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Max-Reinhardt-Platz

19.11.2003Planung: Stadtplanung

Schreiben von Stadtrat Padutsch an die Salzburger Festspiele.

An die

Salzburger Festspiele

  • zH Frau Rabl-Stadler
  • zH Herrn Prof. Dr. Ruzicka
  • zH Herrn DDr. Schwaighofer

Hofstallgasse 1

5020 Salzburg

Betrifft: Ihr Schreiben vom 18. November 2003

Sehr geehrte Frau Rabl-Stadler, sehr geehrter Herr Prof. Dr. Ruzicka, sehr geehrter Herr DDr. Schwaighofer!

Ich bestätige den Erhalt Ihres Schreibens vom 18.11.2003, in dem Sie Ihre Wünsche und Sorgen vortragen. Ich will Ihnen darauf neuerlich antworten, komme aber nicht umhin, mir etwas Luft zu machen.

Sie zitieren mich im letzten Absatz mit „das Siegerprojekt wird verwirklicht“, was zumindest eine grobe Verkürzung bzw. Halbwahrheit darstellt.

Ich habe bei unserer Besprechung bei Bürgermeister Schaden gesagt, entweder das Siegerprojekt wird verwirklicht oder die Neugestaltung Max-Reinhardt-Platz findet auch dieses Mal nicht statt.

Nicht weil ich so mächtig wäre dies zu entscheiden, sondern aus vielen Gründen, wovon ich nur einen wiederhole: es ist geradezu unvorstellbar, dass nach der Vergabegeschichte und nach dem darauf folgenden Prozess zum „Haus für Mozart“ jetzt neuerlich nach einem internationalen Wettbewerb, der unter Einbindung aller Beteiligten juriert wurde, etwas Anderes gebaut wird, als ein Projekt, das auf dem Siegerprojekt basiert.

Sie lassen sich nochmals Länge mal Breite über die Nutzungsnotwendigkeiten der Festspiele aus und darüber, dass diese im Wettbewerbsprojekt nicht berücksichtigt sind, liefern zwar indirekt auch die Begründung warum, verschweigen aber neuerlich die von mir dazu gemachten Angebote.

Ich musste genauso wie Sie zur Kenntnis nehmen, dass Nutzungen, die unbestritten für die Festspiele wichtig wären, beim Wettbewerb nicht vorgegeben und geplant werden konnten, weil die Finanzierung dafür, weder von Stadt und Land, noch von Dritten oder den Festspielen selbst in Aussicht gestellt wurde bzw. werden konnte.

Ich habe trotzdem ausdrücklich angeboten und vordringlich dazu eingeladen und zwar nur die Festspiele und die BIG als Grundeigentümerin, um über genau diese Nutzung im Hochbau zu sprechen, um eine Möglichkeit zu finden, trotz der fehlenden Geldmittel, Nutzungen, die für die Festspiele Sinn machen, in einer Form in den Hochbau zu integrieren, die trotzdem eine privatwirtschaftliche Verwertung ermöglicht.

Sie wollten dieses Gespräch nicht, sondern ein Gespräch mit den Kollegen Schaden und Gollegger, was ich selbstverständlich verstanden und auf Ihren Wunsch organisiert habe. Auch bei diesem Gespräch habe ich die Zielsetzung einer abgestimmten Nutzungsfestlegung unmissverständlich deponiert.

Genauso unmissverständlich habe ich deponiert, dass nicht die Architekten entscheiden, welche Nutzung, welche Veranstaltung, welche Öffentlichkeit im Zusammenhang mit dem Screen und dem Terrassendach des Hochbaus entsteht, sondern wir und dass dies eines der Hauptthemen unserer Gespräche sein muss und dass darüber hinaus auch eine zivilrechtliche Vereinbarung zwischen BIG und Festspielen und Stadt bezüglich solcher Veranstaltungen Thema der Gespräche sein wird.

Endgültig auf die Palme bringt mich Ihre indirekte Behauptung und direkte Unterstellung gegen Ende des Briefes, Sie wären bisher nicht ausreichend in den Planungsprozess einbezogen worden und würden dies jetzt ebenfalls nicht, indem Sie schreiben „Wir bitten Sie vor allem dafür Sorge zu tragen, dass die Festspiele in den Planungsprozess einbezogen werden. Wie wir hören finden laufend Sitzungen ohne einen Vertreter des Festspielfonds statt.“

Dazu halte ich abermals fest: Die Festspiele waren von Beginn an lückenlos, vom Workshop-Prozess angefangen über die Vorbereitung, Erstellung und Abstimmung der Ausschreibungsunterlagen für den Wettbewerb, bis zu den Jurysitzungen und der Juryentscheidung, die nicht nur einstimmig ausgefallen ist, sondern auch vom Vertreter der Festspiele gutgeheißen wurde, in alle bisherigen Aktivitäten eingebunden.

Die Überarbeitungsempfehlungen, das Hinterfragen der endgültigen Nutzung, gerade in Hinblick auf die Festspiele, der weitere Prozess etc. wurden in der Jury speziell von mir und auch DDr. Schwaighofer thematisiert und ebenfalls einhellig festgehalten.

Das allererste Gespräch nach der Juryentscheidung war, wie gesagt, ausschließlich mit Ihnen und der BIG vorgesehen und sollte in erster Linie der Frage der Nutzung gewidmet sein.

Darauf folgend als zweiter Schritt die Konstituierung und Einberufung der mehrfach genannten Arbeitsgruppe, selbstverständlich und unbestritten unter Beteiligung Festspiele und Festspielfonds.

Das ist bei Ihnen im Hause seit nunmehr mindestens sechs Wochen aufgrund unserer Terminnachfragen bekannt, ich konnte bis heute von Ihrem Sekretariat, Frau Präsidentin, keine Zusage über Ihre Teilnahme erhalten.

Es gibt weder laufend, noch einzeln Sitzungen. Es gab die interne Präsentation des Wettbewerbsergebnisses für die Dienststellen des Magistrates, es gab die Informations- und Diskussionsveranstaltung im Schüttkasten und es gab ebenfalls ausschließlich zur Information über das Wettbewerbsergebnis, eben ein Informationsgespräch beim Bundesdenkmalamt in Salzburg, an dem ich gebeten wurde teilzunehmen.

Abschließend will ich deshalb nochmals festhalten, dass die Einbindung der Salzburger Festspiele in den bisherigen, laufenden und kommenden Planungsprozess für mich nicht nur ein Anliegen, sondern eine Selbstverständlichkeit ist.

Ebenso, dass der Max-Reinhardt-Platz als Foyer der Festspiele und enorm wichtiger Ort für die Salzburger, ihre Gäste und die Altstadt möglichst rasch, möglichst noch vor oder im Mozartjahr 2006 eine Neugestaltung erfährt, die seiner Bedeutung gerecht wird.

Wenn wir daran nicht konzentriert und konsequent arbeiten und dieses Ziel gemeinsam verfolgen, wage ich zu prophezeien, dass er bleibt wie er ist und wieder einmal eine engagierte Initiative nicht mehr wird als Papier in einer Schublade.

Darum ersuche ich Sie und verbleibe für heute

mit besten Grüßen

Johann Padutsch

Kopie ergeht an:

  • Herrn Dr. Heinz Schaden
  • Herrn DDr. Karl Gollegger
  • Herrn Mag. Siegfried Mitterdorfer
  • Herrn Ing. Dr. Josef Huber
  • Alle Medien
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