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Wireless Lan

12.12.2003Natur und Umwelt

Flächendeckende Versorgung mit Internetanschlüssen an Salzburgs Pflichtschulen – um welchen Preis?

Unterlage zur Pressekonferenz mit Dr. Silvia Kronberger & Mag. Bernhard Carl.

Bürgermeister Schaden hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt „Wir setzen alles daran, dass jeder Pflichtschüler und jede Pflichtschülerin in unseren Schulen einen Computer und Internet zur Verfügung hat“ jedoch bei der Umsetzung einen wesentlichen Faktoren nicht berücksichtigt – allen voran die Gesundheit der SchülerInnen!

Die Stadt Salzburg hat im Jahr 2001 ein Programm gestartet, um die Aufrüstung der Salzburger Pflichtschulen im IT-Bereich zügig umzusetzen.

Dafür soll lt. Schaden vom 21.2.02 in den nächsten drei Jahren 1 Million Euro investiert werden.

Grundsätzlich spricht nichts gegen das Angebot eines umfassenden IT-Angebotes in den Schulen – einige wichtige Faktoren hätten allerdings vor Beginn berücksichtigt werden müssen:

  • der Schutz der Gesundheit der SchülerInnen
  • die Funktion der Schule und deren Vereinbarkeit mit der Internet-Technologie (Lehrpläne, Einsatz im Unterricht, Auswertung der schulischen Auswirkungen nach Installierung der Anschlüsse)
  • die Kompatibilität des Apple-Systems mit der von der Mehrheit verwendeten Microsoft Anwendungen – Frage der Sinnhaftigkeit von Apple in Volksschulen.

Gesundheitsschutz:

      Von der Landessanitätsdirektion wird empfohlen, dass in Schulen keine hochfrequenten Sender installiert werden sollen.

Die Strahlung von sog. Funk-LAN liegt im Mikrowellenbereich und ist wie GSM und DECT gepulst. Bei der Installation wird in der Regel ein sog. access point eingesetzt, der als Basisstation fungiert und ständig Hochfrequenzstrahlung abgibt.

Belastungen treten auch beim Notebook auf, das hier mit einer Steckkarte samt Antenne verwendet wird. Dabei ist nicht nur der Nutzer, sondern sind auch MitschülerInnen und LehrerInnen im Nahbereich betroffen.

Immer wieder wird von der zunehmenden Anzahl von hyperaktiven und ADS-Kindern berichtet. Aus epidemiologischen Studien im Zusammenhang mit Mobilfunk-Sendeanlagen geht hervor, dass im Nahbereich Symptome wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, erhöhte Reizbarkeit und Konzentrationsschwächen vermehrt auftreten. Diese Technologie kann die Symptomatik bei den oben erwähnten Kindern verstärken.

Gerade bei Kindern wird vom Gebrauch von Mobiltelefonen aufgrund potenzieller gesundheitlicher Schäden dringend abgeraten (Empfehlung des britischen Gesundheitsministeriums) – in der Schule sind sie nun einer andauernden Bestrahlung ausgesetzt.

Funktion der Technologie in den Pflichtschulen:

      • Zur Vermittlung von EDV-Grundkenntnissen v. a. in den Volksschulen sei angemerkt, dass es für Volksschulkinder natürlich AUCH interessant und wichtig sein kann, EDV-Grundkenntnisse zu erwerben, dies kann aber erst sein NACHDEM die Kinder die grundlegenden Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen entsprechend beherrschen - wofür die Volksschule ja da ist.

Außerdem ist die Volksschule der schulische Bereich, in dem Themen wie "soziales Lernen" und kreative Fähigkeiten Platz habe sollen. Diese werden - zusammen mit den entsprechenden LehrerInnen - eingespart. Stattdessen teure Internet-Technologie einzukaufen, deren pädagogischer Nutzen zweifelhaft und deren gesundheitlichen Auswirkungen zumindest unhinterfragt sind - ist abzulehnen.

Im Bereich der Hauptschulen kann man mittlerweile davon ausgehen, dass bei einem Großteil der Kinder mehr als EDV-Grundkenntnisse vorhanden sind. Da die Mehrzahl der UserInnen mit Microsoft-Produkten arbeitet, kann es hier durch den Einsatz von Apple in den Schulen eher zu Verwirrung kommen bzw. ist der Nutzen für Microsoft-UserInnen fragwürdig.

Der Einsatz des funkgesteuerten Systems wird mit den niedrigeren Kosten gegenüber einer Verkabelung gerechtfertigt – Kostensparnis zu Lasten der Gesundheit der Kinder ist ein mehr als fragwürdiges Argument.

        • Warum Apple? Ausschreibungsergebnisse nicht bekannt.
        • Eine der nicht beantworteten Fragen der Bürgerliste an den Bürgermeister bezieht sich auf die Ausschreibung bzw. den Anbieter für dieses Millionprojekt. Die notwendigen Mittel sind zwar in den jeweiligen außerordentlichen Budgets vorgesehen, das Auftragsvolumen und die liefernde(n) Firma(en) ist/sind nicht bekannt.

Bei einer aufgewendeten Summe in dieser Höhe für eine Technik, deren pädagogischer Nutzen unklar ist muss die Transparenz gegeben sein – gerade in Zeiten, wo bei den Ausgaben für sonstige Ausstattungen der Schulen gespart wird.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass bei diesem an sich zukunftsweisenden Projekt bei der konkreten Umsetzung wesentliche Details außer Acht gelassen wurden, die nun dazu führen, dass es dringend notwendig ist, von einer Fortführung des Projekts in der jetzigen abzusehen.

Wir werfen Bürgermeister Schaden vor, sich nicht vor Einführung des Projektes beim Umweltmediziner des Landes und Umweltreferenten der Österreichischen Ärztekammer Dr. Gerd Oberfeld erkundigt zu haben, welche gesundheitlichen Risiken mit dem WLAN verbunden sind. Wie die Beilage zeigt, rät Dr. Oberfeld vom Einsatz dieser Technologie v. a. im Zusammenhang mit Kindern ab.

Im Übrigen wird die Bürgerliste einen Antrag auf Prüfung der Vergabe durch das Kontrollamt einbringen.

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