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Wasserkraftwerk Sohlstufe Lehen

20.02.2009Planung

„Kann ein Wasserkraftwerk auch grün sein?“

Vorstellung des Gesamtprojektes inklusive aller Planungen im Hinblick auf

  • Stadt- und Landschaftsbild,
  • Natur- und Landschaftsschutz,
  • Erholungs- und Freizeitnutzung,
  • Gewässerökologie,
  • Energiewirtschaft und
  • Klimaschutz

Pressekonferenz am 20. Februar 2009, um 11 Uhr im Schloss Mirabell, 2. Stock, Sitzungszimmer 222

mit Stadtrat Johann Padutsch und Salzburg AG-Vorstandssprecher Dr. Arno Gasteiger

Ausgangslage:

Die ständig stärker werdende Eintiefung der Salzach von Lehen flussabwärts und die EU-Wasserrahmenrichtlinie, wonach die Salzach, jedenfalls bis 2015 eine ökologische Durchgängigkeit aufweisen muss, hat die Bundeswasserbauverwaltung den Wunsch an die Salzburg AG gerichtet, die Errichtung eines Stützkraftwerkes zu prüfen. Alleine die Sanierung der bestehenden Sohlstufe nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie, womit ein ganz erheblicher Eingriff in den geschützten Landschaftsteil „Itzlinger Au" erforderlich gewesen wäre, hätte Kosten von ca. 10 Mio. € verursacht.

Auf Grund dieser Ausgangslage hat die Salzburg AG die Errichtung eines Wasserkraftwerkes angedacht und in Abstimmung mit der Stadtplanung, unter der Ressortführung von Stadtrat Padutsch, die Ausarbeitung eines Projektes veranlasst.

Vorgang zur Projektentwicklung:

Padutsch:

„Für die Projektentwicklung wurden von mir im Rahmen meiner Gesamtverantwortung für Stadtentwicklung und Naturschutz nachstehende Zielvorgaben ausgegeben:

  • die Ausformung des Gesamtbauwerkes muss im Weichbild der Stadt eine architektonische Bereicherung darstellen,
  • es darf zu keinen negativen Auswirkungen auf die Naherholungsachse „Salzach" kommen,
  • der Eingriff in den Naturhaushalt muss einen Mehrwert für die Natur und Gewässerökologie bringen,
  • der technische Grundwasser- und Hochwasserschutz muss gewährleistet sein und
  • die Abwicklung des Projektes muss in einem transparenten Prozess mit der betroffenen Öffentlichkeit und einem Anrainerbeirat erfolgen."

Obwohl die Stadt Salzburg im Rahmen der wasserrechtlichen Bewilligung des Kraftwerkes (ersetzt die sonst übliche Baubewilligung von Bauwerken) keine baubehördliche Kompetenz hat, hat sich die Salzburg AG bereit erklärt, einen, vom Gestaltungsbeirat betreuten und jurierten, architektonischen / landschaftsplanerischen Wettbewerb durchzuführen.

Stadt- und Landschaftsbild:

Die mit dem ersten Preis prämierte Planung des Salzburger Architektenteams Dipl.-Ing. Mag.-Arch. Max Rieder und Dipl.-Ing. Erich Wagner hat zweifelsohne eine hohe architektonische Qualität. In der Juryentscheidung heißt es: „Die Jury anerkennt das Konzept eines zeichenhaften, skulpturalen Entwurfes. Die unterschiedliche Vernetzung des Kraftwerksteges mit der Stadtkante bzw. mit dem Aukörper ist gut gelöst. Die soziale Nutzung der Stegflächen und Sitzstufen sind ein Mehrwert."

Auch die bestehenden Sichtachsen von den Treppelwegen und vom Traklsteg aus in Richtung Innenstadt/Festung von Salzburg bleiben weitestgehend uneingeschränkt. Das Kraftwerkshaus selbst ist am Westufer der Salzach situiert und tritt damit im Weichbild der dahinter liegenden Stadtsilhouette auch kaum in Erscheinung.

Natur- und Landschaftsschutz:

Im Teilraum „Glanspitz" wird ein neuer Bach mit begleitender Landschaft geschaffen. Dies führt zu einer wesentlichen Erhöhung der Erlebnis- und Nutzungsvielfalt. Dieses Fließgewässer stellt darüber hinaus ein neues, positiv wirksames Strukturelement dar und dient auch als Fischaufstieg. Die Restrukturierung des „Glankanals" beinhaltet Verbesserungen der Zugänglichkeit bzw. die Einbindung des Bachraumes in den Erholungsbereich und wird damit zu einem positiv erlebbaren, nutzbaren Element im Bereich des Glandreiecks. Hier werden Kolk-Furt Sequenzen, Prall- und Gleitufer und Kiesbänke entstehen.

