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Glanrenaturierung

01.04.2008Natur und Umwelt: Naturschutz

Die Stadt Salzburg bringt wieder Schwung in die Glan: In einem 1. Abschnitt werden derzeit 350 Meter Bachlauf zwischen der Hammerauer Brücke im Süden und der Glansiedlung im Norden in einen ökologisch wertvollen Lebensraum rückgeführt.

Anfang Februar 2008 startete der städtische Naturschutz, Ressort Stadtrat Johann Padutsch, mit finanzieller Rückenstärkung durch Bürgermeister Dr. Heinz Schaden das große Renaturierungs-Projekt an der Glan nördlich der Hammerauer-Brücke.

Die Baukosten betragen € 440.000,-- die Arbeiten werden bis Mai abgeschlossen sein. Der Bau der groben Gerinneführung ist mittlerweile abgeschlossen, die Form des neuen Bachbettes ist damit klar erkennbar.

Bevor nun mit den Feinarbeiten begonnen wird, stellen Bgm. Schaden und StR Padutsch gemeinsam mit den beiden Projektanten DI Georg Felber und DI Robert Gostner sowie Dr. Wolfgang Wiener (Landesumweltanwalt) und Dr. Kurt Trenka (Chef der Naturschutzabteilung des Landes) das Projekt im Detail vor.

Zur Geschichte der Glan:

Bis in die 1930er Jahre schlängelte der Glanbach ungebändigt durch das Leopoldskroner Moor. Aufgrund vieler Hochwasser wurde der Bach zwischen 1934 und 1955 in ein strenges Korsett gezwängt. Der Bachlauf wurde dabei aus landschaftsästhetischer Sicht verfremdet und durch das Fehlen jeglicher Strukturen im und am Bach ökologisch sehr stark beeinträchtigt.

Seitdem hat sich vieles geändert: Hochwasserschutz steht heute nicht mehr im Gegensatz zum Naturschutz. Für diesen ersten Abschnitt von 350 Meter kaufte die Stadt entlang der Glan einen bis zu 30 Meter breiten Grundstreifen an. Die gesamte Breite wird für einen naturnahen Bach-lauf genützt, wodurch der bereits bestehende Hochwasserschutz verbessert wird.

Zur Baugeschichte:

Am 4. Februar 2008 erfolgte der Baubeginn. Seither wurde das Bachbett auf der rechten Uferseite erweitert und ein neuer geschotterter Treppelweg hergestellt. Die flussbaulichen Maßnahmen, wie z.B. die Schaffung einer mäandrierenden Wasserlinie mit unterschiedlichen Böschungsneigungen und idealen Fischunterständen sowie Abgänge zum Flachwasserbereich werden Ende April abgeschlossen sein.

Dann werden an den Böschungen standortgerechte Gehölze gepflanzt und neue Sitzplätze geschaffen. Der gerade verlaufende Geh- und Radweg auf Walser Seite wird durch die Restrukturierung der Glan nicht verändert.

Daten zum Projekt:

  • Auftraggeberin: Stadtgemeinde Salzburg
  • Ressort Finanzen: Bürgermeister Dr. Heinz Schaden
  • Ressort Naturschutz: Stadtrat Johann Padutsch
  • Abschnitt: km 7,00 – 7,35
  • Länge: 350 lfm
  • Baukosten: 413.000 €
  • Nebenkosten: 26.000 €
  • Bauzeit: 3 Monate
  • Fertigstellung: Ende April 2008
  • Glanbachbett Bestand: 6.762 m²
  • Erweiterungsfläche: 5.235 m²
  • Restrukturierungsfläche gesamt: 1,2 ha

Nachteile des Istzustands:

  • gleichförmig gepflastertes Trapezprofil
  • keine gewässertypische Vegetation
  • wenig Tiefen- und Breitenvarianzen
  • nur zwei Fischarten (Bachforelle und Koppe)
  • reduzierte Selbstreinigungskraft
  • geringe ökologische Funktion
  • monotones Landschaftsbild
  • keine natürliche Landschaftsform
  • kein Zusammenhang zum Umland
  • geringes Erlebnispotential

Vorteile aus der Projektumsetzung:

  • Verbesserung der Gewässerstruktur
  • Entwicklung natürlicher Ausprägung und Eigendynamik
  • Erhöhung der Selbstreinigungskraft
  • Raum für Entwicklungsmöglichkeiten
  • Verbesserung der Artenvielfalt
  • bis zu 15 Fischarten
  • Aufwertung des Landschaftsbildes
  • Erhöhung des Erholungswertes
  • Entflechtung zwischen FußgängerInnen und RadfahrerInnen

Wissenschaftliche Begleitung:

  • Universität Salzburg, Naturwissenschaftliche Fakultät
  • Angelika Lumetzberger, Diplomarbeit
  • Untersuchung der wirbellosen Fauna
  • Probenahmen: Nov. 07, Mai 08, Nov. 08
  • Messung von pH-Wert, Leitfähigkeit, Temperatur
  • Auswertung von Weichtieren, Krebstieren, Insektenlarven
  • Fotodokumentation

Standortgerechte Bepflanzung:

  • 4 Stk. Alnus glutinosa (Schwarzerle)
  • 4 Stk. Betula pubescens (Moorbirke)
  • 12 Stk. Frangula alnus (Faulbaum)
  • 4 Stk. Prunus padus (Traubenkirsche)
  • 8 Stk. Salix fragilis (Bruchweide)
  • 6 Stk. Salix purpurea (Purpurweide)

Projektleitung & Medieninfo: Ing. Achim Ehrenbrandtner, städtischer Naturschutz, Tel. 8072-3162

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