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Überdimensionierter „Nahversorger“ im Airportcenter geplant

12.03.2010Planung: Stadtplanung

Padutsch kritisiert absurde Vereinnahmung der Stadtbevölkerung für Bewilligung eines Supermarktes in Wals. „Tradition der Rechtsbeugung im Himmelreich" soll offenbar weitergehen!

Die Stadt Salzburg wehrt sich gegen einen neuen Verbrauchermarkt mit 3.000 Quadratmeter Verkaufsfläche im Airportcenter in Wals-Himmelreich. Das Land nimmt die gesamte Stadtbevölkerung zur Berechnung der Größe des geplanten „Nahversorgers" her.

Zum Hintergrund:

Das Land hat eine Standortverordnung für einen neuen Verbrauchermarkt (Lebensmittelmarkt) an der Stelle des ehemaligen Baumax im Airportcenter vorgelegt. Dieser Markt soll eine Fläche von bis zu 3.000 Quadratmeter haben. Die Gemeinde Wals hat - so steht es in der vorgelegten Standortverordnung des Landes - im Landesentwicklungsprogramm „keine höherrangige zentralörtliche Versorgungsfunktion" zugewiesen bekommen, sondern kann lediglich auf Grund der Nähe zur Stadt Salzburg „zentralörtliche Standortbereiche" ausweisen. Als allgemeine Festlegung für einen solchen Bereich ist unter anderem definiert: „Sicherstellung einer möglichst gleichwertigen Versorgung der Bevölkerung bei möglichst geringer Abhängigkeit vom motorisierten Individualverkehr."

Dennoch wird in der Verordnung zur Berechnung der Größe des zukünftigen Marktes genau dieses Argument eines „zentralörtlichen Standortbereiches" hergenommen und die gesamte Bevölkerung der Stadt Salzburg und der Umlandgemeinden (200.022 Bewohner, davon 149.018 Stadt Salzburg und 51.004 in den Umgebungsgemeinden) als Berechnungsgrundlage gewählt!

Als vom Verfahren betroffene Nachbargemeinde können wir nicht einfach hinnehmen, dass die Stadtbevölkerung als Argument für einen Rieseneinkaufsmarkt herhalten soll, der auf Grund seiner Lage niemals ein Nahversorger sein kann", so Stadtrat Johann Padutsch, „die ‚Tradition der Rechtsbeugung im Himmelreich' soll offenbar weitergehen!"

Die Stadt bemüht sich Jahrzehnten bei Bewilligungen von Lebensmittelmärkten darauf zu achten, dass die Nahversorgung gewährleistet ist, d.h. zumindest 20 Prozent der Stammkunden den Markt aufsuchen und fußläufig erreichen können.

Ein Markt in dieser Größe und in dieser Lage sorgt nur für noch mehr Verkehr und noch mehr Umweltbelastung. Die Bevölkerung in der direkten Umgebung des neuen Marktes kann nicht sehr zahlreich sein. Jetzt mit der gesamten Stadtbevölkerung die Größe dieses Eben-nicht-Nahversorgers zu argumentieren, ist absurd", kritisiert Padutsch dieses „völlig überdimensionierte Projekt".

Sollte der Lebensmittelmarkt auf dieser Grundlage, also offensichtlich rechtswidrig, bewilligt und von der Bevölkerung tatsächlich angenommen werden, sind die Folgen absehbar: Noch mehr Stau in der Innsbrucker Bundesstraße und an der Autobahnzu- und abfahrt Flughafen. Und noch mehr Abgase und höhere Feinstaubbelastung rund um das Airportcenter und in Teilen Maxglans.

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