Die Gewässerdynamik der Salzach wird sich im Rückstaubereich verändern. Der echte Staubereich erstreckt sich in etwa bis zur Lehener Brücke und deckt sich im Grunde mit dem derzeitigen Einflussbereich der bestehenden Sohlstufe in Lehen. Von hier bis auf Höhe des Müllnersteges gibt es einen Übergangsbereich und von da ab bis zur Nonntaler Brücke eine sogenannte „beeinflusste Fließstrecke", das heißt eine etwas reduzierte aber deutlich wahrnehmbare Fließgeschwindigkeit. Dadurch wird die Salzach, nach der jahrzehntelangen Beschleunigung durch die Regulierungsmaßnahmen wieder ihrem ursprünglichen natürlichen Zustand annähert.

Erholungs- und Freizeitnutzung:

Durch die Neugestaltung des Glankanals im ggst. Bereich und des gesamten Glanspitzes mit seinem fast 700m langen Umgehungsbach (einschließlich Glankanal) gibt es in diesem Bereich eine vielfältigere Nutzung, er wird damit für Besucher wesentlich attraktiver. Die offenen, zugänglichen Uferbereiche, aber auch die ergänzt aufgeforsteten Auwaldflächen erhöhen den Erholungswert. Dies ist besonders für die Bewohner des angrenzenden, dicht besiedelten Stadtteils Lehen/Liefering von großer Bedeutung. Damit entsteht hier ein wertvoller Naherholungs- und Gewässererlebnisbereich. Die bestehende Sportanlage wird um ca. 45° gedreht, öffentlich zugänglich und die frei werdenden Flächen im Süden und Osten aufgeforstet. Am Innenufer des Umgehungsbaches entsteht eine große Grünfläche, nördlich und südlich des Baches Spiel-, Liege und Picknickwiesen.

Gewässerökologie:

Durch den geplanten Kraftwerksbau wird auch die ökologische Durchgängigkeit, welche durch die heutige Sohlstufe nicht gegeben ist, wieder hergestellt. Das bedeutet, dass die flussaufwärts gerichtete Fischwanderung wieder stattfinden kann.

Durch die sohlegleiche Anbindung des Glankanals samt Umgehungsbach entsteht hier ein Augewässer und damit ein wichtiger Lebens- und Rückzugsraum für alle ans Wasser gebundenen Lebewesen, natürlich für Jungfische, aber auch für den hier mittlerweile schon selten gewordenen Huchen oder die Bachforelle. Auch die Salzach selbst wird in ihren Uferbereichen auf eine Länge von ca. 2,5 km in heterogener Form neu gestaltet. Dabei entstehen Zugangsbereiche zu den Mittelwasserbermen, die in ihrer Höhe und Breite variierend ausgeführt werden. Im Übergangsbereich des Stauraumes wird am rechten Ufer zwischen Makartsteg und Eisenbahnbrücke die bestehende Schotterbank erhalten, weiters werden diverse Strukturbuhnen in diesem Abschnitt gesetzt. Somit kann in Summe das Lebensraumangebot für die gesamte Fischfauna in diesem Abschnitt der Salzach verbessert werden.

Energiewirtschaft und Klimaschutz:

Vor dem Hintergrund der Reduktion der Importabhängigkeit, sowie der Senkung der Treibhausgasemission, hat die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energieträger oberste Priorität. Aktuell wird diese Entwicklung durch die Festlegung der ambitionierten Ziele für die Nutzung erneuerbarer Energieträger seitens der EU (20% bis 2020) unterstrichen.

Die aus dem zukünftigen Betrieb des Kraftwerkes zu erwartende Stromerzeugung liefert einen entsprechenden Beitrag zur Versorgungssicherheit, ganz besonders in Salzburg. Der energetische Endverbrauch im Bundesland Salzburg zeigt einen steigenden Trend und wird großteils durch fossile Energieträger abgedeckt. Der Anteil an erneuerbarer Energieträger betrug 2006 ca. 15%. Das neue Kraftwerk Sohlstufe Lehen, mit einer Gesamtinvestition von ca. 80 Mio. €, erzeugt ca. 81 Mio. kWh Strom pro Jahr. Dies entspricht dem Bedarf von ca. 23.000 Haushalten. Im Vergleich mit einem modernen Steinkohlekraftwerk können damit jährlich etwa 65.000 to CO2 vermieden werden. Dies ist ein ganz wesentlicher Beitrag auch zum Klimaschutz.

Padutsch:

„Das neue Wasserkraftwerk zeigt, dass mit Engagement, Herzblut und Kompetenz nicht nur saubere Energie, sondern auch eine Bereicherung für Stadt- und Landschaftsbild, Naherholung, Natur und Umwelt erreicht werden kann. Meine 5 Zielvorgaben werden vollständig erreicht. Dass dies mitten im dicht besiedelten Stadtgebiet, im Weichbild des Weltkulturerbes möglich ist, zeigt das große Engagement aller am bisherigen Prozess Beteiligter."

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