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Stolpersteine

20.06.2007  /  Demokratie: Menschenrechte

Das Projekt „STOLPERSTEINE“ des deutschen Künstlers Gunter Demnig will die Erinnerung an die Vertreibung und Vernichtung der Juden, Zigeuner, politisch Verfolgten, Homosexuellen, Zeugen Jehovas und Euthanasieopfer im Nationalsozialismus lebendig erhalten.

Die Erinnerung soll durch Pflastersteine mit Gedenktafeln aus Messing vor dem letzten selbst gewählten Wohnort der Menschen passieren.

Das Projekt finanziert sich über die private Initiative in Form von Patenschaften, die Menschen für STOLPERSTEINE übernehmen.

Der Preis für einen STOLPERSTEIN liegt bei € 95,--.

„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“ (Gunter Demnig).

Der Kölner Künstler Gunter Demnig, der in den 80er Jahren als „Spurenleger“ bekannt wurde hat sich in seinen Arbeiten immer wieder mit der Thematik des Erinnerns und Bewusstmachens befasst.

„Nichts was geschieht ist folgenlos. Ich spüre den Dingen nach, möchte Spuren sichtbar machen, erhalten und damit an Dinge oder Ereignisse, die in Vergessenheit geraten, wieder erinnern und direkt sichtbar machen“ nennt der Künstler die Motivationen für seinen künstlerischen Weg.

Der Akt, Spuren zu hinterlassen, zieht sich in unterschiedlichster Form durch seine Arbeiten.

„Bei manchen Arbeiten bleiben nur die Erinnerungen, die Spur selbst wird weggewaschen. Mit den STOLPERSTEINEN wird die Erinnerung das direkte Thema – Spuren der Erinnerung“.

1993 entstand die Idee der STOLPERSTEINE, wobei die ersten verlegten Steine in Köln noch ausschließlich dem Gedenken an ermordete Roma und Sinti gewidmet waren. Das Konzept sollte jedoch bereits von Anfang an alle Opfergruppen umfassen.

Roma und Sinti, Juden, politische Opfer – Kommunisten und Sozialdemokraten, verfolgte Christen, Euthanasieopfer und Zeugen Jehovas. „Schließlich musste ja jeder, der nicht ins Menschenbild der Nationalsozialisten passte oder sich nicht einfügte, mit Repressalien, Gestapohaft, mit Folter, mit materieller oder letztlich physischer Vernichtung rechnen“ begründet der Künstler im Gespräch die ausgewählten Opfergruppen.

Die gewählte Form des personalisierten STOLPERSTEINES gibt dem Opfer seinen Namen wieder, jedes Opfer enthält einen eigenen Stein an dem seine Identität und sein Schicksal ablesbar sind. Es handelt sich dabei also um eine sehr viel konkretere Form des Gedenkens als sie beispielsweise bei Mahnmalen transportiert werden kann.

Die Steine haben eine Grundfläche von 10x10 cm und sind 10cm hoch, d. h. sie sind später 10cm tief in die Gehwege eingelassen, ohne ein tatsächliches Hindernis darzustellen. Der Text wird mit Schlagbuchstaben in 1mm starkes, halbhartes Messingblech eingeprägt und ist damit nicht mehr zu korrigieren oder zu entfernen. Die Steine werden dann fachmännisch vom Künstler in den Boden vor dem jeweiligen Haus eingefügt.

Das Projekt STOLPERSTEINE ist inzwischen in 224 Orten mit ca. 12.000 Steinen realisiert. Viele weitere Orte haben angefragt. Auch in Österreich gibt es bereits in Mödling, Braunau und St. Georgen bei Salzburg STOLPERSTEINE.

Auch in Salzburg haben sich im März 2007 u. a. über Initiative von Ingeborg Haller, Gemeinderätin der BL, Menschen zusammengefunden, um das Projekt STOLPERSTEINE in der Stadt Salzburg umzusetzen.

In Salzburg gab es zahlreiche Vertreibungen von Opfern des NS-Regimes. Ein öffentliches Erinnern und Mahnen an die Schicksale dieser Menschen sehen die VertreterInnen des Personenkomitees als wichtiges Signal.

“Die Idee des Projektes, ein dezentrales Mahnmal für die Opfer des Nazi-Terrors zu schaffen, ermöglicht erstmals ein öffentliches Erinnern an die Schicksale dieser Menschen" ist Ingeborg Haller von der Wichtigkeit der Umsetzung des Projektes überzeugt.

Im Bestreben, eine breite, überparteiliche Basis zu schaffen, die mit Unterstützung der Stadt eine Plattform zur Umsetzung dieses Projektes bietet, sind derzeit über 100 Personen dem Komitee beigetreten.

Die Initiative hat sich bereit erklärt, die nötigen administrativen Aufgaben zu übernehmen. Die im Komitee vertretenen HistorikerInnen haben dankenswerterweise die Erhebung und Auflistung der in Frage kommender Personen übernommen. Ein Treuhandkonto, auf das die Paten den Betrag für einen STOLPERSTEIN überweisen können, wurde bei einem Salzburger Notar eingerichtet.

Anlässlich des Besuches von Gunter Demnig am 13. Juni 2007 wurde das Projekt den Medien und im Rahmen einer Informationsveranstaltung im Literaturhaus einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt.

Internationales Kunstprojekt gegen das Vergessen gestartet.

Am Mittwoch, den 22. August 2007 wurde das Projekt Stolpersteine in der Stadt Salzburg gestartet. Mit Unterstützung der Stadt konnten an sieben verschieden Orten insgesamt 12 Erinnerungssteine für Opfer des NS-Regimes verlegt werden.

„Je mehr Steine verlegt und zu sehen sind, umso größer wird das Interesse – auch wenn es schmerzhaft sein kann – Geschichte nicht dem Vergessen anheim zu geben“ ist Demnig überzeugt.

Wer Interesse an dem Projekt hat, eine Patenschaft übernehmen oder das Projekt finanziell unterstützen will, wendet sich direkt an den Dachverband der Salzburger Kulturstätten.

Infoblatt 'Stolpersteine' (PDF, 58k)

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