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Hauskrankenpflege

14.04.2008Soziales: SeniorInnen und Generationen

Hauskrankenpflegeverein retten – Vielfalt erhalten! Trend zur Reduzierung der Anbieter gehört gestoppt.

Der Verein Hauskrankenpflege Salzburg Stadt steht vor dem AUS. Muss dieser Verein schließen, geht nicht nur die Arbeit des ältesten Pflegevereins der Stadt zu Ende, es geht auch ein Stück Vielfalt und Auswahl für pflegebedürftige Menschen zu Ende.

Sonja Schiff: „Ich fordere Bürgermeister Schaden und Bgm. Stv. Huber auf, sich in die Diskussion um den Verein Hauskrankenpflege Salzburg Stadt einzumischen und darauf zu achten, dass die Auswahl für Pflegebedürftige bestehen bleiben.“

Der Verein Hauskrankenpflege Salzburg Stadt wurde 1969 als erster seiner Art in Salzburg, unter anderen von der heuer verstorbenen ehemaligen Landesrätin und Stadträtin Martha Weiser gegründet. Seine Gründung war das Ergebnis einer visionären städtischen Sozialplanung.Im Jahr 2008 steht dieser Verein nun vor dem Aus. Damit würde für die pflegebedürftigen Menschen ein weiteres Stück Auswahl und Vielfalt verloren gehen.

„Im Moment sieht es so aus, als würde man von Seite des Landes danach trachten die Anzahl der Anbieter Sozialer Dienste zu reduzieren zu Gunsten der großen, oft kirchennahen und parteinahen Anbieter“ beklagt Sonja Schiff, Gemeinderätin der Bürgerliste die aktuelle Situation.

Erst vor etwa einem Jahr wurde der Verein MOHI, bekannt für seine Arbeit im Bereich persönliche Assistenz und Hauskrankenpflege bei Menschen mit Behinderung, vor dem wirtschaftlichen Aus „gerettet“ und sozusagen von der SPÖ-nahen Volkshilfe übernommen (auch wenn der Name MOHI pro Forma erhalten blieb). Nun steht der Verein Hauskrankenpflege Salzburg Stadt vor dem Ende und wird im Stich gelassen.

Dabei ist an der Ursache – den Nachforderungen der Gebietskrankenkasse - die öffentliche Hand nicht unbeteiligt. In den 80er Jahren wurde die Hauskrankenpflege von freiberuflichen Krankenschwestern erbracht.

Die Tarife für eine Stunde Hauskrankenpflege waren extrem niedrig und von den Krankenkassen, allen voran der Gebietskrankenkassa, vorgegeben. Mit diesen Tarifen konnte Pflegepersonal nur im Rahmen der Freiberuflichkeit gefunden werden (oft als Nebentätigkeit) Die betroffenen Pflegepersonen (im Übrigen auch die heutige Gemeinderätin Sonja Schiff) haben sich freiwillig mindest-krankenversichert.

1991 hieß es plötzlich bei den Arbeitsverhältnissen würde es sich rechtlich nicht um Freiberuflichkeit handeln, sondern um Angestelltenverhältnisse. Die Vereine wurden aufgefordert Sozialversicherungsbeiträge nachzuzahlen - was diese an den Rand der Existenz brachte.

1991 wurde die Hauskrankenpflege generell neu geregelt und weg von den Krankenkassen den Landesregierungen übertragen. Die Salzburger Landesregierung musste den Tarif für eine Stunde Hauskrankenpflege verdoppeln, um für die Pflegepersonen Anstellungen zu ermöglichen.

„Hauskrankenpflege hatte in den 80er Jahren billig zu sein und die öffentliche Hand/allen voran die Krankenkassen waren froh, dass dies auf dem Weg der Freiberuflichkeit möglich war.“ so Sonja Schiff erklärend.

„Die heutigen Schulden des Vereins Hauskrankenpflege Salzburg Stadt sind also begründet auf einer in den 80er Jahren kurzsichtigen Sozialpolitik von Stadt und Land Salzburg“

Herausragend an der ambulanten Altenpflege in Salzburg ist die Vielfalt an Anbietern sozialer Vereine. Vielfalt bedeutet für die betroffene pflegebedürftige Menschen wählen zu können, zwischen kleinen und großen Organisationen und zwischen Vereinen mit unterschiedlichen ideologischen Hintergründen.

Die freie Wahl der Dienste, deren Salzburg sich im Sozialen Bereich so rühmt, gibt es nur aufgrund der Wahlmöglichkeit. Im Moment wird diese Wahlmöglichkeit immer kleiner.

Die Bürgerliste fordert deshalb Bürgermeister Schaden und den Sozialressortchef Huber auf sich einzumischen und alles zu versuchen den Verein Hauskrankenpflege Salzburg Stadt zu retten.

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