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Stadtregion Salzburg

05.07.2004Planung: Stadtplanung

„STADT SALZBURG. EIN STARKES ZENTRUM EINER STARKEN REGION“.Präsentation der komprimierten Ergebnisse der Studie „Positionierung der Stadtregion Salzburg im Wettbewerb der Stadtregionen."

Anlass:

Ende 2000 wurde auf intensives Betreiben des Planungsressorts und der zuständigen Magistratsabteilung Raumplanung und Verkehr die „Initiative Europaregion Salzburg“ (IES) gegründet.

Seither konnten u.a. folgende Meilensteine durch die IES gesetzt werden:

  • Erstellung einer Studie zur Untersuchung der Nutzung der Kernstadt Salzburg durch die Bevölkerung ihres Umlandes und die Entwicklungsdynamik seit dem EU-Beitritt (Weichhart, 2001)
  • Ausarbeitung eines Vorschlages zur rechtlich-organisatorischen Weiterentwicklung der EuRegio Salzburg - Berchtesgadener Land - Traunstein hin zu einem eigenständigen euregionalen Planungsverband (Hillgruber, 2002)
  • Gemeinsame Tagung der Stadt Salzburg und der EuRegio Salzburg – Berchtesgadener Land – Traunstein Mitte 2003 mit Vertretern der Wirtschaft und Verwaltung beiderseits der Staatsgrenzen zum Thema „Möglichkeiten zur wirtschaftlichen und planerischen Positionierung der Stadtregion Salzburg in einem immer stärker vom Wettbewerb geprägten europäischen Umfeld“
  • Ergänzend dazu wurde das Österreichische Institut für Raumplanung, Herr DI Schremmer und das Institut für Stadt- und Regionalforschung der TU Wien, Herr Univ.-Prof. Dr. Giffinger mit der Erstellung der Studie „Positionierung der Stadtregion Salzburg im Wettbewerb der Stadtregionen“ beauftragt.

Das Planungsressort und die zuständige Magistratsabteilung entschieden sich nach Abschluss der Studie Ende 2003 die Hauptaussagen zusammenzufassen und journalistisch von Herrn Dr. Breidenbach aufbereiten zu lassen.

Dies mit dem Ziel, die Kerninhalte transparent zu machen, um so eine breite Diskussion zum Thema initiieren zu können.

Diese Zusammenfassung liegt nunmehr in Form der 20-seitigen Broschüre „Stadt Salzburg. Starkes Zentrum einer starken Region“ vor.

Inhalt:

Die Hauptaussagen der Broschüre „Stadt Salzburg. Starkes Zentrum einer starken Region“ sind:

