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Busspuren, Busvorfahrten, gezielte Ampelsteuerungen und der Sonderfall Nonntaler Hauptstraße

10.06.2011  /  Planung: Verkehr

Warum sind sie notwendig - was haben sie gebracht Zum Grundsätzlichen:

Im Spätherbst 2010 wurde ein erstes Gesamtpaket zur Beschleunigung des ÖPNV verfasst. Dieses wurde notwendig, weil durch den nach wie vor steigenden motorisierten Individualverkehr massive Beeinträchtigungen für den städtischen und regionalen Bus- und Obus-Verkehr verbunden sind, die sich in sinkenden Durchschnittsgeschwindigkeiten (von 18 auf 12 km/h seit den 1970er Jahren) und fehlender Verlässlichkeit und Pünktlichkeit niederschlagen.

Dies führt zu erheblichen Mehraufwendungen im Betrieb und vermindert die Akzeptanz und Attraktivität des ÖPNV für seine rd. 200.000 Fahrgäste (166.000 innerstädtisch und 26.000 regional) pro Werktag. Ohne funktionierenden ÖPNV können aber die Mobilitätsbedürfnisse von Wirtschaft und Bevölkerung in naher Zukunft nicht mehr befriedigt werden.

Neben den Tatsachen, dass auf Grund der Konzentration an Luftschadstoffen die KG Salzburg-Stadt, sowie ein Streifen entlang des Autobahnringes, bereits zum luftbelasteten Gebiet nach UVP, und der gesamte Zentralraum zum Sanierungsgebiet im Sinne des Immissionsschutzgesetzes Luft erklärt wurden, die durch den Verkehr verursachten Lärmwerte an allen Hauptverkehrsstraßen der Stadt die Grenze der Gesundheitsschädigung (ca. 40 % der Gesamtbevölkerung leben an diesen Straßen) überschritten haben und der Beitrag des Verkehrs zum Klimawandel entsprechend hoch ist, liegt das vor allem daran, dass der zur Verfügung stehende Platz im öffentlichen Straßensystem an seinen Belastungsgrenzen angelangt ist.

Diese Tatsachen zwingen uns zu einem entsprechenden Handeln und die Bevorrangung von ÖPNV, Rad- und Fußgängerverkehr, die zwangsläufig eine Eindämmung des MIV zur Folge haben muss, ist im Verkehrsleitbild der Landeshauptstadt Salzburg, im Landesmobilitätskonzept und in mehreren Beschlüssen der Landesregierung und des Gemeinderates festgeschrieben!

Auch die Bevölkerung unterstützt mit deutlicher Mehrheit diese Ziele, wie verschiedene Umfragen belegen. Wenn aber konkrete Maßnahmen den eigenen täglichen Weg mit dem Auto treffen, ist es vorbei mit der Unterstützung und der Aufschrei der potentiellen WählerInnen lässt die Politik schnell ihre Beschlüsse, Leitbilder und Konzepte vergessen!

Das widerspricht unserem Amtseid, nach „bestem Wissen und Gewissen" zu handeln und zerstört die Lebensqualität unserer Städte. Dafür bin ich nicht zu haben!

Begleitmaßnahmen für den Öffentlichen Verkehr im Rahmen der Sperre des Nelböckviaduktes:

Im Oktober 2010 wurden im Zuge der bevorstehenden Sperre des Nelböckviaduktes die Begleitmaßnahmen für den Öffentlichen Verkehr präsentiert und diese bis Mitte Jänner 2011 auch umgesetzt.

Besonders wichtig waren die Zulaufstrecken aus Richtung Gnigl bzw. Langwied, Lehen, Schallmoos und Itzling. Zur Aufrechterhaltung einer Grundmobilität durch den ÖV wurden daher im Bereich der Lehener Brücke, Fanny-von-Lehnert-Straße, sowie Rainerstraße zusätzliche Busspuren angelegt.

Busspur Lehener Brücke:

Auf der Lehener Brücke wurde über die gesamte Länge eine Busspur bis zur Kreuzung mit der Haunsperg- bzw. Schwarzstraße eingerichtet. Die zwei verbleibenden Fahrstreifen, der Linksabbieger in die Haunspergstraße und der Rechtsabbieger in die Schwarzstraße, stehen weiter dem Individualverkehr zur Verfügung. Da der Kreuzungsbereich mit der Schwarzstraße ein Unfallhäufungspunkt (Radfahrer / KFZ) ist, wurde der Radweg hier in die sicherere „Mittellage" verzogen, damit die Rechtsabbieger in die Schwarzstraße (= die beschilderte Umleitungsroute) möglichst behinderungsfrei und sicher abbiegen können.

  • Laut Stadtbus bringt diese Busspur in der Hauptverkehrszeit eine Zeiteinsparung für alle Linien von 8 Minuten (pro Stunde).

