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Sexarbeiterinnen

14.05.2008Frauen

Bürgermeister verfällt männlichem Mythos! Beratungsstelle für Sexarbeiterinnen - Bürgermeister Schaden sieht keinen Bedarf.

Im Juli 2007 hat die Bürgerliste den Antrag gestellt, in Salzburg eine Beratungsstelle für Sexarbeiterinnen zu errichten. Im Budget 2008 wurden dafür € 25.000,-- vorgesehen – womit der Anschein erweckt wurde, dass Bürgermeister Schaden der Beratungsstelle positiv gegenüber steht. Doch ein Jahr und ein Gespräch mit einer ehemaligen Bordellbesitzerin später, sieht Bürgermeister Schaden keinen Bedarf mehr für eine Beratungsstelle. In Salzburg wären angeblich alle Sexarbeiterinnen freiwillig tätig.

„Bürgermeister Schaden verfällt sichtlich dem für Männer sehr angenehmen Mythos der Freiwilligkeit aller Sexarbeiterinnen“ so Sonja Schiff, Frauensprecherin der Bürgerliste, sarkastisch. „Damit widerspricht er aktuellen Studien und beweist als Frauenreferent dieser Stadt enorme blinde Flecken.“

In Wien und Linz bestehen schon seit einigen Jahren Beratungsstellen für Sexarbeiterinnen. Innsbruck baut gerade eine Beratungsstelle auf und Kärnten entwickelt, nach den aufrüttelnden Ergebnissen einer Interregio-EU-Studie, eine Beratungsstelle.

Die in Kärnten durchgeführte Studie zeigte sehr deutlich, dass die Freiwilligkeit der Sexarbeiterinnen oft nicht gegeben ist. Die jungen Frauen werden in verarmten Regionen, etwa in Rumänien, Bulgarien, der Slowakei, der Ukraine in Diskotheken von teuer gekleideten Frauen angesprochen. Ihnen wird Reichtum und Erfolg als Tänzerin oder Model versprochen – in der Realität werden sie dann der Prostitution zugeführt.

Die Betroffen bleiben, hoffen auf das große Glück, auf Reichtum und landen nicht selten in der Schuldenfalle, haben gesundheitliche Probleme, sind in ihrer Existenz nicht abgesichert und tappen in die Abhängigkeit.

Ein weiteres Problem ist die Zwangsprostitution. Eben erst am Beispiel nigerianischer Frauen von Mary Kreutzer und Corinna Milborn aufgedeckt und dargestellt.

„Die angebliche Freiwilligkeit aller Sexarbeiterinnen ist ein Mythos - ein für Männer geschaffener Mythos“ so Schiff und verweist auf den Fall der rumänischen Prostituierten, der Salzburg erst kürzlich erschütterte. Schaden und Preuner fällt zum Thema Prostitution zur Zeit nur eines ein, Bordelle zu kontrollieren. Hilfe für Sexarbeiterinnen mit Problemsituationen gibt es weiterhin keine.“

„Ich fordere Bürgermeister Schaden auf, sein Wissen nicht von ehemaligen BordellbesitzerInnen zu beziehen, sondern Studienergebnisse und die reale Situation der Sexarbeiterinnen zu betrachten und einer Beratungsstelle nicht im Weg zu stehen“ so Sonja Schiff abschließend.

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