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Musterlinie 15

26.06.2003Planung: Verkehr

Stellungnahme von Johann Padutsch zum Artikel in der Kronen Zeitung vom 26.6.03.

Schreiben an die Salzburg AG

zH. Herrn Dr. Arno Gasteiger:

Betrifft: Artikel in der Kronen Zeitung zur Musterlinie 15

Lieber Arno Gasteiger!

Wenn ich in den nächsten Zeilen etwas verärgert wirke, beziehe das bitte nicht auf Dich persönlich, aber ich bin es mehr als leid gute und wichtige Projekte für den Öffentlichen Verkehr zu initiieren, durchzusetzen und einen Großteil der Finanzierung durch die Stadt zu sichern, um anschließend als Stadtplanung durch den Kakao gezogen zu werden, weil in der Umsetzung von den dafür Verantwortlichen Mist gebaut wird.

Wie ich erfahren habe, wird es seitens der Salzburg AG keine Reaktion auf den Krone-Artikel geben, obwohl die Projektleitung ausschließlich durch die Salzburg AG erfolgt und bei der Übergabe dieser Projektleitung vertraglich definitiv festgeschrieben wurde „…, dass alle Maßnahmen planerisch, organisatorisch und zeitlich abgestimmt und umgesetzt werden.“

Dies ist ganz offensichtlich nicht geschehen, wie könnte es sonst sein, dass die Ampelanlagen montiert sind, aber die dazu notwendigen Ansteuerungen in den Bussen nicht. Dazu möchte ich noch anmerken, dass diese ursprünglich von der Salzburg AG finanziert werden sollten, was wiederum mehr neue Ampelanlagen ermöglicht hätte.

Ich lege Dir eine in aller Eile und nach bestem Wissen und Gewissen erstellte Stellungnahme der Stadtentwicklung bei und muss Dich dringend ersuchen, nach dem Rechten zu sehen, damit dieses so wichtige Projekt nicht weiter in die negativen Schlagzeilen kommt.

Stellungnahme der Magistratsabteilung 9 – Stadtentwicklung und Verkehr:

Betrifft: Buslinie 15 – Titelseite der Kronen Zeitung vom 26.6.2003

  • Titel: „2 Millionen mit Buslinie verjuxt“.
  • „Chaos statt Beschleunigung für die Stadtbuslinie“.
  • „12 neue Ampeln aufgestellt, die nicht gesteuert werden können, weil Bussen der Funk fehlt“.
  • „2 Millionen Euro verpulvert: Musterlinie 15 ist k.o.“

Grundsätzliches zur Vorbereitung und zum bisherigen Ablauf:

    • Auswahl derLinie 15 als Musterlinie:
      Die Auswahl erfolgte nach einem einjährigen Vorbereitungsprozesses im Steuerungsgremium ÖPNV der Stadt Salzburg, in den der Stadtbus sowie alle Verkehrssprecher der politischen Parteien sowie der Salzburger Verkehrsverbund eingebunden waren. Begründung: Hier wurde das größte Verbesserungspotential gesehen.
    • Erstellung des Amtsberichtes zur Linie 15 durch die MA 9/00 – Raumplanung und Verkehr und Beschluß durch den Gemeinderat am 7.2.2001. Gesamtsumme: 30 Mio.ATS, davon ca. 50 % für bauliche Maßnahmen, Haltestellen und Fahrgastinformation und 50 % für die Einrichtung von Verkehrslichtsignalanlagen. Diese Summe war von vornherein ausschließlich als Anschubfinanzierung gedacht und nicht als Vollausstattung. Mit diesem Betrag für die VLSA war von vornherein klar, dass nur ein Teil, nämlich nur 11 der insgesamt 28 betroffenen VLSA für die Linie 15 neu hergestellt werden konnten.
    • Übereinkommen zwischen der Stadtgemeinde Salzburg und der Salzburg AG über Verbesserungsmaßnahmen für den öffentlichen Personennahverkehr auf der Linie 15 am 4.2.2002.

