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Innenstadtregelung: Teure Maßnahmen für geringe Effekte

22.05.2013Planung: Verkehr

Eine erste Erkenntnis für die neue Innenstadtregelung zeichnet sich bereits ab: Ganz ohne Verkehrsverlagerung auf die sogenannten Ringstraßen wird es nicht gehen.

Die von Rot und Schwarz verworfene Variante 3 hätte genau das gebracht - nur viel günstiger und noch vor dem Sommer!

In der Gemeinderatssitzung vergangene Woche hat Vizebürgermeister Preuner (ÖVP) noch mit gespieltem Entsetzen aufgezählt, welche Verkehrszunahmen welche Straßen aufzunehmen hätten, wenn die von allen Verkehrsexperten präferierte Variante 3 für die Innenstadt umgesetzt würde (das sind z.B. 11 Prozent auf der Lehener Brücke, 13 Prozent in der Petersbrunnstraße). Wenige Tage später ist auch für Baustadträtin Schmidt (ÖVP) plötzlich klar: Eine Verkehrsberuhigung in der Innenstadt bringt zwangsläufig eine leichte Erhöhung des Verkehrs rund um die Stadtberge mit sich. Damit nähert sich die in Ausarbeitung befindliche Variante 4 der Variante 3 an. Mit ein paar offensichtlichen „Schönheitsfehlern":

• Variante 3 käme mit viel weniger baulichen Maßnahmen aus, weil das Neutor und die Müllner Hauptstraße zwar weiterhin als Einfahrt in die Stadt genützt werden können, die Durchfahrt über den Hanuschplatz aber verhindert würde. Umbaumaßnahmen am Kai, beim Museumsdurchbruch und am Hanuschplatz sind nicht notwendig.

Effekt: Der Durchzugsverkehr wird deutlich verringert, weil für die Verkehrsteilnehmer klar ist, dass zwar zu-, aber nicht durchgefahren werden kann. Die Begegnungszone in der Griesgasse, mit deutlich mehr Raum für Fußgänger, Schanigärten etc., kann deshalb trotzdem umgesetzt werden. Aber auch Kai und Hanuschplatz können eine attraktive Neugestaltung erfahren. Der Verkehr verlagert sich teilweise auf die Umgebungsstraßen rund um die Stadtberge.

• Variante 4 gestattet die Durchfahrt, führt den Verkehr aber an den Kai. Wegen der neuen Ampeln und der Verkehrsführung werden es sich einige AutofahrerInnen überlegen, ob sich nicht doch besser um die Stadtberge fahren. Der Verkehr in den Zulaufstrecken, wie der Neutorstraße, bleibt trotzdem hoch und muss, z.B. vor dem Neutor, zusätzlich gedämpft werden, um massive Staus beim Haus der Natur, am Anton-Neumayr-Platz und am Kai zu reduzieren. Dadurch wird aber die Riedenburg und die Maxglaner Hauptstraße zugestaut, mit den bekannten Auswirkungen auf Wohnbevölkerung und Wirtschaft. Die Zufahrt in die Mönchsberggaragen für Festspielbesucher und Altstadtkunden wird massiv erschwert.

Effekt: Der Durchzugsverkehr verringert sich leicht. Der Verkehr verlagert sich einerseits auf die Umgebungsstraßen, andererseits wird er in der Altstadt am Kai konzentriert, mit Stauerscheinungen beim Haus der Natur, am Kai und in den Zulaufstrecken, insbesondere Riedenburg. Zudem sind massive Umbauarbeiten notwendig.

Der Unterschied liegt in den

• Kosten: 600.000 Euro wird die Neuregelung für die Variante 4 (ohne Gestaltungsmaßnahmen!) zumindest kosten, alleine 200.000 Euro davon für das Umhängen der Oberleitungen.

  • Herstellungszeit: Schon jetzt hat sich die Umsetzung der Variante 4 auf den Herbst verschoben! Das bekannte Verkehrschaos während der Urlaubs- und Festspielzeit wird offensichtlich in Kauf genommen!

„Zumindest ist die Erkenntnis gesickert, dass es ohne eine maßvolle Verkehrsverlagerung, wie sie die Variante 3 vorgesehen hat, auch bei der nun geplanten Variante 4 nicht gehen wird. Faktum ist dennoch, dass nun mit mehr Kosten und mehr Zeitaufwand an einer Variante gebastelt wird, die teure kosmetische Veränderungen bringt, aber das Hauptproblem nicht nur vor dem Sommer NICHT löst, sondern GAR NICHT löst: Den Durchzugsverkehr aus der Altstadt zu bringen, den Öffentlichen Verkehr zu beschleunigen und attraktive Freiräume für SalzburgerInnen und BesucherInnen zu schaffen", so Stadtrat Johann Padutsch.

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