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Frauenförderung

17.07.2008Frauen: Frauenförderung und Gleichstellung

Offener Brief an Bürgermeister, Vizebürgermeister, Stadtrat und GemeinderätIn vom 9.7.2008.

Nachdem seit der Einbringung des Antrags „Frauenförderung in stadteigenen Betrieben“ vom 22.3.2006 von Bürgermeister Schaden keine Maßnahmen getroffen, sondern alle Initiativen von GR Sonja Schiff abgewimmelt wurden, nimmt diese nun alle gewählten und in stadteigene Gesellschaften/ Beteiligungen entsendete MandatarInnen persönlich in die Pflicht. Ob GemeinderätIn, ob Stadtrat, ob Vizebürgermeister oder Bürgermeister- alle haben einen offenen Brief erhalten, in dem sie persönlich aufgefordert werden, in der nächsten Aufsichtsratsitzung oder Generalversammlung 2 Anträge zu stellen, um Benachteiligungen von Frauen in stadteigenen Unternehmen und Beteiligungen zu beenden:

  • Die Durchführung einer Analyse der Gehälter auf Einkommensunterscheide von Frauen und Männer.
  • Die Implementierung von Frauenförderplänen in den jeweiligen Unternehmen.

Offener Brief

Arbeiterkammer, Frauenministerinnen, Frauensprecherinnen aller Parteien weisen seit Jahren in regelmäßigen Abständen darauf hin, dass Frauen in der Arbeitswelt weiterhin keine Gleichberechtigung erfahren.

Frauen erleben Hürden. Obwohl Frauen immer besser ausgebildet sind, hat Frau es nach wie vor nicht leicht im Berufsleben ihren Weg zu gehen. Frauen erleben Hürden – ob sie nun einsteigen, umsteigen oder aufsteigen wollen.

Hohe Teilzeitquote – wirtschaftliche Nachteile für Frauen. Die Erwerbsquote von Männer beträgt 80%, die der Frauen nur 64%. In den letzten zehn Jahren stieg die Teilzeitquote bei Frauen von 27% auf 42%. Zum Vergleich: Bei den Männern betrug die Teilzeitquote im Jahr 2006 gerade mal 6%.

Geringer Frauenanteil in höheren Positionen Sechs von zehn Hilfsarbeitertätigkeiten, jedoch nur 4% der Vorarbeiter- und Meistertätigkeiten werden von Frauen geleistet. Sieben von zehn Angestellten, die Hilfstätigkeiten verrichten, sind weiblich, jedoch nur 31% der Angestellten mit hoch qualifizierten oder führenden Tätigkeiten.

Frauen verdienen weniger als Männer. Frauen verdienen nach wie vor, in allen Beschäftigtengruppen und unabhängig davon, ob sie Hilfsarbeiten oder führende Tätigkeiten ausüben, deutlich weniger als Männer. Vollzeitbeschäftigte Frauen erzielen im Durchschnitt nur rund drei Viertel der Männereinkommen. Bei ArbeiterInnen beträgt die Einkommensschere 56%, bei Akademikerinnen immer noch 70%.

Diese Ungleichheiten sind bekannt, sie werden jährlich dargestellt, aufgezeigt, diskutiert und immer wieder und wieder werden Änderungen gefordert. Doch bislang hat sich nichts geändert. Ganz im Gegenteil, der Einkommensunterschied zwischen Frauen und Männer hat sich seit 1995 vergrößert.

Die Benachteiligung von Frauen am Arbeitsplatz hält sich hartnäckig. Versprechungen gibt es viele, aktive Unterstützung bei der Beseitigung von Benachteiligungen gibt es dagegen kaum.

Ein Beispiel: Auch die Stadt Salzburg ist im Besitz von Unternehmen oder ist an Unternehmen beteiligt. Was liegt näher, als mit diesem Einfluss in diesen Unternehmen einen Frauenförderplan einzufordern und sich gegen Benachteiligung von Frauen einzusetzen?

In meiner Funktion als Gemeinderätin der Stadt Salzburg, habe ich im März 2007 einen entsprechenden ersten Antrag eingebracht. Mein Ziel war Frauenförderpläne in diesen Unternehmen zu implementieren und den Frauenanteil im Bereich Aufsichtsrat, Vorstand, Geschäftsführung zu heben.

Wie wurde mit dem Antrag umgegangen? Wurde dieser Antrag mit Nachdruck unterstützt?

Nein, Sie Herr Bürgermeister verwiesen darauf, dass Personalentscheidungen Aufgabe der jeweiligen Geschäftsführung sind. Die Frauenbeauftragte wurde aufgefordert die Unternehmen BERATEND zu kontaktieren. Verpflichten wollten Sie kein Unternehmen. Auch mein Hinweis, dass die Stadt bzw. deren VertreterInnen durchaus Handlungsspielraum hätten und Anträge in Generalversammlung bzw. Aufsichtsrat einbringen können, brachte von Ihrer Seite kein verstärktes Engagement für dieses frauenpolitische Anliegen.

Benachteiligungen von Frauen zu beseitigen ist nicht nur eine „Personalentscheidung“ – es geht dabei um Unternehmenskultur, um die Ausrichtung eines Unternehmens gegen oder für ihre weiblichen MitarbeiterInnen, und DAS ist Sache des Aufsichtsrates/ der Generalversammlung.

Würden Sie, Herr Bürgermeister, die Benachteiligung von Frauen am Arbeitsplatz wirklich ernst nehmen, dann würden Sie handeln. Nur große Reden zu halten und am jährlichen internationalen Frauentag publicitywirksam Preise zu überreichen ist zu wenig.

Ich fordere SIE daher auf als Vertreter der Stadt Salzburg in der Messezentrum Salzburg GmbH und der Salzburg AG, bei der nächsten Aufsichtsratsitzung zu handeln: Stellen Sie in den beiden Unternehmen einen Antrag auf eine genderspezifische Analyse der Einkommenssituation, um Einkommensunterschiede zwischen männlichen und weiblichen MitarbeiterInnen sichtbar zu machen, sowie einen Antrag auf Implementierung eines umfassenden Frauenförderplans.

Außerdem fordere ich sie auf, den GesellschaftervertreterInnen der Stadt in der Salzburger Flughafen GmbH den Auftrag zu erteilen, oben genannten Antrag im Aufsichtsrat einzubringen.

Die kontinuierliche Benachteiligung von Frauen im Erwerbsleben ist eine Schande! Handeln Sie!

Mit freundlichen Grüßen

Sonja Schiff, Frauensprecherin der Bürgerliste

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