RSS
f
Startseite > Presse > Kindesmissbrauch
Quadratisches Logo der Bürgerliste Salzburg mit HintergrundLogo Bürgerliste - Die Grünen in der Stadt

Kindesmissbrauch

25.09.2003Demokratie: Menschenrechte

FPÖ-Watchlist-Vorschlag löst keine Probleme.Bürgerliste fordert Versachlichung der Diskussion.

Der heutige Vorschlag der FPÖ-Vorsitzenden Tazl beweist einmal mehr, dass sie offensichtlich mit billigster Polemik Wahlkampf führt, statt zu sachlichen Lösungen beizutragen.

Die Fakten sind klar gesichert:

Wissenschaftlich gesichert gilt heute durch zahlreiche Untersuchungen in Amerika und Europa: Jedes 3./4. Mädchen und jeder 7./8. Junge wird sexuell missbraucht (bei Mädchen und Jungen mit Behinderungen sind es schon mehr als die Hälfte).

  • Entsprechend der unterschiedlichen Einschätzung über die Höhe der Dunkelziffer gehen ExpertInnen davon aus, dass jährlich schätzungsweise 80.000 bis 300.000 Kinder in Deutschland sexuell missbraucht werden.
  • Die Täter und Täterinnen kommen zu über 90 % aus dem sozialen Nahbereich der Opfer! Väter, Stiefväter, Brüder, Lehrer, Pfarrer, Mütter, Onkel, Babysitter, Freunde der Großeltern, Großväter, Tanten, Trainer, Erzieherinnen, Therapeuten, Nachbarn, Ärzte - sprich unauffällige und "anständige" Bürger und Bürgerinnenn missbrauchen Kinder und Jugendliche.
  • Ca. 80-90 % der Täter sind Männer und ca. 10-20 % sind Frauen.
  • Ca. 1/3 aller Delikte gegen die sexuelle Selbstbestimmung von Mädchen und Jungen werden vorwiegend von männlichen Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren verübt.
  • TäterInnen haben in der Regel im Laufe ihres Lebens viele Opfer, die sie missbrauchen: 10, 20, 40, 100, 300 und mehr, sehr häufig mehrere Mädchen und Jungen gleichzeitig. Dabei können die Opfer die eigenen Kinder sein, aus dem außerfamiliären Nahbereich kommen oder aus dem beruflichen Umfeld des Täters. Einige Täter engagieren sich gezielt ehrenamtlich z.B. als Jugendgruppenleiter, Sporttrainer oder suchen sich Berufe, in denen sie leichten Zugang zu Kindern und Jugendlichen haben (z.B. Lehrer, Kindertherapeut). Andere wiederum gehen gezielt Beziehungen mit alleinerziehenden Frauen ein.
  • Die Taten haben in der Regel Wiederholungscharakter und erstrecken sich oft über Monate und Jahre.
  • Von den zur Anzeige gebrachten Fällen führen nur etwa 10 % zu einer gerichtlichen Hauptverhandlung. Davon wiederum enden nur ca 10% mit einem Schuldspruch des Täters, der nur in weiteren 10 % in einer freiheitsentziehenden Maßnahme endet. Die übrigen 90 % werden mit einer Geld- oder Bewährungsstrafe belegt.
  • Betroffene von sexueller Gewalt sind Kinder aller sozialer Schichten und aller Altersgruppen, auch Kleinkinder und Säuglinge.
  • Mit den Folgen des Missbrauchs, haben die Betroffenen oft ein Leben lang zu kämpfen. Auch wenn sie immer schon darunter litten, wird vielen erst im fortgeschrittenen Alter bewusst, was in ihrer Kindheit geschehen ist.
  • Aus der Beratungspraxis ist bekannt, dass ein Kind bis zu 7 Personen ansprechen muss, bevor ihr/ihm geholfen wird.
  • 3 von 4 Psychatrie-Patientinnen und 9 von 10 Prostituierten sind als Kind sexuell missbraucht worden.

(Quelle und weiter Zahlen und Fakten: Hamburger Initiative gegen sexuelle Gewalt an Kindern).

Wie soll eine Watchlist vor diesem Hintergrund Kindesmissbrauch verhindern? Damit kann nichts erreicht werden, der vermeintliche Schutz für Betroffene ist nur vorgetäuscht.

Kinder können durch Erziehung und Aufklärung einen guten Schutz vor sexuellem Missbrauch erhalten. Auch eine gute Familienatmosphäre trägt dazu bei, das Selbstvertrauen von Kindern zu stärken, um sich gegen Übergriffe zu wehren.

Statt billiger Polemik wäre eine ehrliche und offene Diskussion darüber, wo wirklich 90 % der Täter zu suchen und zu finden sind und wie diesem Faktum abgeholfen werden kann, ein wichtiger Schritt zur Vermeidung von Kindesmissbrauch.

Mehr zum Thema Missbrauch

Logo FacebookLogo TwitterLogo Google Plus
Startseite > Presse > Kindesmissbrauch
RSS
f