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Containerdorf

02.03.2006Soziales: Wohnen

In Salzburg fehlen dauerhafte Unterbringungsmöglichkeiten für Obdachlose. Bürgerliste fordert Notprogramm mit Container für den kommenden Winter.

„Eine Containerlösung für den kommenden Winter kann nur eine vorübergehende sein, sie macht jedoch die Dringlichkeit einer dauerhaften Lösung sichtbar und muss als erster Schritt in Richtung „Haus für Obdachlose“ realisiert werden“, fordert Sozialausschussvorsitzende Ulrike Saghi.

Lt. jüngster Erhebung des Forums Wohnungslosenhilfe Salzburg sind derzeit 41 Personen in Salzburg obdachlos, d. h. sie verbringen ihre Tage und Nächte auf der Straße, in Abbruchhäusern, in Eisenbahnwaggons oder unter freiem Himmel!

Vor allem in der kalten Jahreszeit und hier ganz besonders um Weihnachten tritt diese Tatsache vermehrt ins öffentliche Bewusstsein.

Selbst wenn mit einzelnen Aktionen die akuten Notlagen kurzfristig gemildert werden können, hat die Stadt bis heute noch keine langfristige Lösung für die Unterbringung von obdachlosen Menschen über Weihnachten und den Winter hinaus parat.

„Obdachlose brauchen nicht Mitleid und Mildtätigkeit im Sinne von "jeden Tag eine gute Tat". Neben den materiellen Dingen wie Kleidung, Wohnung, Verpflegung muss ihr Menschenrecht, die Achtung der Grundgesetze und die Selbstachtung als Mensch gewährleistet sein“, ist Ulrike Saghi überzeugt.

Dauerhafte Unterbringungsmöglichkeiten wie z. B. im Obdachlosenhaus in Wien oder dem Vinzidorf in Graz, das aus 26 Baucontainern besteht, fehlen in Salzburg zur Gänze.

Vor allem im Winter ist ein Notprogramm für obdachlose Menschen unbedingt notwendig. In Hamburg beispielsweise läuft seit 1992 ein derartiges Winternotprogramm. In der Zeit vom 1. November bis zum 30. April werden zusätzliche Schlafplätze in Wohn-Containern angeboten.

Die Vermittlung der Schlafplätze erfolgt über die Bahnhofsmission. In Hamburg war das Winternotprogramm durchgängig zu 95% ausgelastet.

Ziel des Winternotprogramms ist neben der Überlebenshilfe, obdachlos gewordene Menschen wieder stärker zu integrieren. Dies erfolgt neben der Bereitstellung der Container auch durch aufsuchende SozialarbeiterInnen und Vermittlungshilfen in Wohnungen bzw. in andere Einrichtungen des Hilfesystems.

Die Containerlösungen bieten neben der Möglichkeit von getrennten Unterbringungen für Frauen oder Lebensgemeinschaften, die Chance auf „Wiedererlernen“ von Leben unter einem Dach.

Auch wenn manche der Obdachlosen bewusst das Leben außerhalb der Gesellschaft und ohne feste Unterkunft wählen, muss es für sie und jene, die Wiedereingliederung anstreben eine fixe Anlaufstelle geben.

„Eine Containerlösung für den kommenden Winter kann nur eine vorübergehende sein, sie macht jedoch die Dringlichkeit einer dauerhaften Lösung sichtbar und muss als erster Schritt Richtung „Haus für Obdachlose“ realisiert werden“, fordert Saghi.

Wie schnell und unbürokratisch Containerdörfer mitten im Herzen Salzburgs für mehrere Wochen aufgestellt werden können, hat das Außenministerium gemeinsam mit Bürgermeister Schaden erst letzte Woche bewiesen. Diese Erfahrung soll die Stadt nutzen, um ausreichend Zeit für die Planung eines Winternotprogramms für 2006/07 zu haben.

Die Bürgerliste hat daher in der heutigen Sitzung des Sozialausschusses den Antrag gestellt, dass eine mit der Betreuung obdachloser Menschen befasste Organisation, z. B. Caritas mit der Erstellung eines vorerst einmaligen Winternotprojektes zur Unterbringung der obdachlosen MitbürgerInnen in der Stadt in Containern betraut wird.

Hierfür sollen Flächen, die sich in Stadt- oder Kircheneigentum befinden auf ihre Eignung geprüft, die notwendige Finanzierung vereinbart und passende Container für eine zeitgerechte Aufstellung am 1. November 2006 in Auftrag gegeben werden.

Die sich aus diesem Projektlauf ergebenden Daten dienen in der Folge als Erfahrungswert und seriöse Grundlage für weitere Maßnahmen in den kommenden Jahren.

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