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Minarettspiel im steirischen Wahkampf

06.09.2010Demokratie: Menschenrechte

Offener Brief an die Mitglieder des FPÖ-Gemeinderatsklubs der Stadt Salzburg

Sehr geehrter Herr KO Dr. Schöppl,

sehr geehrte Frau Schimak,

sehr geehrte Frau Pleininger,

sehr geeherter Herr Blagi,

sehr geehrter Herr Hemetsberger,

 

dass es in Wahlzeiten immer wieder auch ungewöhnliche, vielleicht auch übertriebene Mittel der Wahlwerbung gibt, ist Teil des so genannten politischen Geschäfts. Dass dabei auch immer an die Grenzen des guten Geschmacks und auch ein wenig darüber hinausgegangen wird, ist eine Tatsache.

Was allerdings derzeit im Rahmen des steirischen Landtagswahlkampfes passiert ist, hat mein Vorstellungsvermögen bei weitem überschritten. Im Rahmen eines Computerspiels wird nicht nur auf Minarette sondern auch auf Menschfiguren geschossen. Darauf zu verweisen, dass keine Schüsse zu hören sein und auch kein fadenkreuz existiert ist nur ein Ausweichen und Haarspalterei. Fakt ist, dass mittels Mausklick Minarette eliminiert werden auf denen Menschenfiguren herum gehen.

In den ersten Tagen, nachdem von diesem „Spiel" erfahren hatte, war ich zu angewidert und schockiert um mich dazu öffentlich zu äußern. Ich habe mich jetzt aber entschieden, auch öffentlich zu kommentieren, was ich darüber denke, denn es geht hier um einen Vorgang zu dem man nicht schweigen darf, sondern Position beziehen muss!

Dieses sog. Spiel stellt nicht nur eine Herabwürdigung einer Religion, nein schlimmer noch, es simuliert Gewalt gegen Menschen und verharmlost diese damit. Damit wird aus meiner Sicht nicht nur gegen islamische Mitbürgerinnen gehetzt, es ist sogar dazu angetan Hemmschwelle gegenüber Gewalt gegen diese Menschen zu senken.

Aus meiner Sicht ist diese so genannte Wahlwerbung menschenverachtend und jedenfalls weit jenseits des guten Geschmacks und daher dazu angetan die Konflikte zwischen muslimischen und nichtmuslimischen MitbürgerInnen eher zu verschärfen als sie zu lösen.

Bei allem was uns in der politischen Einstellung unterscheidet, habe ich manche von ihnen in einer Art und Weise kennen gelernt, die mich hoffen lassen, dass Sie diese Wahlwerbung der FPÖ im steirischen Wahlkampf nicht gut heißen.

Ich fordere Sie daher dringend auf, sich öffentlich von diesem Spiel und seine Botschaften zu distanzieren. Alles andere würde ich als stillschweigendes Einverständnis mit diesen menschenverachtenden und verhetzenden Methoden werten.

In Erwartung einer baldigen Antwort verbleibe ich

Mit freundlichen Grüßen

GR Mag. Bernhard Carl

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