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Furtwänglergarten

20.02.2008Kultur: Kulturprojekte

Die Diskussion um Anselm Kiefers Werk im Furtwänglergarten verkommt zunehmend zur Bilderstürmerei.

Die Haltung der ÖVP ist beschämend, charakterlos und angesichts ihrer Rolle beim Aufstellen des Kunstwerkes verlogen und ohne jegliches Rückgrat.

Die Bürgerliste fordert: Diskussion offen und vorbehaltlos führen, aber auf einem angemessenen Niveau.

Im Sommer 2002 staunte nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch ein Großteil der PolitikerInnen der Stadt Salzburg, als quasi über Nacht ein Kubus aus Betonsteinen im Furtwänglergarten sozusagen vom Himmel gefallen war.

Karl Gollegger, Spitzenmann der ÖVP und Vizebürgermeister der Stadt, hatte als Präsident der Salzburg Foundation das Kunstwerk von Anselm Kiefer im Furtwänglergarten aufstellen lassen und als Ressortverantwortlicher für die Baubehörde am 13.06.2002, die befristete Baubewilligung dafür erteilt.

Das kann man nun als Pioniertat für die Kunst oder als Zwangsbeglückung mit einem ungewollten Bauwerk deuten, jedenfalls ist es Tatsache.

Seine Aussagen, wonach dies ohnedies nur für 3 Jahre vorgesehen wäre, entpuppten sich kurze Zeit später als völlig haltlos, weil das Konzept der Salzburg Foundation immer von einer mindestens 10-jährigen Aufstellungsdauer ausgegangen ist.

Gollegger verließ bekanntlich im Dezember 2004 die Politik. Stadtrat Padutsch, sein Nachfolger als Ressortchef der Baubehörde, hatte ihn im Frühjahr 2005 nur mühsam davon überzeugen können, dass die Salzburg Foundation die beantragte (und rechtlich mögliche) Verlängerung der Baubewilligung von 5 Jahren zumindest auf 3 Jahre einschränkt, damit im Zuge der Neugestaltung Max-Reinhardt-Platz/Furtwänglergarten eine offene Diskussion für das Kunstwerk und über den Aufstellungsort geführt werden kann.

Bei der Ausschreibung des Wettbewerbes zur Neugestaltung Max-Reinhardt-Platz, war die Beibehaltung des Kiefer-Pavillons nicht vorgesehen und es war wieder der ÖVP-Vizebürgermeister Gollegger (damals noch im Amt), der nach Durchführung des Wettbewerbes darauf bestanden hat, den Kiefer-Pavillon im Zuge der Umgestaltung des Furtwänglergartens zu berücksichtigen und beizubehalten.

Aber auch in jüngster Zeit war es die ÖVP, die die Bemühungen von Stadtrat Padutsch, einen neuen angemessenen Standort für das Kunstwerk zu finden, behindert bzw. torpediert hat.

Jüngst erst im letzten Jahr in Person von Frau Gemeinderätin Dr. Elisabeth Werner, die unseren Vorschlag, die Aufstellung des Kunstwerkes im Hof des Toskanatraktes, als Alternative zum jetzigen Standort, ernsthaft anzugehen, von vornherein abgewürgt hat, indem sie als Vizerektorin dies für die Universität entschieden zurückgewiesen hat.

Und jetzt stellt sich der neue Spitzenmann der ÖVP und Nachfolger Golleggers, Vzbgm. Preuner her und versucht, mit der Ablehnung des Pavillons im Furtwänglergarten, parteipolitisches Kleingeld zu machen, bei einem Kunstwerk, das nur durch den geschilderten einsamen Alleingang der Stadt-ÖVP überhaupt existiert!

Polemisch formuliert: Die ÖVP hat uns das Ganze nicht nur eingebrockt, sondern will jetzt auch noch parteipolitische Vorteile daraus ziehen. Das ist, gelinde gesagt, schäbig, feig und rückgratlos.

Aber auch ansonsten entgleist die Diskussion zur Bilderstürmerei.

Wenn etwa der ORF in seiner Frage zum Tag nur mehr die Meinung zum „Kunstwerk“ Pavillon abfragt und nicht mit einem Wort das eigentliche Kunstwerk (die beiden gegenüberliegenden, Ingeborg Bachmann gewidmeten Kunstwerke, im Wechselspiel mit dem Innenraum des Pavillons) nicht einmal mehr erwähnt, dann ist es wohl an der Zeit, ein anderes Niveau in die Diskussion zu bringen.

Aus meiner Sicht - und das habe ich mit meinen Aktivitäten mehr als einmal dokumentiert - kann man ja tatsächlich die Verträglichkeit des gemauerten Kubus, seiner Proportionen, seiner rigiden Erscheinung im Furtwänglergarten in Frage stellen!

Man muss aber, alleine schon aus Respekt vor dem Künstler Anselm Kiefer, dessen Schaffen insgesamt unbestritten auf höchstem Niveau ist, aus Respekt vor Ingeborg Bachmann, ihrem Leben und ihrer Geschichte und im Sinne einer angemessenen niveauvollen Diskussion über Kunst und Kultur im öffentlichen Raum, in diesem Zusammenhang wohl zumindest das Gesamtwerk diskutieren und nicht seine Außenhaut.

Ich werde deshalb in Abstimmung mit der Salzburg Foundation eine öffentliche Diskussion zum Kunstwerk insgesamt und nicht nur zu seiner Außenhaut und zum Standort Furtwänglergarten organisieren.

Im Vorfeld dieser Diskussion ist es notwendig, das Kiefer-Kunstwerk zu öffnen und mit organisierten Führungen der Bevölkerung anzubieten, sich ein Bild vom Gesamten und nicht nur von der Außenhaut zu machen. Auch dies wird in Abstimmung mit der Foundation geschehen.

Die Diskussion soll sowohl mit Menschen, die im Bereich der Kunst und Kultur versiert sind, als auch mit der Bevölkerung geführt werden. Sowohl zum Thema Kunstwerk, als auch zum Thema Standort und sie kann nur dann erfolgreich sein, wenn sie nicht mit parteipolitischem Kalkül geführt wird, sondern mit dem Ziel einer gemeinsam getragenen Lösung.

Kollegen Preuner und der Stadt-ÖVP sei ins Stammbuch geschrieben, dass man sich von der eigenen Verantwortung und den eigenen Handlungen nicht einfach drücken kann und gerade als Politiker die Verpflichtung hat, offen und der Sache verpflichtet zu handeln und nicht nach offensichtlich populistischem und parteitaktischem Kalkül.

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