RSS
f
Startseite > Presse > Padutsch: Poller-System funktioniert - Erweiterung geplant
Quadratisches Logo der Bürgerliste Salzburg mit HintergrundLogo Bürgerliste - Die Grünen in der Stadt

Padutsch: Poller-System funktioniert - Erweiterung geplant

17.10.2011Planung: Verkehr

Erhebung: Unfallschäden zu 98 Prozent „menschliches Versagen"

Das Poller-System in der Salzburger Altstadt funktioniert technisch klaglos. Es findet breite Akzeptanz in der Bevölkerung. An einigen Standorten müssen aber noch Poller kommen, um den illegalen bzw. unerwünschten Verkehr hintanhalten zu können." Verkehrsstadtrat Johann Padutsch hat am Donnerstag, 20. Oktober 2011, den Evaluierungsbericht zu den Pollern im Planungsausschuss vorgelegt.

Daraus geht hervor, dass täglich rund 1.000 unberechtigte Einfahrten durch die Poller verhindert werden können, was in etwa einem Drittel weniger Verkehr als in der Vor-Poller-Zeit entspricht. Von Juni 2010 bis Juni 2011 wurden in Summe knapp 900.000 Ein- und Ausfahrten gezählt, über ein Viertel (247.024) davon Taxis. Rund 60 Prozent aller Ein- und Ausfahrten erfolgten an den zwei Standorten Ein- und Ausfahrt Mozartplatz sowie Einfahrt Kaigasse.

Zusätzliche Poller in Rechter Altstadt

„Probleme mit illegalen Einfahrten gegen die Einbahn sowie mit nicht erlaubten Parkvorgängen beobachten wir zunehmend am Platzl", sagt Padutsch. Hier fehle eine Polleranlage. Hilfreich wären auch die bereits geplanten Poller in der Bergstraße und der Priesterhausgasse. Zudem seien die Wolf-Dietrich-Straße und das Ende der Linzer Gasse nicht geschützt und „verkommen zu unerlaubten Parkplätzen".

Padutsch: „Letzteres gilt im Übrigen auch für die Hofstallgasse und den Max-Reinhardt-Platz. Baustadträtin Claudia Schmidt hat die Frage zusätzlicher Schutzmaßnahmen mit Fertigstellung des Max-Reinhardt-Platzes thematisiert. Die ursprünglich in der Hofstallgasse geplante Polleranlage könnte die Antwort sein. Sie wäre abwechselnd mit jener in der Franziskanergasse zu schalten. Das würde weiterhin eine reibungslose Organisation der Festspiele ermöglichen."

Fahrerflucht größtes Problem

Zu den im genannten Beobachtungszeitraum vorgefallenen 209 Poller-Unfällen (entspricht 0,22 Promille aller Ein- und Ausfahrten) hält Padutsch fest, dass 98 Prozent mit menschlichem Versagen zu tun hatten: „Da haben selbst Ampeln, Drehlicht, Beschilderung und Haltelinie am Mozartplatz nicht geholfen." 51 Prozent der Unfälle betrafen Fahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen, 38 Prozent Salzburger und 11 Prozent Österreicher aus anderen Bundesländern.

Unser größtes Problem ist die Fahrerflucht", sagt der Verkehrsstadtrat. 33 Prozent der LenkerInnen seien unerkannt entkommen. Damit fehle der Stadtgemeinde bei einem Drittel der Schadensfälle der Verursacher, der finanzielle Schaden bleibe an ihr hängen. Aktuell gibt es 120.000 € Außenstände wegen Fahrerflucht. In bei Gericht anhängigen oder strittigen Fällen sind rund 70.000 € aufgrund von Poller-Unfällen offen, bei denen die Versicherungen noch nicht gezahlt haben. Hier muss die Stadt vorfinanzieren.

Kameras ab November

Abhilfe gegen die Fahrerflucht werden die Kameras zur Kennzeichenerkennung schaffen. Bei der Ein- und Ausfahrt Mozartplatz werden sie Anfang November in Betrieb gehen", so Padutsch. Für die Kaigasse fehle noch die budgetäre Bedeckung. Gesamtkosten für beide Standorte: 66.000 €. Sinnvoll wäre aus seiner Sicht jedoch, alle versenkbaren Poller mit Kameras auszustatten. Damit könnte auch der Missbrauch der Fernbedienungen eingedämmt werden.

Für die Zukunft wird vorgeschlagen

  • Rechte Altstadt: Polleranlagen auf Platzl und zumindest Bergstraße ausweiten
  • Hofstallgasse: Pollerreihe an ihrem Anfang, alternierend mit Franziskanergasse geschaltet
  • Missbrauch/Fahrerflucht: Umstellung des Fernbedienungssystems in ein Kennzeichen-Erkennungssystem à la Videomaut; Kameras an allen Poller-Standorten; Beibehaltung des Codesystems für unaufschiebbare Reparaturen und Hotelgäste
  • Strittige Fälle: erste positive Gerichtsentscheidungen für die Stadtgemeinde da; Stadt hat selbst mehrere Fälle eingeklagt, bei denen eine Versicherung ohne eingehende Prüfung grundsätzlich jede Bezahlung eines Schadens ablehnt
  • Ausnahmen: Zahl der Ausnahmebewilligungen tunlichst reduzieren
  • Mozartplatz, Waagplatz sowie Anfang und Ende Kaigasse: von parkenden Autos zur räumlich-gestalterischen Aufwertung befreien; Ersatz für Bewohnerparken in der Basteigasse und der erweiterten Mönchsberggarage
  • City Logistik: Einführung eines City-Logistik-Systems zur generellen Entlastung der Fußgängerzone
Logo FacebookLogo TwitterLogo Google Plus
Startseite > Presse > Padutsch: Poller-System funktioniert - Erweiterung geplant
RSS
f