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Gesamtstädtisches Maßnahmenpaket zur ÖV-Beschleunigung

22.10.2010  /  Planung: Verkehr

Dies ist ein Paket zur Attraktivierung und Beschleunigung des Umweltverbundes, insbesondere des ÖPNVs, nicht um den Kfz-Verkehr zu verteufeln, sondern um die Mobilitätsbedürfnisse der Bevölkerung auch in Zukunft befriedigen zu können.

Maßnahmenpaket zur ÖV-Beschleunigung

Seit mehr als 18 Jahren gibt es sowohl von der Landespolitik als auch von der Stadtregierung immer wieder grundsätzliche Beschlüsse hinsichtlich einer Bevorrangung des Öffentlichen Verkehrs. Das Land Salzburg hat bereits 1992 den Beschluss gefasst „dem Öffentlichen Verkehr in der Stadt Salzburg und den Umlandgemeinden technisch und rechtlich den Vorrang einzuräumen". Dies wurde auch im Verkehrsleitbild der Stadt Salzburg mit Gemeinderatsbeschluss 1997 festgelegt. Eine neuerliche Erwähnung von Busspuren als geeignete Maßnahme zur Verkürzung der Reisezeit erfolgte im REK 2007. Im Jahr 2006 hat die Landesregierung eine „Verdichtung der städtischen Bus-Linie 3 und Realisierung entsprechender Bevorzugungsmaßnahmen" im Landesmobilitätskonzept 2006 - 2015 beschlossen.

Eine konsequente Umsetzung erfolgte bislang aber nicht. So wurden zwar in einigen Straßenzügen Busspuren bzw. Beeinflussungsmöglichkeiten bei Ampelanlagen eingerichtet, diese bleiben aber trotzdem Bruchstück im Hinblick auf dem gesamten Liniennetz des städtischen ÖV.

Vom Stadtbus wurde nun ein Mängelkatalog ausgearbeitet und Maßnahmen zur Beschleunigung des ÖV vorgeschlagen. Darin sind insgesamt über 150 Einzelmaßnahmen angeführt, so z.B. Verbesserungen bei diversen Verkehrssignalanlagen, teilweise Entfernung von Ampelanlagen, Haltestellenverlegungen, Busvorfahrten bis hin zur Einrichtung von Busspuren.

Diese Einzelmaßnahmen werden nun von der städtischen Verkehrsplanung geprüft und entsprechend abgearbeitet. Ziel ist ein gesamtstädtisches Maßnahmenpaket für eine durchgängige Beschleunigung und Priorisierung des ÖPNV. Dabei müssen natürlich auch Interessen der Verkehrssicherheit und Attraktivierung für den Fußgänger- und Radverkehr berücksichtigt und eine „Grundmobilität" für den Individualverkehr sichergestellt werden.

Wie immer dieses Gesamtpaket am Ende aussieht, ob auf einzelne Busspuren dabei verzichtet und anstelle dessen eine Beschleunigung über intelligente Ampelschaltungen durchgeführt werden, es wird jedenfalls eine Kapazitätsverlagerung im bestehenden Straßennetz vom motorisierten Individualverkehr zum ÖPNV mit sich bringen, weil der bestehende Platz nun mal nicht vermehrbar ist.

Weitere Vorgangsweise:

Im Frühjahr 2011 soll ein entsprechender Amtsbericht an die zuständigen politischen Gremien vorgelegt werden. Unabhängig davon sollen bereits erste Maßnahmen vorgezogen durch Einzelverordnungen realisiert werden, die Zeit drängt! Beispielhaft seien dazu angeführt:

Busspur in der Schwarzstraße zwischen Makartplatz und Staatsbrücke

In diesem Abschnitt verkehren besonders viele Linien des städtischen und regionalen ÖPNV, die aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens die Grünphasen an der Staatsbrücke in der Regel nicht mehr erreichen. Eine Beschleunigung ist also gesamtstädtisch wirksam. Probleme könnte es im Verflechtungsbereich am Staatsbrückenkopf geben, wo manche Buslinien zum Rechtsabbiegen von der Mittellage in die Randlage und manche KFZ von der Randlage zum Linksabbiegen in die Mittellage wechseln müssen. Als Alternative wird deshalb eine Beschleunigung ohne Busspur durch geänderte Signalsteuerung, vor allem an der sogenannten Theaterkreuzung (Schwarzstraße / Makartplatz) geprüft. Dafür erforderlich ist allerdings die Erneuerung der Signalanlagen bei der Theaterkreuzung, vorgezogen kann ein erster positiver Effekt durch eine Verkürzung der Grünzeit für die Schwarzstraße erreicht werden.

Busspur Münchner Bundesstraße

Zwischen Eugen Müllerstraße und Lieferinger Spitz behindern die Dauerstau¬erscheinungen auch den ÖPNV. In diesem Abschnitt soll deshalb eine Busspur eingerichtet werden. Die Leistungsfähigkeit für den mIV wird dadurch insofern nicht wesentlich beeinflusst, als sich die ohnedies gegebenen Stauerscheinungen lediglich vom Lieferinger Spitz stadtauswärts vor die Kreuzung Eugen Müllerstraße verlagern.

Nonntaler Hauptstraße

Das Ermittlungsverfahren zur Busspur über die Nonntaler Brücke wurde durchgeführt. Wie zu erwarten gibt es eine Reihe von negativen Stellungnahmen unter anderem von der Landesstraßenverwaltung. Das Ziel diese Busspur zu errichten bleibt trotzdem aufrecht, die Umsetzung wird aber vorerst ausgesetzt, um eine Wechselwirkung mit anderen Maßnahmen im Bereich zwischen Staatsbrücke und Nonntaler Brücke zu prüfen (etwa Busspur Rudolfskai ab Landhausgasse, Busspur Bürglsteinstraße, Entfall des Linksabbiegers am Rudolfsplatz Richtung Kaigasse).Dieser Bereich soll auch für den sogenannten „Nord-Süd-Korridor" eine durchgängige ÖPNV-Verbesserung (auch mit größeren Fahrzeugen) zwischen Alpenstraße Süd und Bahnhof mit sich bringen.

Vorgezogen umgesetzt soll aber die Verlängerung der Busspur von der Haltestelle Nonntaler Hauptstraße / Josef Preisallee bis zur Kreuzung mit dem Rudolfsplatz werden (gemeinsamer Fahrstreifen mit Rechtsabbieger).

Ziel dieses Maßnahmenpaketes ist es, den Öffentlichen Verkehr pünktlicher und schneller zu machen. Nur eine konsequente Umsetzung kann sicher stellen, dass künftig ein attraktiver Öffentlicher Nahverkehr zur Verfügung steht.

Es ist ein Paket zur Attraktivierung und Beschleunigung des Umweltverbundes, insbesondere des ÖPNVs, nicht um den Kfz-Verkehr zu verteufeln, sondern um die Mobilitätsbedürfnisse der Bevölkerung auch in Zukunft befriedigen zu können.

Johann Padutsch

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