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Tiefkühlkost statt selbst gekocht: „Eklatanter Rückschritt!"

13.06.2013Soziales: Kinder und Jugendliche

Sozialausschussvorsitzende Ulrike Saghi: Nach jahrelangem Bemühen um frisch zubereitete Biokost in Kindergärten und Seniorenheimen vollzieht die Stadt nun einen Schwenk in Richtung Tiefkühlkost und Wegwerfgesellschaft.

Mit viel Engagement und Nachdruck hat sich die Bürgerliste seit Jahren für eine Umstellung in Kindergärten und Seniorenheimen auf Speisen aus biologischen Zutaten mit möglichst kurzen Lieferwegen eingesetzt. Der Erfolg kann sich sehen lassen: Seit heuer werden nicht nur 100 Prozent der Kindergärten, sondern auch 100 Prozent der Seniorenheime mit Biokost versorgt. Damit nimmt die Stadt Salzburg eine Vorreiterrolle innerhalb Österreichs ein. Ausgerechnet beim neuen Vorzeigeprojekt Bildungscampus Gnigl will die Stadt nun von diesen Errungenschaften nichts mehr wissen.

Neben der Frage der gesunden Ernährung bereitet die Anlieferung von Fertiggerichten aber auch noch ganz andere Probleme: Weite Transportwege, die sich negativ auf die Umwelt auswirken, die fehlende regionale Wertschöpfung und die fatale pädagogische Botschaft, die den Kindern damit vermittelt wird.

„Das Vorhaben, vorgekochtes, tiefgekühltes Essen einmal wöchentlich aus St. Pölten anliefern zu lassen, ist nicht nur ein Beitrag zum steigenden CO2-Ausstoß, ein Beitrag zur falschen Ernährung bereits im Kindesalter und ein Beitrag zum Verlust lokaler Arbeitsplätze, sondern nun auch ein Beitrag zur Wegwerfgesellschaft", kritisiert Saghi. Denn bekanntlich werden in früher Kindheit bereist die Schienen für diverse Angewohnheiten und Verhaltensweisen gelegt. „Wenn schon Kindergartenkinder die Botschaft erhalten, Nahrung kommt in tief gefrorenen Einheitspackungen vom anderen Ende des Landes, wird dann in der Mikrowelle aufgetaut und ist eigentlich schon ohne Nährstoffe und Energie, wie soll man diese Einstellung dann ein paar Jahre später bei den Jugendlichen wieder umkehren?" fragt sich Saghi.

Auch Gemeinderat - und Volksschullehrer - Gernot Himmelfreunpointner bekräftigt seine Kritik an der fehlenden Produktionsküche: „Bei einem Projekt, dass mit insgesamt 24,8 Millionen Euro veranschlagt ist, ausgerechnet bei der Küche für die Kleinsten von zu hohen Personalkosten zu sprechen, wie das Amt argumentiert, das kann ich nicht nachvollziehen. Jeder, der das für eine gute Lösung hält, sollte sich selbst fragen, ob er oder sie fünf Mal in der Woche vorgefertigte Tiefkühlkost zu sich nehmen möchte?".

Auch Vertreterinnen des Elternvereins der Volksschule Gnigl, ein wesentlicher Bestandteil des neuen Bildungscampus, äußerten im heutigen Sozialausschuss ihre Sorgen und Bedenken gegenüber der angelieferten Tiefkühlkost. Der Zusatzantrag auf Errichtung einer Produktionsküche wurde von SPÖ und ÖVP im Ausschuss abgelehnt.

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