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Feinstaub: Grenzwert in der Landeshauptstadt im Jahr 2010 39 Mal überschritten!

03.01.2011Natur und Umwelt: Gesundheit

Durch Feinstaubbelastung gibt es mehr als doppelt so viele Tote wie bei Verkehrsunfällen. Landespolitik zeigt sich untätig.

Im Jahr 2010 ist in der Stadt Salzburg bei der Messstelle Rudolfsplatz der Grenzwert für Feinstaub 39 Mal überschritten worden. Damit wurde nicht nur die strengere österreichische Regelung (30 Tage) bereits überschritten, vielmehr ist sogar die etwas weichere EU-Regelung für Luftschadstoffe erreicht. Was nach dem Tag 30 passiert, ist offenbar völlig unklar, denn es sind überhaupt keine Sofortmaßnahmen des Landes bekannt!

Von einem positiven Trend in den letzten Jahren kann keine Rede sein. Im Gegenteil: die Überschreitungen haben die Werte von 2008 und 2009 überschritten.

Feinstaub in höheren Konzentrationen hat gravierende Folgen für die Gesundheit. Österreichweit gibt es laut Angaben der österreichischen Ärztekammer dieselabgasbedingte 1.467 Todesfälle bei über 30jährigen und circa 33.000 Asthmaanfälle pro Jahr. Insgesamt gibt es 2400 Todesfälle durch Feinstaub - der Verkehr ist also unbestritten die Hauptursache.

Umgerechnet auf die Stadt Salzburg sind das ca. 25 Tote und 577 Asthmaanfälle, im gesamten Land Salzburg 100 Tote und 2.244 Asthmaanfälle. Die daraus entstehenden volkswirtschaftlichen Kosten betragen in Salzburg zig Millionen!

Das schlimme daran ist, dass die Saison für Feinstaub gerade erst begonnen hat und neben Dieselruß auch noch die Staubentwicklung durch Hausbrand dazu kommt" so Bernhard Carl, Gesundheits- und Umweltsprecher der Bürgerliste.Die Immissionen sind vor allem im Nahbereich von Durchzugsstraßen innerhalb von Städten und in Beckenlagen besonders hoch. Es ist also wichtig die Entstehung von Feinstaub innerhalb von Ballungsräumen möglichst gering zu halten.

Angesichts der massiven Überschreitungen darf die Politik nicht weiter tatenlos zu sehen, wie Leben und Gesundheit unserer Bevölkerung gefährdet werden. Es muss endlich auch möglich sein, ohne Scheuklappen über eine Citymaut zu diskutieren- Fahrverbote und unentgeltliche Benützung von Öffentlichen Verkehrsmitteln bei weiteren Grenzwertüberschreitungen müssen bei Feinstaubüberschreitungen dringend in Erwägung gezogen werden", so Bernhard Carl.

Die Bürgerliste fordert die Landeshauptfrau und den ressortzuständigen Landesrat Blachfellner auf, endlich tatkräftig gegen die gesundheitsgefährdende Feinstaubbelastung Sofortmaßnahmen zu verhängen und einen Aktionsplan für zukünftige Grenzwertüberschreitungen vorzulegen, wie es das Gesetz (IG-L) vorschreibt.

Die Landesregierung legt hier die Hände in Schoß. Was hat sich die Landesregierung für den 31. Tag der Überschreitungen überlegt? Wird es in Zukunft restriktive Maßnahmen für den Autoverkehr geben, dürfen nur mehr Pkw und Lkw mit Dieselfilter fahren, gibt es ein generelles Fahrverbot, zahlt die Landesregierung für die entgeltfreie Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel wenn die Grenzwerte überschritten werden?" fragt Carl abschließend.

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