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Kapuzinerbergtunnel: Weltkulturerbeorganisation sieht „großen Konflikt"

27.01.2012Planung: Verkehr

Padutsch: Status Weltkulturerbe durch Tunnelprojekt massiv gefährdet

In einem eingeschriebenen Brief an die Landesregierung hat sich nun die Weltkulturerbeorganisation (ICOMOS Österreich) zum Projekt Kapuzinerbergtunnel zu Wort gemeldet. Das gerade einmal halbseitige Schreiben lässt nichts an Deutlichkeit vermissen:

„Das im Vorentwurf dargestellte Tunnel- und Straßenprojekt lässt erheblich nachteilige Auswirkungen auf die kultur- und achitekturhistorische Bedeutung des Innenstadtbereiches, insbesondere auf das Gebiet Dr.-Franz-Rehrl-Platz und Schallmooser Hauptstraße erwarten. Das heißt, dass die Planung nach Auffassung von ICOMOS Österreich einen großen Konflikt mit den OUVs (Outstanding Universal Values) darstellt."

Die Bedrohung der „außergewöhnlichen universellen Werte", schreibt ICOMOS, führe bei Weiterverfolgung des Projektes zu einem Vorgang nach § 172 der Weltkulturerbe-Richtlinien, das bedeutet zur sogenannten reaktiven Überwachung.

Dabei werden die Vertragsstaaten aufgefordert, das Komitee über Pläne zu Neubaumaßnahmen zu informieren. Diese Benachrichtigung sollte „vor Aufarbeitung der grundlegenden Unterlagen" erfolgen, um mit Hilfe des Komitees „zu gewährleisten, dass der außergewöhnliche universelle Wert des Gutes vollständig erhalten bleibt." (§ 172)

Von einer vollständigen Erhaltung kann beim Projekt Kapuzinerbergtunnel ja schon deswegen keine Rede sein, weil drei historisch bedeutende Häuser in der Arenbergstraße weichen müssten, wie in der Studie der Wirtschaftskammer unverblümt angeführt ist.

Damit ist klar, dass das Weltkulturerbe Salzburger Altstadt durch den Kapuzinerbergtunnel massiv gefährdet ist", so Stadtrat Johann Padutsch, an den der Brief in Kopie ergangen ist. „ÖVP in Stadt und Land setzen auf Zuruf der Wirtschaftskammer den weltweit ausgezeichneten Ruf der Salzburger Altstadt aufs Spiel. Fällt der Titel Weltkulturerbe, dann hat das Auswirkungen auf Salzburg als Tourismus- und Kulturstadt und damit auf den gesamten Wirtschaftsstandort Salzburg. Die Mitglieder der Landesregierung müssen sich nun schleunigst von diesem Monsterprojekt verabschieden, bevor noch größerer Schaden angerichtet wird".

Für die Bebauung am Rehrl-Platz läuft wie bereits vermeldet die Weiterberarbeitung des Siegerprojektes im Sinne der Juryempfehlung (vor allem Reduktion der Höhe im Bereich Arenbergstraße). „Bereits in der kommenden Woche ist ein Ergebnis zu erwarten. Ich bin überzeugt, dass die Lösung der Unesco-Erklärung zur Erhaltung historischer Stadtlandschaften entspricht", so Padutsch.

„Die Diskussion um die Freihaltung des Areals für eine Tunnelausfahrt mit anschließendem vierspurigen Kreisverkehr hat sich nach dieser Einschätzung des Weltkulturerbekomitees nun wohl endgültig erledigt."

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