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Zoo Salzburg

12.12.2004Demokratie: Stadtrecht

Zoo Salzburg: Ausschreibung und Bestellung der Geschäftsführung gesetzwidrig? Versorgungsposten für Olympiamanagerin auf Kosten des Artenschutzes. Ausschluss aus nationalen und internationalen Zoovereinigungen droht.

Am 13.12.2004 soll der Stadtsenat über die Bestellung einer neuen Geschäftsführerin für den Zoo Salzburg entscheiden. Am selben Tag wird in Wien feierlich das neue Tierschutzgesetz unterschrieben, das am 1.1.2005 in Kraft treten wird.

In diesem ist auch eine Verordnung enthalten, die besagt, dass für den tiergartenbiologischen Bereich eines Zoos der Kategorie A ein Leiter zu bestellen ist, der „ als Qualifikation ein abgeschlossenes Studium der Zoologie oder der Veterinärmedizin verbunden mit einer mehrjährigen praktischen Berufserfahrung in vergleichbaren Tierhaltungen vorweisen muss“.

Schon die Ausschreibung vom Oktober hat der oben zitierten Verordnung widersprochen. Laut dieser wird nämlich von der Geschäftsführung die Leitung des Zoos sowohl in wirtschaftlicher als auch zoologischer Hinsicht erwartet.

Eine schriftliche Anfrage von Mag. Bernhard Carl an Bürgermeister Dr. Schaden im Oktober, ob die Kriterien in der Ausschreibung nicht im Gegensatz zur oben genannten Verordnung stehe, erbrachte als Antwort, die Juristen des Magistrats hätten dies berücksichtigt. In Wahrheit hatten sie offensichtlich nichts von der Verordnung gewusst.

Die nun vorgeschlagene Kandidatin hat zwar offensichtlich betriebswirtschaftliche Kompetenzen vorzuweisen, von zoologischen Kenntnissen bis auf ein Jahr Erfahrung als Marketingassistentin im Salzburger Zoo jedoch keine Ahnung. Auch die zuständige Abteilung im Gesundheitsministeriums hat hier auf Anfrage ihre Bedenken mitgeteilt.

Neben der Tatsache, dass hier offensichtlich eine Managerin aus dem abgestürzten Olympiaprojekt von SPÖ und ÖVP versorgt werden soll, droht nun aber Schlimmeres:

Der Salzburger Zoo hat im Bereich wissenschaftlicher Natur- und Artenschutz einen hervorragenden internationalen Ruf. Er ist in zahlreichen internationalen Projekten wie der Wiederansiedelung der Przewalskipferden in der Mongolei und anderen Zuchtprogrammen (Nashörner, Geparden, Schneeleoparden etc.) in führender Rolle tätig.

Sollte die Leitung des Salzburger Zoos nicht mehr von einer/m VeterinärIn oder ZoologIn ausgeführt werden, hat die österreichische zoologische Vereinigung (OZO) bereits mit einem Ausschluss der Salzburger gedroht. Auch aus ihrer europäischen Schwester (EAZA) und der Weltzoo-Organisation (WAZA) droht der Rausschmiss.

Letztere hat schon im Oktober ihre Bedenken gegenüber der Ausschreibung schriftlich mitgeteilt (Brief liegt vor). Der Verlust von Forschungsprojekten zur Arterhaltung wäre damit verbunden.

„Wenn der Stadtsenat am Montag die vorgeschlagene Kandidatin bestellt, verstößt er zum einen gegen die neue Verordnung des Bundes und riskiert zum anderen den Rausschmiss aus Zoorganisationen, die für die wissenschaftliche Einbindung unerlässlich sind. Verkommt der Zoo Salzburg zum Disney-Streichelzoo, hat er seine Existenzberechtigung verloren.

Ich fordere daher eine Neuausschreibung, die der veränderten gesetzlichen Situation Rechnung trägt und der hervorragenden Rolle unseres Zoos in Bezug auf Arterhaltung und Zooedukation entspricht. Sollte dies nicht geschehen, muss eine gleichberechtigte zoologische Leitung installiert werden“, sagt Mag. Bernhard Carl

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