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Obdachlose in Salzburg

02.12.2009Soziales

Offener Brief der Sozialausschuss-Vorsitzenden Ulrike Saghi an die ÖVP Gemeinderätin Marlene Wörndl.

An den
ÖVP Klub
z. Hd. GR Marlene Wörndl
im Hause

 

Offener Brief

Betreff: Obdachlose in Salzburg

Sehr geehrte Frau Kollegin!

Mit Interesse und Erstaunen habe ich Ihre Aussagen vom 1.12.2009 zur Situation obdachloser Menschen in Salzburg auf der ÖVP website gelesen. Sie fordern darin emphatisch „ein tragfähiges Konzept für Obdachlose der Stadt Salzburg".

Bravo und gleichzeitig guten Morgen! Ich darf Sie darüber informieren, dass die Bürgerliste bereits seit über 10 Jahren ein derartiges Konzept, das eine tagesstrukturierende Einrichtung genauso wie eine Unterbringung während der Nachtstunden vorsieht, fordert, dies jährlich beim Budget anmeldet und ebenso kontinuierlich am Widerstand der anderen Parteien daran scheitert - auch an dem der ÖVP.

Sie werden im Laufe Ihrer Tätigkeit als Gemeinderätin sicher auch noch erkennen, dass Politik in erster Linie über das Budget gemacht wird - wenn natürlich die ÖVP, wie in den vergangenen Jahren wiederholt ihre Zustimmung zum Budget verweigert, wird diese Erkenntnis noch ein bisschen länger auf sich warten lassen.

 Durch diese Verweigerung entzieht sich die ÖVP der Verantwortung, kann ihre Interessen im Budget nicht durchsetzen und somit nicht glaubhaft für die Anliegen der Betroffenen eintreten.

Sie fordern weiters eine „Lobby und gesicherte Unterkünfte" für Obdachlose und kritisieren im gleichen Atemzug meine Bemühungen, die Wehrtürme für Menschen ohne Unterkunft offen zu halten.

Wenn Sie in anderen Städten Österreichs recherchieren, werden Sie draufkommen, dass dort längst Strukturen und Konzepte für die Betreuung Obdachloser umgesetzt sind. Sie werden deshalb dort auch keine Phänomene wie Kapuzinerberg und Radgarage finden!

Wenn Sie Lobby und Sprachrohr der Menschen am Rande der Gesellschaft sein wollen, so verstehe ich nicht, wie Sie es verantworten können, dass Ihre Parteikollegin Stadträtin Mag. Schmidt die Wehrtürme auf dem Kapuzinerberg, einige der wenigen Möglichkeiten eines Schutzes vor Regen und Kälte - also zumindest das sprichwörtliche Dach über dem Kopf - verschließen lässt (übrigens als Frau im Bauressort die erste, die die Schließung der Wehrtürme auch tatsächlich durchziehen will!).

Liebe Frau Kollegin Wörndl - wenn es Ihnen wirklich ein Anliegen ist, den Menschen ohne Obdach in unserer Stadt zu helfen, dann tun Sie dies bitte mit etwas mehr Ernsthaftigkeit und weniger Polemik. Politik auf dem Rücken von Schwachen zu machen ist nicht nur billig sondern auch schäbig.

Unterstützten Sie die Bürgerliste bei deren Bemühungen um die ausreichende Dotierung für ein umsetzbares Betreuungskonzept, die Einrichtung der nötigen Strukturen und die Finanzierung von aufsuchender Sozialarbeit, dann lohnt es sich auch, den politischen Diskurs mit Ihnen weiter zu führen - ansonsten halte ich es für besser, wenn Sie sich mit Plattitüden und Worthülsen etwas zurückhalten.

Mit freundlichen Grüßen
Ulrike Saghi
Vorsitzende des Sozialausschusses

PS: Im Übrigen empfehle ich Ihnen, sich in Linz das Projekt Frida - eine Initiative für die Versorgung von obdachlosen Frauen mit Kindern - genauer anzusehen! Es gibt viel umzusetzen, beginnen Sie jetzt damit!

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