  1. Eine Stadtregion Salzburg mit dem guten Namen Salzburg. Die Marke Salzburg ist ideale Grundvoraussetzung, genügt jedoch alleine langfristig nicht. Schlüsselbereiche müssen definiert, abgesichert und ausgebaut werden. Im europäischen Wettbewerb muss sich die Stadtregion klar positionieren. Dabei ist die Gesamtregion, der Ballungsraum Salzburg inklusive seinem oberösterreichischen und bayerischen Grenzraum mitzudenken.
  2. Stadt und Gemeinden: Aufgabenteilung in einer Region. Als Leitlinie für eine gezielte Schwerpunktsetzung in der Stadtregion ist aufgrund der Knappheit an verfügbaren Flächen eine Funktionsteilung zwischen der Kernstadt und den Umlandgemeinden anzustreben.  Die Stadt Salzburg bringt in diese „regionale Partnerschaft“ ihre spezifischen, hochrangigen Funktionen ein. Die Stadtregion ist dabei als Gesamtheit zu sehen – nach dem Motto: „Und jeder soll darin das machen, was er am Besten kann.“
  3. Hochrangige Funktionen für die Kernstadt der Region. Die Stadt Salzburg muss sich auf die Entwicklung hochrangiger Wirtschaftsfunktionen und dafür komplementäre Einrichtungen (Ausbildung, Forschung und Entwicklung) vorrangig konzentrieren. Extrem flächenverbrauchende Funktionen machen aufgrund der Bodenknappheit in der Stadt keinen Sinn. Die weichen Standortfaktoren wie Kultur, Landschaft und Erholungswert sind dabei als begleitende und unterstützende Wirtschaftsfaktoren anzusehen. Um diese Potentiale längerfristig zu sichern und gezielt einzusetzen, braucht es verstärkt eine koordinierte Raumordnung und Raumentwicklung für die Stadtregion.
  4. Die Grenzbarriere überwinden! Derzeit fehlt es noch an einer abgestimmten Zusammenarbeit über die Staatsgrenze hinweg. Die Wettbewerbsfähigkeit der Stadtregion kann nur erhalten und gestärkt werden, wenn die Grenzbarrieren überwunden werden. Dies vor allem im Bereich der Verkehrsentwicklung (Salzachbrücken, S-Bahn-Ausdehnung, Magistrale), Siedlungs- und Standortentwicklung (insbesondere für die Wirtschaft), Grünraumentwicklung (schützen – nützen), gemeinsames Regions-Marketing.
  5. Schlechte Zensuren für den Forschungsstandort Salzburg. Die Autoren der Studie orten Versäumnisse, Uneinigkeit und einen starken Nachholbedarf. Der Forschungsstandort Salzburg ist im Vergleich zu Wien, Graz und Linz deutlich ins Hintertreffen geraten. Der „Windschatten“ von München und die Nähe zu Großkonzernen mit Top-Forschungseinrichtungen im unmittelbaren bayerischen Grenzraum (z.B. Siemens, Bosch, Degussa, Heidenhain) konnten bislang nicht genutzt werden.
  6. Kooperation, Spezialisierung und Hochtechnologie. Die Bemühungen um den Forschungsstandort Salzburg müssen intensiviert werden. Inhaltliche Schwerpunke sind im Bereich Kultur, Tourismus und Naturraum, aber auch im Hochtechnologiesektor zu setzen. Durch die Förderung von Kooperationen ist die kleinteilige Forschungsstruktur zu überwinden (z.B. Projekt Science City Salzburg, Unipark), entsprechende Cluster sind zu bilden, um so eine notwendige kritische Masse zu erreichen (Forscher, Nachfrager und Kooperationspartner). Die Potentiale des südbayerischen Raumes sind dabei einzubeziehen.
  7. Eine exzellente Lage in Mitteleuropa. Die Stadtregion Salzburg hat eine exzellente verkehrliche Lage in Mitteleuropa – mit guter Erreichbarkeit der Wirtschaftsräume Oberbayern (München), Oberitalien (Mailand) und Ostösterreich mit Wien und Linz. Salzburg muss zur Erhaltung seiner zentralen Lage massive Anstrengungen unternehmen, damit die hochrangigen Infrastrukturen weiter ausgebaut werden (z.B. Magistrale, Salzachbrücken, Stärkung Flughafen). Das Risiko einer zunehmenden Entkoppelung sollte nicht unterschätzt werden.
  8. Ostöffnung verändert Salzburg als Standort. Die Stadtregion Salzburg hat ihre wirtschaftliche Sonderstellung am Tor zur EU durch den EU-Beitritt Österreichs und den Fall des Eisernen Vorhangs verloren. Der europäische Wettbewerb der Stadtregionen und die EU-Osterweitung verändern die Rahmenbedingungen gravierend. Dies verstärkt die Notwendigkeit nach gemeinsamen Entwicklungsperspektiven für und in der Stadtregion.
  9. Grenzüberschreitende regionale Entwicklungsagentur. Die dringende Notwendigkeit einer Zusammenarbeit in der Stadtregion Salzburg über Gemeinde-, Landes- und Staatsgrenze hinweg, hat freilich ein Problem. Die zentralen Fragen sind: Wie den Nutzen einer Zusammenarbeit gerecht verteilen? Wie die Konkurrenz zwischen den Gemeinden überwinden?

Die Autoren schlagen als eine Lösungsmöglichkeit die Nutzung der bestehenden grenzüberschreitenden Plattform EuRegio vor und deren Weiterentwicklung hin zu einer privatwirtschaftlich organisierten, grenzüberschreitenden, regionalen Entwicklungsagentur.

Diese Agentur könnte die Vorstufe zum längerfristigen Ziel der Installierung eines eigenständigen euregionalen Planungsverbandes für die Stadtregion darstellen.

Zu den Aufgaben einer solchen Entwicklungsagentur könnten unter anderen zählen:

  • die Festlegung regionaler Siedlungsgrenzen und Grünzonen, die Abstimmung der Flächenwidmungs- und Bebauungspläne,
  • die Schaffung regional bedeutender Betriebsgebiete und Betriebsansiedelungen,
  • die Planung und Kostentragung der übergeordneten Verkehrsinfrastruktur einschließlich der relevanten Begleitmaßnahmen (Lärmschutz, Erschließungsfunktionen),
  • der Aufbau einer Identität und eines Images für den gemeinsamen Entwicklungsstandort (Außenmarketing).

Für die Stadtregion Salzburg wird in der Studie eine Vision entwickelt. Im Zentrum steht, dass die Stadtregion ihre Stärken und Potenziale gemeinsam nutzt, entwickelt und vermarktet.

Ausblick:

Das Räumliche Entwicklungskonzept (REK 1994) der Stadt Salzburg wird derzeit überarbeitet. Das neue REK legt zumindest für die nächsten zehn Jahre die räumlichen Entwicklungsziele der Stadt fest.

Dabei geht es auch um die Frage, ob die Entwicklung der Stadt allein von dieser gesteuert und innerhalb des Gemeindegebietes stattfinden kann und soll, oder ob eine aktive Zusammenarbeit und gemeinsame Planung mit der umliegenden Region zu suchen und umzusetzen ist.

Ebenso wird derzeit auf Landesebene das sogenannte Sachprogramm „Siedlungsentwicklung und Betriebsstandorte im Salzburger Zentralraum“ überarbeitet.

Die vorliegende Studie bzw. Broschüre wird diesen Planungsmaßnahmen entscheidend die Ausrichtung vorgeben, ebenso auch die zu verfolgenden Ziele und Maßnahmen.

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