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Schlechtwetter-Verordnung

20.07.2007Planung: Verkehr

Gegen Extrem-Stau: Schlechtwetter-Verordnung als letztes Mittel

Padutsch: Wenn gezielte Vorinformation nicht hilft, greifen wir zu Notmaßnahmen.

Die Ursache für den sich immer wieder einstellenden Verkehrsinfarkt in der Stadt Salzburg an Schlechtwettertagen in den Sommermonaten sind Tausende Urlaubsgäste aus dem Seengebiet und dem angrenzenden bayerischen Raum, die mit ihrem Kfz der Stadt Salzburg einen Tagesbesuch abstatten.

„Dies führte in den vergangenen Jahren regelmäßig zu totalen Verkehrszusammenbrüchen auf den Haupteinfahrtsstraßen und stundenlangen Anfahrtswegen zu den Parkgaragen. Davon betroffen waren natürlich auch der gesamte Wirtschaftsverkehr und selbst Einsatzfahrzeuge“, erklärt Verkehrstadtrat Johann Padutsch bei einem Mediengespräch am Freitag, 20. Juli 2007.

Nach ausführlichen Gesprächen mit Polizei, Behörden und Tourismusfachleuten bekräftigt Padutsch deshalb, dass nach elf Jahren heuer wieder die so genannten Schlechtwetter-Verordnung durch Verkehrsbehörde und Polizei in Kraft gesetzt wird. „Und zwar dann, wenn alle anderen Maßnahmen, insbesondere die intensive Informationsschiene, nicht ausreichend greifen“.

Das geschehe einerseits, um den Tagestouristen einen möglichst stau- und stressfreien Besuch in der Stadt zu sichern. Und andererseits, um die Straßenzüge für den notwendigen Wirtschafts- und Infrastrukturverkehr offen zu halten.

Umleitung an zwei Einfahrtsstraßen

Konkret heißt das, dass bei zu erwartenden extremen Staus an Schlechtwettertagen die Autofahrer von der Polizei an der Innsbrucker Bundesstraße und der Münchner Bundesstraße zum Park & Ride-Platz Messezentrum umgeleitet werden.

Dies erfahrungsgemäß voraussichtlich in der Zeit von 9 bis 12 Uhr, bis sich die Lage wieder entspannt. Ausgenommen davon sind alle Fahrzeuge mit österreichischem oder BGL-Kennzeichen.

Die Polizei werde dabei sicher mit Feingefühl vorgehen und etwa den Besuchern von Festspiel-Matineen die Zufahrt ermöglichen, so Padutsch. Verkehrs-Chefinspektor Wolfgang Ebner ergänzt: „Wir werden auch sicher kein Auto ohne Vignette zwangsweise auf die Autobahn umleiten.“

Rund 1.000 Autos betroffen

Wie Padutsch weiter ausführt, gehe es laut den Erfahrungen der 1990er Jahre darum, rund 1.000 Fahrzeuge aus dem Stadtverkehr zu ziehen: „Am intensivsten Tag wurden damals 750 KfZ auf dem Park & Ride-Platz Messezentrum gezählt. Der Rest wird sich andere Wege gesucht haben.“

Am Park & Ride-Platz Messezentrum stehen auch heuer wieder rund 3.400 Stellplätze zur Verfügung. Und hier wird ein Kombi-Tickets um 10 € angeboten, das Parkplatzgebühr und Tagesnetzkarte für insgesamt fünf Personen beinhaltet. Die Obus-Linie 1 fährt vom Messezentrum im 10-Minuten-Takt direkt in die Innenstadt und kann bei Bedarf zusätzlich verstärkt werden.

„Wenn die Wirtschaft also kolportiert, dass wir mit dieser Maßnahme Urlauber vergrämen und die Stadt komplett sperren wollen, ist das natürlich Unsinn. Ganz im Gegenteil wollen wir damit einen geregelten Besuch Salzburgs erst ermöglichen. Und auch den Lieferanten Wege frei halten“, so Padutsch.

Zum rechtlichen Hintergrund: Im § 44 a der Straßenverkehrsordnung (StVO) ist geregelt, dass wenn auf Grund von Verkehrsbeobachtungen oder -erfahrungen aus vorhersehbaren Umständen Verkehrsverhältnisse zu erwarten sind, für deren Bewältigung besondere Verkehrsmaßnahmen notwendig sind, die Behörde diese durch Verordnung zu bestimmen hat.

Einsatz nur, wenn Info nicht hilft

Johann Padutsch: „Wenn es das Wetter notwendig macht, dann starten wir unseren Zwei-Stufen-Plan: Bei schlechter Prognose wird bereits am Vorabend ein dreisprachiges Infoblatt per E-Mail an Hotels, Campingplätze und andere Beherbergungsbetriebe geschickt.

Diese informieren mit Ausdrucken ihre Urlaubsgäste. Im Verkehrsfunk des ORF und anderer elektronischer Medien wird darüber hinaus auf die möglicherweise stattfindenden Umleitungen am kommenden Tag hingewiesen."

Um 7.30 Uhr wird die Radio-Information dann wiederholt. Bis 8.30 Uhr werden die vorbereiteten Hinweisschilder auf der Autobahn und den Einfahrtsstraßen aufgeklappt. Ab 8.30 Uhr verteilt der Wachdienst auf den betroffenen Straßenzügen die angesprochenen Infoblätter, ebenfalls mit Hinweis auf den Park & Ride-Platz.

„Wenn das alles nicht reicht, die Garagen bereits zu 70 bis 80 Prozent gefüllt sind, und sich im Bereich Neutorstraße/Maxglaner Hauptstraße ein Stau aufbaut, dann wird die Verordnung in Kraft gesetzt“, so der Verkehrsstadtrat.

Die Polizei ist dann ermächtigt, den touristischen Kfz-Verkehr von der Innsbrucker Bundesstraße und Münchner Bundesstraße über die Autobahn bzw. Bessarabierstraße umzuleiten.

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