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Hauskrankenpflege

20.12.2007Soziales: SeniorInnen und Generationen

Mangelnde Unterstützung für Pflegende Angehörige. Wie pflegende Angehörige für ihre gratis erbrachte Pflegearbeit "bestraft" statt unterstützt werden.

Soziale Dienste, also Hauskrankenpflege oder Haushilfe sind in Salzburg oft nicht leistbar, vor allem wenn pflegende Angehörige im selben Haushalt leben und ein eigenes Einkommen haben.

Denn für die Berechnung der Eigenleistung für soziale Dienste wird in diesem Fall nicht etwa das Einkommen und Pflegegeld des Pflegebedürftigen herangezogen. Nein, es wird das Haushaltseinkommen herangezogen. Und das verschlechtert die finanzielle Situation der Familien erheblich.

Beispiel 1:

Eine Mindestpensionistin mit Pflegestufe 3 (€ 421,80) wird nach einem Schlaganfall von der Vollzeit als Verkäuferin tätigen Tochter (Gehalt 1.100 Euro netto) betreut.

12 Stunden im Monat helfen soziale Dienste (Hauskrankenpflege, Haushilfe), eine Aufstockung der Stunden auf 20 Stunden wäre notwendig, da die Tochter sich massiv überlastet fühlt.

Da pflegende Tochter und pflegebedürftige Mutter in einem Haushalt leben, würde die zusätzliche Hilfe das Pflegegeld überschreiten. Zudem sind laufende Kosten für Therapien, Inkontinenzmaterial, Pflegematerial, Nachbarschaftshilfe vorhanden. Die Tochter müsste zur Pflege der Mutter massiv dazu zahlen und das kann sie sich nicht leisten.

Beispiel 2:

Mann (80 Jahre) mit Pflegestufe 4 (€ 632,70), erkrankt an Morbus Parkinson und beginnender Demenz, wird von Gattin (62 Jahre), Pensionistin betreut.

Derzeit kauft sie von Montag bis Freitag 1 Stunde, das sind 20 Stunden monatlich, Pflege zu. Sie würde gerne die Pflege auf das Wochenende ausdehnen, das wären 30 Stunden monatlich.

Da die pflegende Gattin und der pflegebedürftiger Mann in einem Haushalt leben, verbrauchen die Ausgaben für die sozialen Dienste schon jetzt mehr als das Pflegegeld.

Eine zusätzliche Hilfe würde das Pflegegeld massiv überschreiten. Zu den Kosten der sozialen Dienste hat das Ehepaar laufende Kosten für Therapien, Inkontinenzmaterial, Pflegematerial, Nachbarschaftshilfe.

Die Gattin muss schon heute zur Pflege des Mannes massiv dazu zahlen, eine Erhöhung der Hilfe kann sie sich auf keinen Fall leisten.

Beispiel 3:

Situation wie oben, entfernter Verwandter pflegt, Angehöriger macht Druck, droht an die Medien zu gehen. Folge: Einkommen des pflegenden entfernten Verwandten wird aus der Berechnung herausgenommen.

FAZIT:

Pflegende Angehörige werden dafür, dass sie durch ihre freiwillige Leistung das Sozial- und Pflegesystem massiv entlasten, mit dieser derzeit gültigen Regelung das Haushaltseinkommen zur Berechnung der Eigenleistung sozialer Dienste heranzuziehen, zusätzlich finanziell belastet.

Angehörige erleben das als ungerecht und meinen: Jetzt mach ich die ganze Arbeit und dann kann ich noch einen Teil meines Einkommens hergeben!

Nicht herangezogen wird das Haushaltseinkommen, wenn Angehörige sich massiv wehren und mit Öffentlichkeit drohen. Der Umgang mit dem Thema ist damit der Willkür der Beamten ausgesetzt.

Die Senioresprecherin der Bürgerliste/ Sonja Schiff, fordert daher dass für die Berechnung der Eigenleistung der Soziale Dienste ab sofort nur noch das Einkommen und Pflegegeld des Pflegebedürftigen herangezogen werden darf. Eine entsprechende Änderung im Sozialhilfegesetz ist vorzunehmen.

„Angehörige müsste man ja für ihre Arbeit eigentlich belohnen. Wenn das schon nicht geht, dann darf man sie wenigstens nicht bestrafen, sondern ihnen den Zugang zu sozialen Diensten erleichtern.“

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