Busspur Fanny-von-Lehnerstraße:

Auch aus Richtung Norden wurde vor dem Kreisverkehr beim Kreuzungsbereich August-Gruberstraße in der Fanny-von-Lehnertstraße auf eine Länge von ca. 120m, auf Kosten der westseitigen Parkplätze, eine Busspur eingerichtet. Für den Individualverkehr steht wie bisher je ein Fahrstreifen stadtein- und stadtauswärts zur Verfügung.

Busspur Rainerstraße:Nachdem auch die Rainerstraße als gesamtstädtisch gesehen stärkste ÖV-Achse (1100 (O)-Busse und 450 Regionalbusse /Tag) vom Umleitungsverkehr betroffen ist, wurde eine Busspur von der Franz-Josef-Straße bis zur Auerspergstraße eingerichtet, um die Reisezeit möglichst nicht zu verlängern.

Busspur Linzer Bundesstraße:

Die geplante Busspur wurde nach Rücksprache mit der Landesverkehrsplanung, Landesstraßenverwaltung und Landesbaudirektion vorerst nicht umgesetzt, im Gegenzug aber die Pförtnerung bei der Gruberfeldsiedlung an der Wolfgangsee Bundesstraße und am Rennerberg, bzw. bei der ehemaligen O-Buskehre Langwied in der Linzer Bundesstraße, wieder aktiviert, auf das maximale Rückhaltevolumen eingestellt.

  • Laut Auswertung des Stadtbusses können damit für alle Linien (6 Obusse und 8 Regionalbusse) in der Hauptverkehrszeit ca. 7 Minuten (pro Stunde) an Stauzeit eingespart werden.

Anfang 2011 wurden dann weitere Maßnahmen zur Beschleunigung des ÖPNV umgesetzt und zwar:

Rudolfskai - Rienzerkurve:

Die ursprünglich im Kurvenbereich markierten drei Spuren wiesen „Unterbreite" auf, und entsprachen somit nicht dem Stand des Gesetzes. Die Situation in der auch als Rienzerkurve bekannten Doppelkurve wurde damit rechtlich saniert, damit in erster Linie die Verkehrssicherheit erhöht und zudem auch der ÖPNV deutlich beschleunigt.

  • Laut Auswertung des Stadtbusses können damit ca. 500 Stunden / Jahr an Stauzeit eingespart werden.

Busvorfahrt Nonntaler Hauptstraße:

Von der Haltestelle Nonntaler Hauptstraße / Josef Preisallee bis zur Kreuzung mit dem Rudolfsplatz wurde eine Busvorfahrt eingerichtet (gemeinsamer Fahrstreifen mit Rechtsabbieger).

  • Laut Auswertung des Stadtbusses können damit für alle Linien (6 Obusse und 4 Regionalbusse) in der Hauptverkehrszeit ca. 16 Minuten (pro Stunde) an Stauzeit eingespart werden.

Busspur in der Schwarzstraße zwischen Makartplatz und Staatsbrücke durch entsprechende Ampelsteuerung nicht notwendig:

Die geplante Busspur in der Schwarzstraße vor dem Hotel Sacher wurde nicht verordnet, im Gegenzug aber die Ampelsteuerung so umprogrammiert, dass der Obus vom Markartplatz bis über die Staatsbrücke in einem Zug zu den Haltestellen Rathaus und Hanuschplatz fahren kann.

  • Laut Auswertung des Stadtbusses kommt es damit beim Zusammentreffen von 3 und mehr Fahrzeugen zu einer wesentlichen Verbesserung. Im Schnitt können in der Hauptverkehrszeit für alle Linien ca. 6 Minuten (pro Stunde) an Stauzeit eingespart werden.

Eine weitere Anpassung der Signalsteuerungen wurde bei der Ampelanlage Rainer- / St. Julienstraße stadteinwärts vorgenommen.

  • Laut Auswertung des Stadtbusses gab es vorher erhebliche Stauerscheinungen - derzeit gibt es vom Bahnhof kommend so gut wie keinen Stau mehr und damit kann der Fahrplan eingehalten werden.

Diese Beschleunigungsmaßnahmen machen den Öffentlichen Nahverkehr jedenfalls pünktlicher und davon profitieren die täglichen ca. 200.000 ÖPNV-Nutzer.

Ziel dieser umgesetzten Maßnahmen ist es, die Mobilität für Bevölkerung und Wirtschaft auch in Zukunft sicher zu stellen. Dafür muss der Öffentliche Verkehr pünktlicher und schneller gemacht und der Umweltverbund gestärkt werden, wie es in den Leitlinien, Konzepten und Beschlüssen von Stadt, Land und Bund nachzulesen ist.

Der Kfz-Verkehr soll nicht verteufelt werden, auch das Auto ist notwendig, und die Sperre des Nelböckviadukts hat bewiesen, dass sein bewusster Einsatz unsere Stauprobleme de facto beseitigt.

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