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Baumuntersuchung abgeschlossen

22.09.2003Natur und Umwelt

Gesamtstädtische Baumuntersuchung abgeschlossen. Mehr als 17.900 städtische Bäume wurden überprüft. Für 20% der Bäume wurden Maßnahmen empfohlen. Nur 362 Baumfällungen sind erforderlich.

Die Magistratsabteilung 1/01 – Amt für Umweltschutz - ist für den städtischen Baumbestand auf allen öffentlichen Liegenschaften der Stadt Salzburg mit seinen mehr als 17.000 Bäumen verantwortlich.

Durch den in den letzten Jahren vorgenommenen Personalabbau und die große Anzahl von Bäumen ist eine jährlich wiederkehrende Überprüfung des Gesundheitszustandes aller Bäume nicht möglich.

Die durchgeführten Kontrollen in den letzten Jahren brachten immer wieder Hiobsbotschaften, die da lauteten „hier müssen etliche Bäume gefällt werden und da müssen etliche Bäume gefällt werden, weil die Standsicherheit nicht mehr gegeben ist“.

Das kurzfristige Reagieren auf derartige Feststellungen, ohne Überblick auf den gesamten Gesundheitszustand des Baumbestandes hat Stadtat Padutsch dazu veranlasst, eine Gesamterhebung durchführen zu lassen.

Im Frühjahr 2003 wurde eine entsprechende Ausschreibung zur Überprüfung der Standsicherheit der städtischen Bäume vorgenommen und ist die Firma TreeConsult Brudi & Partner als Billigstbieter daraus hervorgegangen.

Von Mitte Juli bis Anfang September 2003 wurde die Untersuchung durchgeführt und brachte folgendes

Ergebnis:

Aufgrund der erstmalig durchgeführten flächendeckenden Überprüfung wurde festgestellt, dass der gesamte städtische Baumbestand höher ist als angenommen und derzeit mehr als 17.900 Bäume umfasst.

Die Untersuchung wurde auftragsgemäß visuell durchgeführt und vor Ort Maßnahmen festgelegt, die geeignet sind die Verkehrssicherheit der Bäume wieder herzustellen. Diese Maßnahmen sind in drei Gruppen gegliedert und zwar:

  • Totholzentfernung
  • Kroneneinkürzungen und
  • Fällungen

Zur besseren Auffindbarkeit der Bäume im Gelände wurden diese mit färbigen Nummern markiert und zwar

  • gelb für Totholzentfernung
  • grün für Kroneneinkürzung
  • rot für Fällungen und
  • rot mit grünem Unterstrich für Empfehlung einer eingehenden Untersuchung.

In den Maßnahmenempfehlungen für die einzelnen Bäume wurden artspezifische biologische (z.B. Wüchsigkeit, Abschottungsfähigkeit, Standortbedingungen) und standortspezifische Faktoren (z.B. Verkehrsfrequenz, Nähe zu Straßenverkehr und Spielgeräten) einbezogen, bei den Fällungsempfehlungen wurde auch der Fällungsgrund angegeben.

Darüber hinaus wurden auch Prioritäten hinsichtlich der Ausführung der empfohlenen Maßnahmen abgegeben, die sich in

  • höchste Priorität = Maßnahmen, die innerhalb der nächsten Tage erforderlich sind (akuter Gefahrenbaum)
  • hohe Priorität = Maßnahmen, die innerhalb der nächsten 12 Monate erforderlich sind (potentieller Gefahrenbaum)
  • mittlere Priorität = Maßnahmen, die innerhalb der nächsten 3 Jahre erforderlich sind und
  • geringe Priorität = Maßnahmen, die innerhalb der nächsten 5-8 Jahre erforderlich sind

gliedern.

Insgesamt wurden für 3572 Bäume Maßnahmen empfohlen, die sich auf die drei Maßnahmenempfehlungen wie folgt aufteilen:

  • 2378 Totholzentnahmen
  • 832 Kroneneinkürzungen, davon 15 Kronensicherungsschnitte und 231 massive Kroneneinkürzungen von mehr als 15% und
  • 362 Fällungen.

Das bedeutet, dass etwa 20% des Baumbestandes im Sinne der Verkehrssicherungspflicht nachgearbeitet werden müssen.

Die Totholzentnahmen und Kroneneinkürzungen sind reine baumpflegerische Maßnahmen, die von der Bevölkerung meist widerspruchslos zur Kenntnis genommen werden, nicht so jedoch bei den Baumfällungen.

Die auf den ersten Blick hohe Anzahl (362 = 2%) von Baumfällungen relativiert sich schnell, wenn der Einzelfall betrachtet wird. Zumeist handelt es sich dabei um absterbende bzw. bereits abgestorbene Bäume und nur in seltenen Fällen um verkehrssicherheitsrelevante Gründe und zeugt von einem Pflegedefizit in den letzten 10 bis 15 Jahren.

Weitere Vorgangsweise:

Aus der Untersuchung werden nun jene begutachteten Gebiete herausgesucht, in denen Maßnahmen mit der höchsten Priorität überwiegen.

Aus arbeitsökonomischen Gründen sollen dabei gleichzeitig auch jene Maßnahmen in diesem Gebiet durchgeführt werden, welche niedrigere Prioritätsstufen aufweisen.

Dies hat den Vorteil, dass damit die einzelnen Bereiche zur Gänze abgearbeitet sind und nicht zu einem späteren Zeitpunkt die nicht so prioritären Maßnahmen nochmals zu bearbeiten sind.

Aufgrund der geringen Personalressourcen können die höchst eingestuften prioritären Maßnahmen ohnehin nicht vom Amt alleine ausgeführt werden und werden hiezu Fremdvergaben erforderlich.

Dabei können auch jene empfohlenen Maßnahmen mit geringer Priorität und zusätzlich weitergehende pflegerische Maßnahmen vergeben und durchgeführt werden.

Ziel ist, dass jedenfalls bis Ende 2004 alle empfohlenen Maßnahmen der höchsten Prioritätenstufe abgearbeitet sind, da die Gewährleistung der Firma Brudi & Partner für die empfohlenen verkehrssichernden Maßnahmen nach einem Jahr ausläuft.

  • Baumpflegercoaching
  • Fortbildung Baumpflegetrupp
  • Jungbaumpflege
  • Seminar für Westösterreich Baumpflege/Baumforschung
  • Ausstellung zur Bewußtseinsbildung

Inwieweit der trockene Sommer 2003 sich auf den Baumbestand ausgewirkt hat, wird erst nächstes Jahr sichtbar, deshalb muss 2004 eine neuerliche Überprüfung durchgeführt werden.

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