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Absage ''Er-Lösung''

11.04.2006Demokratie

Gewaltdrohungen gegen künstlerische Aktion! Fragwürdiger Erfolg der ÖVP.

„Ist es das, was Sie wollen Frau Klubvorsitzende Schmidt? Mit Ihren Aussagen haben Sie es geschafft, ein Klima der Radikalität zu schaffen, das nicht nur Gräben aufreißt sondern Gewaltbereitschaft produziert!“, ist Stadtrat Padutsch entsetzt.

Die Bürgerliste hat den von der ÖVP vorgeschlagenen Schulterschluss, in einer gemeinsamen Resolution die ARGE Kultur zum Verzicht auf die Performance "Er-Lösung" zu bewegen aus mehreren Gründen nicht mitgetragen.

Zum einen war mittlerweile mehr als klar gestellt, dass bei der Prozession keine nackte Frau am Kreuz durch Salzburg getragen wird. Damit war für uns sichergestellt, dass die Performance keine Herabwürdigung der Karfreitagsprozession darstellen würde.

Wie auch Superintendentin Luise Müller in ihrem Statement sinngemäß meinte, ist es wohl eher bedenklich, dass die Öffentlichkeit sich der Bedeutung des Karfreitags erst dann bewusst geworden ist, als eine künstlerische Aktion damit in Zusammenhang gebracht wurde.

Die Bürgerliste ist der Meinung, dass sich die Politik nicht in religiöse Diskussionen einmischen sollte und hält es nach wie vor mit der Trennung zwischen Kirche und Staat. Was passiert, wenn man Glaubensfragen mit politischer Ideologie verknüpft wird nun auf bedrohliche Weise auch in Salzburg sichtbar.

„Klubvorsitzende Mag. Schmidt hat es mit Ihrer Haltung und Ihren Aussagen geschafft, ein Klima der Radikalität in der öffentlichen Diskussion zu schaffen, dass im Zusammenhang mit der Aktion der ARGE völlig unangebracht ist und nur Gräben aufreißt und ein Ventil für latente Gewaltbereitschaft geöffnet hat“, stellt Stadtrat Padutsch bestürzt fest.

Kritik und Diskussion zu künstlerischen Aussagen darf und muss es geben - dazu ist Kunst da. Gefährlich wird es jedoch, wenn durch gezielte politische Aussagen künstlerische Ausdrucksformen, die nicht traditionell oder konservativ sind, für vogelfrei erklärt werden.

Frau Mag. Schmidt hat die Büchse der Pandora geöffnet. Sie ist dafür verantwortlich, dass nicht nur das Niveau auf dem kulturelle und künstlerische Belange in Salzburg diskutiert werden, einer Welt-Kulturstadt nicht würdig ist sondern auch dafür, dass fundamentalistische Einstellungen mehr als die Freiheit der Kunst bedrohen.

Zu Zeiten von Erzbischof Colloredo hat die Kreativität Salzburg fluchtartig verlassen, um nicht im konservativen und selbstgefälligen Dunst zu ersticken. Heute müssen Künstler bereits auch vor körperlicher Gewalt resignieren.

„Die dumpfen Reaktionäre gewinnen in Salzburg die Oberhand. Die Freiheit, nicht nur die der Kunst, bleibt zunehmend auf der Strecke.

Die Politik und ihre SpitzenfunktionärInnen beteiligen sich aktiv daran, anstatt dagegen zu halten, um die Grundrechte der Menschen für eine liberale und offene Gesellschaft zu verteidigen. Die Kulturstadt Salzburg ist Fassade, nicht mehr! Der Hass auf anders Denkende darf sich frei und ungehemmt entfalten – wo leben wir?!

Alle, von Bürgermeister Schaden abwärts, sollen sich schämen diese Entwicklung zuzulassen, ja sie sogar zu fördern“, so Padutsch abschließend.

http://salzburg.orf.at/stories/102037/

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