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Bücherverbrennung

22.02.2006Demokratie

30. April 1938. Einzige Bücherverbrennung Österreichs in Salzburg jährt sich zum siebzigsten Mal.

Anlass genug ein deutlich erkennbares Zeichen gegen kollektives Vergessen zu setzen.

Bürgerliste stellt im Kulturausschuss am 23.2.2006 Antrag auf Errichtung eines Mahnmals

„Das Anbringen einer bescheidenen Tafel als Kompromiss zwischen Vergessen und Gedenken ist zu wenig. Das öffentliche Salzburg ist aufgefordert, in angemessener Form dieser in Österreich einmaligen Art der Menschenverachtung zu gedenken,“ meint Mag. Ingeborg Haller.

In der Dokumentation der Kulturabteilung der Landeshauptstadt Salzburg „Antifaschistisches Mahnen und Gedenken in Salzburg. Das Mahnmal auf dem Südtirolerplatz im Kontext“,

Salzburg 2005 weist der Historiker Gert Kerschbaumer in seinem Beitrag „Widerstand und Verfolgung in der Stadt Salzburg 1934-1938-1945“ auf Seite 9 darauf hin, dass die Stadt Salzburg die einzige Stadt in Österreich war, in der Bücherberge öffentlich verbrannt wurden.

Am Abend des 30. April 1938 werden auf dem Residenzplatz vor dem Dom Bücher verbrannt, initiiert vom Politiker und Heimatdichter Karl Springenschmid. Insbesondere werden auch Bücher des bis 1934 in Salzburg lebenden Schriftstellers Stefan Zweig als „jüdisches Geschreibe“ verbrannt.

Ein Mahnmal zur Erinnerung an die Bücherverbrennung in der Stadt Salzburg fehlt aber noch immer! (siehe Seite 113 des Dokumentationsbandes). Das Gedenken an dieses Verbrechen gegen die Meinungsfreiheit hat in angemessener Form zu erfolgen, zumal der Residenzplatz einer der bekanntesten Plätze der Stadt ist.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist offensichtlich das Anbringen einer Gedenktafel geplant. Damit wird die Stadt aber bei Weitem nicht der historischen Bedeutung des Geschehenen gerecht.

„Im Gegenteil: Eine Tafel, möglichst unauffällig gestaltet und platziert, ist kein Mahnen und Gedenken, sondern ein Vertuschen. Dieser Umgang mit der Geschichte ist der Stadt Salzburg nicht würdig“, ist Ingeborg Haller überzeugt.

Es wird in diesem Zusammenhang auch darauf hingewiesen, dass im aktuellen Merian Heft (02/59), zu Salzburg bzw. Salzburger Land im Artikel „Ach mein Salzburg“ von Bernd Noack auf die in Salzburg stattgefundene Bücherverbrennung hingewiesen und somit einem großen Leserkreis im deutschen Sprachraum bekannt gemacht.

Die Bürgerliste wird daher in der Sitzung des Kulturausschusses am 23.2.2006 einen Antrag mit folgendem Text einbringen:

„Ein Mahnmal zur Erinnerung an die am 30. April 1938 stattgefunden Bücherverbrennung am Residenzplatz ist zu errichten.

Die Ausschreibung hat unter Einsetzung einer Fachjury, die historische und künstlerische Anforderungen an das zu errichtende Mahnmal formuliert, zu erfolgen. Die nötigen finanziellen Mittel sind – sofern sie im laufenden Budget nicht bereitgestellt werden können - spätestens im Budget 2007 vorzusehen.

Es ist unabdingbar, dass das Mahnmal bis längstens 30. April 2008 (70jähriges Gedenken) der Öffentlichkeit übergeben wird“.

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