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Eduard Paul Tratz

13.07.2007Demokratie

Ein Ehrenbürger der Stadt Salzburg – Eduard Paul Tratz

Gutachten von Univ.-Prof. Dr. Robert Hoffmann belegt die tiefe Verstrickung von Tratz und des von ihm geleiteten Hauses der Natur in NS-Aktivitäten

BL-Klubobmann Helmut Hüttinger fordert umfassende Aufarbeitung der Museumsgeschichte des Hauses der Natur und die Aberkennung der Ehrenbürgerschaft von Tratz

Auf Grund des von der Bürgerliste am 7.2.2007 im Gemeinderat eingebrachten Antrages auf Aberkennung der Ehrenbürgerschaft von Eduard Paul Tratz, Gründer und langjähriger Leiter des Hauses der Natur, wurde Univ.-Prof. Dr. Robert Hoffmann, Fachbereich Geschichte der Universität Salzburg mit der Erstellung eines Gutachtens zu den Aktivitäten von Tratz im Rahmen des „Ahnenerbes“ der SS von 1938 – 1945 beauftragt. Dieses Gutachten liegt jetzt vor.

Hoffmann bestätigt darin die tiefe Verstrickung von Tratz und des Hauses der Natur in die Aktivitäten des Ahnenerbes. Tratz habe die SS-Wissenschaftsorganisation „Ahnenerbe“ zielstrebig für einen Ausbau des Hauses der Natur und zugleich als Vehikel für eine Förderung seiner persönlichen Karriere genutzt. Tratz war in der Struktur des „Ahnenerbes“ fest verankert und identifizierte sich in vielfältiger Weise mit den Forschungszielen und Vorhaben der SS-Wissenschaftsorganisation.

Das Haus der Natur erfuhr eine Erweiterung im Sinne der ideologischen Prämissen des nationalsozialistischen Staates. Tratz beteiligte sich an völkerrechtswidrigen Kunstraubaktionen in Polen. Mit seinen sozialdarwinistischen Aussagen lieferte er eine nachträgliche Rechtfertigung des mörderischen „Euthanasie-Programms“ der NS.

Der Gutachter weist auch darauf hin, dass die Tibetschau im Haus der Natur ein Ergebnis der engen Kooperation zwischen dem Leiter der SS-Expedition nach Tibet 1938/39 Ernst Schäfer und Tratz darstellt. Dieser Zusammenhang sei in der Museumsgeschichte verschleiert worden, wie überhaupt die NS-Ära als Ganzes ausgeblendet worden sei. Es wäre hoch an der Zeit, dieses Defizit im Rahmen einer umfassenden Sammlungs- und Organisationsgeschichte des Hauses der Natur aufzuarbeiten, umso mehr, als dies in anderen österreichischen Museen längst geschehen sei, so Hoffmann.

Für Bürgerliste-Klubobmann Helmut Hüttinger sind die Konsequenzen dieses Gutachtens klar: „Unser Antrag auf Aberkennung der Ehrenbürgerschaft von Tratz muss rasch im Gemeinderat behandelt werden. Es ist eine Schande für die Stadt, wenn ein Mensch mit dieser Verstrickung in das Nazi-System noch immer Ehrenbürger der Stadt ist. Wir fordern außerdem, dass die längst überfällige Aufarbeitung der Sammlungs- und Organisationsgeschichte des Hauses der Natur mit einer umfassenden Provenienzforschung aller Exponate erfolgt und zwar so rechtzeitig, dass die Ergebnis noch vor Fertigstellung der Erweiterung vorliegt und im neuen Museumskonzept berücksichtigt werden können.

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