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Mängel im SH Nonntal

04.06.2008Soziales: SeniorInnen und Generationen

Ausstattungsmangel im SH Nonntal. Fehlende barrierefreie Bäder erschweren den Alltag.

Die Kontaktaufnahme eines Bewohners des Seniorenheims Nonntal mit der Bürgerliste hat Erstaunliches zu Tage gebracht:

Im Seniorenheim Nonntal mangelt es massiv an barrierefreier Ausstattung der Wohneinheiten, vor allem der Sanitärräume.Von den insgesamt 172 Wohneinheiten verfügen nur 8 Wohneinheiten über ein behindertengerechtes Bad/Toilette. Davon betroffen sind 197 BewohnerInnen, davon sind 104 gehbehindert oder sturzgefährdet. Sie müssen sich mit anderen BewohnerInnen 16 behindertengerechte Bäder teilen. Sie verfügen über keine eigene behindertengerechte Toilette.

„Ich bin einfach sprachlos. Eine behindertengerechte Ausstattung von Seniorenheimen sollte selbstverständlich sein. Mit der vorgefundenen Situation im Seniorenheim Nonntal habe ich niemals gerechnet.“ so Sonja Schiff, SeniorInnensprecherin der Bürgerliste. „Ich fordere nun einen Bericht, Budget und einen Zeitplan für die sukzessive Adaptierung des Seniorenheims.“

Anfang 2008 nahm ein Bewohner des Seniorenheims Nonntal mit der Bürgerliste Kontakt auf mit der Bitte seine ordnungsgemäße Unterbringung zu überprüfen. Beim Lokalaugenschein stellte Gemeinderätin Schiff fest, dass der Mann trotz Gehbehinderung im Haus C (hinter dem Seniorenheim Nonntal) lebte und sich mit 2 anderen BewohnerInnen WC und eine nicht behindertengerechte Dusche teilen musste. Sonja Schiff nahm darauf Kontakt auf mit der Heimleitung des Hauses und wies darauf hin, dass der Mann falsch untergebracht war und dringend ein Zimmer direkt im Seniorenheim bräuchte mit einer behindertengerechten Dusche und WC – in der Meinung, dass die Zimmer des Heimes auch mit solchen ausgestattet sind. Wie sich herausstellte ein Trugschluss.

Eine Anfragebeantwortung von Vizebürgermeister Huber zeigt nun folgendes Bild: Im Seniorenheim Nonntal leben insgesamt 262 BewohnerInnen in 172 Wohneinheiten. Nur 8 Wohneinheiten verfügen über einen behindertengerechten Sanitärraum mit behindertengerechtem Zugang zu Dusche und Toilette. Alle anderen Wohneinheiten haben Bäder mit Badewannen, die aufgrund der Unmöglichkeit sie zu nützen von den meisten BewohnerInnen als Stauraum verwendet werden.

Betroffen sind 197 BewohnerInnen, 104 davon sind gehbehindert oder sturzgefährdet und können ihr Bad aus diesem Grund nicht nutzen. Sie teilen sich 16 gemeinschaftliche behindertengerechte Bäder. Da auch die Wohneinheiten selbst Mängel in der Barrierefreiheit zeigen, kommen andere Schwierigkeiten dazu, etwa dass sich Türen falsch öffnen oder Toiletten gar nicht oder nur mit hohem Aufwand mit Rollstuhl/ Gehhilfen erreichbar sind.

„Die MitarbeiterInnen im Seniorenheim Nonntal leisten großartige Arbeit, das hat auch die Qualitätseinschau des Landes gezeigt, aber die mangelhafte bauliche Ausstattung erschwert BewohnerInnen und Personal massiv den Alltag.“ berichtet Schiff.

So werden BewohnerInnen in ihrer Selbständigkeit eingeschränkt. Sie müssen sich „anstellen“ für ihre Körperpflege, sich zeitlich anpassen, sie verlieren Intimsphäre und Autonomie. Das Pflegepersonal muss täglich im hohen Ausmaß logistische Arbeit leisten und weite Wege zurücklegen, um jedem Bewohner Körperpflege zukommen lassen zu können. Sie müssen aufgrund der baulichen Mängel mehr Hilfestellung geben als notwendig wäre. Und sie können, wie auch im Qualitätseinschaubericht des Landes festgehalten, aufgrund der baulichen Gegebenheiten nicht die Selbständigkeit der BewohnerInnen bei der Ausscheidung angemessen fördern – das bedeutet BewohnerInnen, die eigentlich noch die Toilette benützen könnten, müssen Leibstühle (Zimmertoiletten) benützen oder Inkontinenzhosen tragen.

Auch 2009 sind im Seniorenheim Nonntal keine Strukturverbesserungen geplant, sondern nur Erhaltungsmaßnahmen. Von den ursprünglich von der SIG (Salzburger Immobiliengesellschaft) budgetierten 1,2 Millionen Euro, finden sich im aktuellen Budgetentwurf für das Seniorenheim Nonntal nur rund 350.000 Euro. „Im 15 jährigen Sanierungsprogramm der städtischen Heime hat man sichtlich auf das Seniorenheim Nonntal vergessen.“ so Schiff. Sie fordert nun die veranschlagten 1,2 Millionen Euro und einen Zeitplan für die Adaptierungen der Wohneinheiten im Seniorenheim Nonntal.

„In spätestens 5 Jahren müssen alle Zimmer barrierefreie Bäder haben. Jedes Zimmer, das frei wird, muss umgebaut werden und darf erst danach wieder vergeben werden“, so Schiff zu einer möglichen Strategie.

Für Rückfragen: Sonja Schiff, Tel: 0669-120 145 08

Zugehöriger Antrag

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