Hier wird u.a. die Salzburg AG beauftragt, Maßnahmen bei den VSLA der Stadt Salzburg für die Beschleunigung des Verkehrsflusses durchzuführen bzw. durchführen zu lassen. Geamtsumme: 28.6 Mio. ATS bzw. 2,08 Mio. €

  • Aus dem nur für VLSA vorgesehenen Budget sind im Übereinkommen, basierend auf dem Amtsbericht der MD vom 23.1.2002 noch Kosten für die Funkeinrichtungen (Busse usw.) eingerechnet worden, sodass sich die Gesamtsumme für die VLSA Anlagen noch verringert hat.
  • Auswahl und Vergabe an die Fa. PTV zur Durchführung der Planung der Verkehrslichtsignalanlagen.
  • Dass eine Steuerung im Zentrum aufgrund der geringen Bus-Geschwindigkeiten wichtiger wäre liegt auf der Hand. Nur hier sind alle Linien betroffen und eine Verbesserung für die Linie 15 wäre nicht so signifikant ablesbar.

Außerdem wird niemand ein so komplexes Projekt mit dem schwierigsten Teil beginnen, sondern dort Erfahrung sammeln wo es für speziell dieses Projekt am besten ist.

  • Ausführung und Projektmanagment durch die Salzburg AG.

Gemäß Übereinkommen zwischen der Stadtgemeinde Salzburg und der Salzburg AG hat sich die Stadt Salzburg bereit erklärt, die entsprechenden finanziellen Mittel der Salzburg AG für:

„Aus-, Um- und/oder Neubau von Haltestellen, für die Errichtung von Stelen mit Fahrgastinformationen sowie für die Untersuchung der Fahrzeitverkürzungen auf Grund des Einbaues von modernen Verkehrssignalanlagen und die Erstellung der dafür notwendigen Ausschreibungsunterlagen einschließlich der Beschaffung und Errichtung des dazugehörigen Funksystems mit den zugehörigen Komponenten in den Bussen und die Sendeanlage zu Gunsten des öffentlichen Verkehrs „zu übertragen“.

Weiters wurde die Salzburg AG mit der Projektleitung zur Umsetzung des Projektes beauftragt.

  • Dazu: „ Die Vertragspartner kommen überein, dass alle Maßnahmen planerisch, organisatorisch und zeitlich gemeinsam aufeinander abgestimmt und umgesetzt werden.“
  • Projektleitung durch die Salzburg AG: Dipl.-Ing. Alfred Wolf

Entgegnung zu dem Artikel der Salzburger Kronen Zeitung vom 26.6.2003:

  1. Als „verpulvert“ im Sinne von Verloren – wie bei einem Feuerwerk – ist unter Betrachtung des gesamten Projektes aus der Sicht der Verkehrsplanung kein einziger Steuer-Euro worden.
  2. Von einem „Reinfall“, wie das „Beschleunigungsprogramm“ im Artikel genannt wird, kann keine Rede sein.Es werden hier keine „Mogelpackungen verkauft“, sondern es handelt sich hier um eine Mischung aus Problemen, sie sich summiert haben aus;
    - unprofessioneller Projektsteuerung und schlechte Koordinierung innerhalb der Salzburg AG.
    - die Finanzierung nur für 11 statt 28 VLSA gesichert ist.
    - der Tatsache, dass noch nicht alle technischen Komponenten zur Verfügung stehen (Funkeinrichtungen für    Busse kommen erst im Herbst)- dem Faktum, dass die Testphase noch nicht abgeschlossen ist.
    - dass seitens der Projektleitung der Salzburg AG überhaupt keine Öffentlichkeitsarbeit zur technischen Umstellung der Linie 15 durchgeführt wurde (wie bei der Stadt für derartige Projekte üblich)
  3. Als „verbockt“ kann höchstens die Arbeit der Projektleitung gesehen werden, die, wie bereits angeführt“ nicht bei der Stadt, sondern ausschließlich bei der Salzburg AG liegt.Bei einem professionellen Projektmanagment sollten die Pannen, wie sie im Artikel beschrieben werden, im wesentlichen nicht auftreten.
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