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Jahn-Denkmal

13.01.2005Demokratie

Jahn-Denkmal im Kurgarten: Sanieren ohne Korrigieren.Bürgerlisten-Antrag bleibt unerledigt.

„Am Beginn des Gedenkjahres 2005 beweisen offizielle VertreterInnen der Stadt einmal mehr, dass sie kein Interesse am offensiven Umgang und einer unbequemen Auseinandersetzung mit den dunklen Seiten der Vergangenheit Salzburgs haben und der Mantel des Schweigens nicht gelüftet werden soll“, meint Klubobmann Dr. Helmut Hüttinger.

Dass sich das offizielle Salzburg mit seiner Vergangenheit oft schwer tut, haben seine VertreterInnen hinlänglich bewiesen. War es ein unvollständiges und Sinn störendes Zitat von Theodor Herzl, die mehr als umstrittene Position des seinerzeitigen Landtagspräsidenten zur Wehrmachtsausstellung, der Aufmarsch ehemaliger Mitglieder der Waffen-SS am Kommunalfriedhof in trauter Einigkeit mit führenden PolitikerInnen oder etwa der jahrelange Kampf um eine Erklärung der Symbole an der Jahn-Turnhalle, nie ist es gelungen, unbelastet und offensiv auch mit den dunklen Seiten unserer Vergangenheit umzugehen.

Im Salzburger Kurgarten steht seit vielen Jahren eine Büste von Johann Friedrich Jahn, dessen Gedankengut im Handbuch des Rechtsextremismus als ideologischer Hintergrund für den Nationalsozialismus beschrieben wird.

Jahn hat in seinen Schriften über Rassismus und „Rassenhygiene“ Gedanken verbreitet, wie etwa: „wer die Edelvölker der Erde in eine einzige Herde zu bringen trachtet, ist in Gefahr, bald über den verächtlichsten Kehrricht des Menschengeschlechtes zu herrschen.“(Jahn, Deutsches Volkstum, 1810).

Auf der im Kurgarten befindlichen Büste Jahns findet sich nach wie vor der noch dazu unvollständig Spruch „den Deutschen kann nur durch Deutsche geholfen werden“, der vollständig „den Deutschen kann nur durch Deutsche geholfen werden, fremde Helfer bringen uns nur Verderben“ lautet.

Die Bürgerliste hat daher am 9. Dezember 2004 den Antrag gestellt, die derzeitige unvollständige Inschrift auf der Büste des „Turnvater Jahn“ im Kurgarten zu entfernen und durch eine Inschrift zu ersetzen, die sich mit dem Gedankengut Jahns, das für den Nationalsozialismus als ideologischer Hintergrund diente, befasst.

In einer ersten Reaktion äußerte sich Bürgermeister Schaden ablehnend, weil er meinte, dass ja auch das Mozart-Denkmal nicht entfernt würde, nur weil es jemandem nicht passt.

Damit verkennt Bürgermeister Schaden offensichtlich die Intention des Antrages und die Symbolik einer öffentlichen Darstellung des unvollständigen Zitates. Der Antrag der Bürgerliste ist bis heute unbehandelt.

Das Stadtratskollegium hat nun aber (gegen die Stimme von Stadtrat Padutsch) beschlossen, dass Denkmal und die Inschrift zu sanieren ohne eine Textänderung oder Ergänzung vorzunehmen.

„Am Beginn des Gedenkjahres 2005 beweisen offizielle VertreterInnen der Stadt einmal mehr, dass sie kein Interesse am offensiven Umgang und einer unbequemen Auseinandersetzung mit den dunklen Seiten der Vergangenheit Salzburgs haben und der Mantel des Schweigens nicht gelüftet werden soll“, meint Klubobmann Dr. Helmut Hüttinger.

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