. Die daraufhin durchgeführten Umbauarbeiten, welche laut dem Zooexperten Prof. Wiesner völlig sicher hätten sein sollen, reichten abermals nicht aus. Ein neuerlicher Ausbruch war die Folge.
  • Auch Luchse konnten entkommen.
  • Ein Ausbruch der Timberwölfe wurde der Öffentlichkeit, den Gesellschaftern und dem Aufsichtsrat verschwiegen.
  • In achteinhalb Jahren kam es im tierärztlichen Bereich gleich viermal zu einem Wechsel. Jedes Mal wurden die Verträge unter zumindest fragwürdigen Bedingungen aufgelöst.  Nach Auflösung des Dienstverhältnisses mit dem letzten Tierarzt erfolgte keine Festanstellung mehr. Stattdessen wurde die Leistung bei einem Münchner Veterinär zugekauft, der nur selten selbst im Zoo anwesend ist und so seinerseits häufig durch einen Salzburger vertreten werden muss. Detail am Rande: Rein zufällig wird nun die Tochter des angesprochenen Münchner Tierarztes und Ex-Zoodirektors des Tierparks Hellabrunn als neue Tierärztin im Zoo Salzburg angestellt. Ein Schelm wer Schlechtes dabei denkt.

 

Ende des Jahres läuft also der Vertrag der bisherigen Geschäftsführung des Salzburger Zoos aus. In den nächsten Tagen soll eine neue Ausschreibung erfolgen Wie in anderen Zoos auch, sollten dabei nicht kaufmännische, sondern zoologische Qualifikationen – also ein Studium der Biologie oder der Veterinärmedizin – die wichtigste Voraussetzung sein. Und: Die Ausschreibung muss zumindest in einer großen deutschsprachigen Zeitung, sowie in der Zeitung des Verbandes der zoologischen Gärten (VdZ) veröffentlicht werden“, so Carl. Die Ausschreibung vor zehn Jahren war auf die derzeitige Geschäftsführerin maßgeschneidert. Vor 5 Jahren wollte man offenbar keine Konkurrenz und erfüllte gerade einmal die Pflichtkriterien für eine ordentliche Ausschreibung. Veröffentlicht wurde sie schließlich in einer Wochentags-Ausgabe der Kronenzeitung, versteckt als Kleinanzeige.

 

„Nach den Vorfällen der vergangenen Jahre ist klar: Die derzeitige Geschäftsführung ist mit der Führung des Salzburger Zoos überfordert. Wer solche Schwächen in Personalführung und Krisenmanagement offenbart, sollte nicht auf einer Position mit derartiger Verantwortung sitzen. Ich fordere daher eine öffentliche Ausschreibung, die ihren Namen auch verdient und die  eine Bewerbung von kompetenten Personen ermöglicht“, stellt Gemeinderat Bernhard Carl klar.

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