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Salzburger Watchgroup gegen sexistische Werbung nimmt ihre Arbeit auf

03.02.2012Demokratie

Im Sommer 2011 hat eine Gruppe von Frauen in Salzburg beschlossen, mit gebündelten Kräften gegen sexistische Werbung im Raum Salzburg Stadt und Land vorzugehen.

Vorbild ist uns dabei die Watchgroup gegen sexistische Werbung in Graz, die uns bei der Gründung unterstützt hat und vernetzt mit uns arbeitet.

Frauen sind keine Produkte. Keine Sexobjekte. Und freuen sich auch nicht täglich über neues Waschmittel. Es ist nicht einzusehen, dass Sexismus in der Werbung immer noch ein gängiges Mittel ist und als völlig selbstverständlich gesehen wird. Das muss sich ändern", erklärt Barbara Sieberth, Gemeinderätin und Sprecherin Grüne Frauen, warum sie die Initiative zur Gründung der Salzburger Watchgroup ergriff.

„Wir waren sofort dabei, da uns sexistische Werbung schon lange ein Dorn im Auge ist. Im Vorsommer starteten wir im Rahmen der Badgirls die Pinke-Badeenten-Aktion, um genau für dieses Problem zu sensibilisieren", erinnert sich Niki Solarz, SPÖ-Landtagsabgeordnete/Badgirls.

„Die Breite dieser überparteilichen Zusammenarbeit gibt uns Schwung, dem Thema eine vielfältige Öffentlichkeit zu geben.

Wir haben eine eigene Website eingerichtet, die unser zentrales Kommunikationsinstrument ist. Sie enthält die Beschreibungen zu „Was ist sexistischer Werbung", Antworten zu gängig gestellten Fragen und weiterführende Links und Angebote.

Über die E-Mail watchgroup.salzburg@gmail.com können uns Beschwerden zugeschickt werden. Wir wünschen uns rege Beteiligung und erweitern gerne unser Team um engagierte Frauen, Männer und Organisationen", so Alexandra Schmidt, Frauenbüro der Stadt Salzburg.

Werbesujets werden anhand eines Kriterienkatalogs von der Watchgroup analysiert. Werden sie als sexistische eingestuft geht die Analyse anschließend als Beschwerde an den Werberat. Das Unternehmen wird zur Stellungnahme und zum Stopp der Werbemaßnahme aufgefordert. Alles zusammen wird auf der Homepage veröffentlicht.

„Wichtig ist uns aber auch der Dialog - wir wollen nicht nur konfrontieren, sondern Sexismus bewusst machen und Unternehmen und Werbeleute dafür gewinnen, ihn zu vermeiden", so Schmidt.

Sexismus in der Werbung - wie erkennbar?

„Sexismus in der Werbung hat leider viele Gesichter"

Grob kann in zwei Gruppen unterschieden werden:

  • Erstens die Darstellung der Frau als Sexobjekt, es besteht kein direkter Zusammenhang mit dem Produkt, oft erkennbar am offenen Mund, halb geschlossenen Augen, laszive Pose.
  • Zweitens die Verfestigung von Rollenklischees, wie Frauen und Männer zu sein haben, z.B. die Frau am Herd, der Mann als Retter.

Das DOKU GRAZ - Frauendokumentations- und Projektzentrum hat einen Kriterienkatalog für sexistische Werbung erarbeitet, den wir auch in Salzburg als Grundlage verwenden. In der Kurzfassung gibt es fünf zentrale Punkte, anhand derer eine Werbung analysiert werden kann:

Es geht um Geschlechterklischees und Rollenbilder, die reproduziert werden und dazu führen, dass z.B. junge Frauen schnell lernen, wo ihr Platz sein soll. Die Sexualisierung des weiblichen Körpers, der mit dem Produkt nichts mehr zu tun hat reduziert Frauen zu Sexobjekten. Körper werden oft verfälscht, z.B. Richtung dünner und glatter. Ein Schönheitsideal wird vorgetäuscht, das eine gesunde Frau nicht erfüllen kann. Verharmlosung von Gewalt führt zu kranken Rollenvorbildern und suggerieren, dass Gewaltbereitschaft erstrebenswert ist. Es gibt aber auch Mehrfachdiskriminierungen, Sexismus gepaart mit Würdeverletzungen Richtung Alter, ethnische Zugehörigkeit, Krankheit, Armut, um nur einige zu nennen. Das lehnen wir natürlich auch ab.

Auch in Wien wird demnächst eine Watchgroup gegen sexistische Werbung ihre Arbeit aufnehmen. Zu dritt werden wir vernetzt arbeiten, um auch der Forderung nach einem bundesgesetzlichem Verbot sexistischer Werbung eine starke Stimme zu geben.

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