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Mehrweg ist Mehrwert. Pressegespräch mit Ingeborg Haller.

13.11.2009Natur und Umwelt: Umweltschutz

Weihnachtstimmung und Abfallberge - wie geht das zusammen? Mehrweg ist Mehrwert!

Bürgerliste fordert bei Veranstaltungen auf öffentlichem Grund verbindliche Verpflichtung zu Mehrwegsystemen.

Beispiel Christkindlmarkt als Initialveranstaltung.

Land hat Evaluierungsbericht mit eindeutigen Ergebnissen vorgelegt - damit das Christkindl in der Stadt nicht zum „Müllkindl" wird, ist der ressortzuständiger Vizebürgermeister Preuner dringend gefordert Maßnahmen zu setzen!

Bürgerliste sieht den dringenden Bedarf nach einer verbindlichen Vorgabe und wird tätig.

Es geht um Qualitätsstandards im Öffentlichen Raum!

  • weniger Abfall
  • niedrigere Kosten
  • bessere Akzeptanz

 Linz, Wien, Bern, Solothurn, etc. zeigen wie es geht!

Großveranstaltungen auf öffentlichem Grund sind energie-, abfall-, verkehrs- und kostenintensiv, v. a. was den Reinigungsaufwand für Straßen und Plätze anbelangt. Mehrwegsysteme führen zu einer Verminderung des Reinigungs- und Abfuhraufwandes für die Gemeinde und sparen demzufolge Energie, Kosten und Ressourcen.

Bsp.: Salzburger Christkindlmarkt.

Das Amt der Salzburger Landesregierung hat im November 2008 das Österreichische Ökologie Institut mit einer Kurzanalyse des Salzburger Christkindlmarktes mit Schwerpunkt Abfallvermeidung und Abfalltrennung beauftragt.

Der vorgelegte Evaluierungsbericht spricht für sich. Der ressortzuständige Vizebürgermeister Preuner und die Stadt-ÖVP scheinen gleichgültig im Angesicht ständig steigender Müllberge und setzen auf „Freiwilligkeit" anstatt Verbindlichkeit einzufordern!

Der Inhalt des Berichtes:

2008: Der Großteil der insgesamt 12 Stände mit Essens- und Getränkeausgabe am Salzburger Christkindlmarkt verwendet Einwegbecher und Einwegverpackungen. Nur drei Stände setzten auf mehrfach verwendbare Porzellantassen.

Für die Sammlung der anfallenden Müllmenge des Weihnachtsmarktes wurden ca. 20 zusätzliche Abfallsammelbehälter aufgestellt, die während des Marktbetriebes laufend von Mitarbeitern der Straßenbauregie entleert wurden.

Die daraus resultierende Abfallbilanz kann sich im negativen Sinne sehen lassen:

40 Tonnen Müll sind vermeidbar - Umstieg auf Mehrwegsystem!

Die Gesamtabfallmenge des Christkindlmarktes betrug im Jahr 2008 während des gesamten Zeitraums (21.11. - 26.12.2008) ca. 40 Tonnen (das waren 1,1 Tonnen pro Tag,)!

Zum Vergleich: 40 Tonnen Müll entsprechen

  • 368 000 Stück 1 Liter Milch Packungen oder 
  • 3.000 Mülltonnen (120 l), das sind 75 Mülltonnen am Tag.

 Zur Veranschaulichung: wenn man diese 3.000 Mülltonnen aneinander reihen würde, könnte der Dom während der Christkindlmarkt Zeit viermal umstellt werden!

 40 Tonnen Müll, die durch einfache Maßnahmen merkbar reduziert werden könnten!

Der Anteil des Restmülls beträgt ca. 30 Tonnen. Bei der Zusammensetzung der Restabfallmenge dominieren mit 40% die Einweggetränkebecher und Einweggeschirr!

 Der Abtransport dieser Müllmenge erfolgte im Jahr 2008 durch Mitarbeiter der Stadt. Die Reinigung des Christkindlmarktes erforderte ca. 385 Arbeitsstunden. In Summe betrug der Gesamtaufwand für Abfallsammlung, Entsorgung und Platzreinigung in einer Grobschätzung ca. € 27.500,--!

Ein Aufwand, der durch ein Müll produzierendes Einwegsystem verursacht wird.

Der Umstieg auf ein Mehrwegsystem würde zu einer merkbaren Reduktion des Restabfalls führen. Denn alleine 1/3 der Restabfallmenge ist auf Getränke-Einwegpackungen zurückzuführen!

Besucher- und Besucherinnen des Christkindlmarktes wollen Keramikbecher!

