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Kunst & Zensur

13.04.2006Kultur: Kulturprojekte

Pressegespräch mit NRAbg. Wolfgang Zinggl (Kultursprecher der GRÜNEN im Nationalrat), Labg. Cyriak Schwaighofer (Kultursprecher der GRÜNEN im Landtag), GR Bernhard Carl (Kultursprecher der Bürgerliste im Gemeinderat).

Kunst in Salzburg:

GRÜNE und Bürgerliste kritisieren Skandalisierung und Aufhetzung durch ÖVP und SPÖ

Die Grünen und Salzburgs Bürgerliste nehmen zur konstruierten Empörung vor einer geplanten Kunstprozession am Karfreitag Stellung.

"Mittlerweile löst in Salzburg beinahe jede öffentliche Gegenwartskunst Wellen aus, die in keinem Verhältnis zum Anlass stehen", konstatiert Labg. Cyriak Schwaighofer, der Kultursprecher der GRÜNEN im Landtag.

Beim Gelatine-Projekt des Museums der Moderne hat Bürgermeister Heinz Schaden zensuriert und verhüllt, damit nur ja kein Touristenauge irritiert werde, die umstrittenen EU-Plakate hat Landeshauptfrau Gabi Burgstaller gleich von vorneherein nicht zugelassen und in Sachen Hubschrauber hat die Politik das Projekt durch eine genehmere "Platzwahl" umdefiniert.

"Alles, was in diesem Land über die Mozartkugel hinausgeht, löst einen Empörungs-Reflex aus", so Schwaighofer. Die Freiheit der Kunst und des kritischen Diskurses wird rücksichtslos am Altar der Stimmenmaximierung geopfert und künftig wird in Salzburg gar nichts mehr möglich sein, was auch nur annähernd mit Gegenwartkunst zu tun hat. Toleranter, liberaler, weltoffener wird Salzburg damit sicher nicht. "

  1. Schwaighofer fordert von der Politik, dass sie die Kunst autonom arbeiten lässt. "Salzburg darf nicht Klagenfurt werden." "Bedenklich ist die Entwicklung geworden, weil sich die VertreterInnen der beiden Großparteien an einer Empörungsstrategien gezielt beteiligen und hemmungslos nach Mehrheiten gieren", beurteilt Gemeinderat Bernhard Carl, Kultursprecher der Bürgerliste, die Situation: "Aktionen wie das Karfreitags-Projekt werden bereits im Vorfeld diffamiert, einzig zu dem Zweck, um bei möglichst vielen Menschen Stimmung zu machen. Beim geplanten "ER-Lösungs"-Projekt der ARGEkultur hat die Stadt-ÖVP aufgehetzt, während die SPÖ dem nicht nur nichts entgegensetzt, sondern mit ihrem Hinweis auf künftige Probleme bei der Subventionsvergabe noch Öl ins Feuer gießt", kritisiert Carl. "Wenn nun bereits Drohungen und Aufrufe zur Gewalt Künstler einschüchtern," so der Grüne Kultursprecher, "dann sind die Grenzen zwischen zulässiger Erregung und Hetzkampagne überschritten"
  2. .

Bernhard Carl erwartet sich von SPÖ- und ÖVP aber auch von der Kirche eine klare Distanzierung zu derartigen Auswüchsen. Die politisch Verantwortlichen müssen Drohungen und physischen Einschüchterungen verurteilen und sich davon distanzieren. Der parlamentarische Kultursprecher der Grünen, Wolfgang Zinggl, kritisiert SP und VP auch im Zusammenhang mit ihrer elenden Rolle gegenüber der Kronenzeitung. "Mittlerweile ist es offenbar so, dass die Kronenzeitung im Land bestimmt, was als Kunst gelten und subventioniert werden darf." PolitikerInnen werden dafür instrumentalisiert und sind zu feige und verraten stückweise das tolerante Klima im Land. Und was gibt es überhaupt zu kritisieren? Niemand kümmert offenbar, wie das Projekt wirklich aussieht. Dass die Aktion letztlich abgeblasen wurde, ist besonders bedauerlich. Alles was es gibt, ist ein Plakat mit einer Frau am Kreuz. Na und? Christus am Kreuz wurde kunsthistorisch unter den unterschiedlichsten Aspekten dargestellt und interpretiert. Sonst wissen wir nichts von der geplanten Prozession. Die Provokation kommt also nicht von der Kunst sondern von der Krone und wenn die Politik anstelle die Kunst zu schützen in die Hetze einstimmt, dann verspielt sie das über Jahrzehnte aufgebaute Klima der Toleranz und wir wenden uns mit Riesenstiefel in Richtung repressives Klima wie es in Polen in den USA oder in all den Islamstaaten herrscht, in denen die Scharia das Gesetz bestimmt." So Zinggl, der mit einem Wunsch schließt:

Wir wünschen uns, dass diese Prozession ein andermal doch noch stattfindet.

Sie ist als wichtiger gesellschaftspolitsicher Diskurs nicht nur zur Rolle des Opfers sondern auch zur Rolle der Kunst in Österreich wichtig und wenn sich die veranstaltenden Künstlerinnen Sorgen um ihre Sicherheit machen, werden wir die Exekutive auffordern, für die notwendige Sicherheit zu sorgen und ich werde selbst mitgehen und Künstlerinnen und Künstler einladen, daran teilzunehmen.

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