Das Müll produzierende Einwegsystem (das Heißgetränk im Plastikbecher) ist darüber hinaus auch bei den Besuchern und Besucherinnen des Christkindlmarktes nicht beliebt.

57% der Befragten waren der Meinung, dass Mehrweggeschirr umweltfreundlicher sei und auch abfallvermeidend. Drei Viertel der Besucher- und Besucherinnen würden die Verwendung von Mehrweggeschirr befürworten und zeigten sich auch darüber verwundert, dass der Salzburger Christkindlmarkt keine Keramik-Tassen anbiete, wie dies z. B. bei deutschen Adventmärkten, aber auch in anderen österreichischen Landeshauptstädten bereits seit langem der Fall ist.

Beispiel Linz:

Die Linzer Marktordnung sieht vor, dass „auf allen Linzer Märkten die Verabreichung von Speisen und der Ausschank beziehungsweise Verkauf von Getränken aller Art nur in Mehrwegbehältnissen zulässig ist" und in Innsbruck und Graz haben die Christkindlmarkt Organisatoren in Eigeninitiative längst den Werbe- und Marktwert von typischen Glühwein-Häferln erkannt.

 "Nur in Salzburg soll ein Mehrwegsystem nicht möglich sein !?" fragt sich Ingeborg Haller , Gemeinderätin der Bürgerliste.

Fazit Salzburger Christkindlmarkt:

  • Aus abfallwirtschaftlicher Sicht ist die anfallende Restmüllmenge von ca. 30Tonnen zu einem Großteil vermeidbar und auf Einwegverpackungen zurückzuführen.
  •  Abfallsammlung und Platzreinigung am Salzburger Christkindlmarkt sind mit einem großen Personalaufwand sowie mit erheblichen Entsorgungskosten verbunden.
  •  Der Einsatz von Mehrwegsystemen könnte demnach sowohl die Kosten erheblich reduzieren und zudem die dringend notwendige Ökologisierung dieses populären Weihnachtsmarktes initiieren.

Der Verein Salzburger Christkindlmarkt hat es offensichtlich nicht zustande gebracht, hier den Betrieb eines Mehrwegsystems für seine Mitglieder zu organisieren. Dieses Versäumnis der Organisatoren ist nicht verständlich:

  • Der werbetechnische Effekt eines bei anderen Weihnachtsmärkten mittlerweile beliebten Marketinginstrumentes - die Salzburger Glühweintassen Edition - wird nicht genutzt 
  • den Erwartungshaltungen der Besucher und Besucherinnen nach Mehrweg wird nicht entsprochen und 
  • das Prinzip eines ökologischen Marktes wird völlig außer Acht gelassen.

 Mobile Waschanlage als notwendige Infrastruktur !

 Es geht nicht darum für jeden Marktstand, der Getränke ausschenkt, einen eigenen Wasseranschluss zur Verfügung zu stellen, um einen Geschirrspüler anschließen zu können. Wie andern Orts auch, muss die Reinigung zentral über ein sogenanntes Geschirrmobil (Mobile Waschanlage) erfolgen.

Entweder der Verein Christkindlmarkt schafft sich eine eigene Anlage an oder mietet Spülanlagen bei Firmen, die sich auf Reinigung von Mehrweggeschirr spezialisiert haben, an.

Spielregeln vorgeben - verbindliche Vorschreibung von Mehrwegsystemen zur Abfallvermeidung!

Stadt und die Politik sind daher gefordert, um verbindliche Qualitätsstandards im Öffentlichen Raum zu schaffen. Es müssen Spielregeln zur Müllvermeidung, die anderorts bereits seit Jahren gelten, aufgestellt werden, um in Zukunft sicher zustellen, dass Mehrwegsysteme zum Einsatz kommen.

Die einzige Lösung besteht darin, dass eine verbindliche Verpflichtung zu Mehrweg bei Veranstaltungen im öffentlichen Raum eingeführt wird. Im Zusammenhang mit der Genehmigungen zur Nutzung des öffentlichen Grundes hat die Stadt als Grundeigentümerin und Veranstaltungsbehörde, sowie im Rahmen der Marktordnung genügend Möglichkeiten, dass bei Ausschank von Speisen und Getränken ein Mehrwegsystem vorgeschrieben wird.

Die Bürgerliste wird daher einen entsprechenden Antrag einbringen. Sie hofft auch auf einen politischen Konsens, um sicher zu stellen, dass in Hinkunft bei Veranstaltungen in der Stadt Salzburg, Mehrwegsysteme zum Einsatz kommen und vor allem der Salzburger Christkindlmarkt als einer der größten Märkte im Land im Jahr 2010 eigene Christkindlmarkttassen auf den Markt bringt!

 

 

Evaluierungsbericht (PDF, 1188k)

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