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„BRANDORTE sind ERINNERUNGSORTE" (Wolfram Kastner)

06.12.2016Demokratie

Salzburg bekommt zeitgerecht zum Gedenkjahr 2018 ein Mahnmal zur Erinnerung an die Salzburger Bücherverbrennung. GR Ingeborg Haller: Ein Erfolg von jahrlanger und konsequenter Erinnerungsarbeit

Zur Erinnerung:

Am 30. April 1938 fand in Salzburg am Residenzplatz die einzige inszenierte Bücherverbrennung statt. In dem Band der Kulturabteilung der Stadt Salzburg „Antifaschistisches Mahnen und Gedenken in Salzburg" weist der Historiker Gert Kerschbaumer in seinem Beitrag „Widerstand und Verfolgung in der Stadt Salzburg 1934-1938-1945" auf der Seite 9 darauf hin, dass die Stadt Salzburg die einzige Stadt in Österreich war, in der Bücherberge öffentlich verbrannt wurden. Am Abend des 30. April 1938 wurden auf dem Residenzplatz vor dem Dom Bücher verbrannt, initiiert vom Politiker und Heimatdichter Karl Springenschmid. Insbesondere wurden auch Bücher des bis 1934 in Salzburg lebenden Schriftstellers Stefan Zweig als „jüdisches Geschreibe" Opfer der Flammen.

Gedenktafel:

Seit November 2011 erinnert eine Gedenktafel an der St. Michaels Kirche, die bereits Ziel von Nazischmieraktionen war, an dieses Verbrechen der Nazi. Sie ersetzt aber keineswegs die Errichtung eines künstlerisch gestalteten Mahnmals, das von der Bürgerliste/DIE GRÜNEN seit Jahren gefordert wird.

Ingeborg Haller, Gemeinderätin der Bürgerliste/DIE GRÜNEN, Mitinitiatorin des Personenkomitees STOLPERSTEINE und Mitglied der Initiative Freies Wort, die im Gedenkjahr 2013 eine große Gedenkfeier durchgeführt hat, setzt sich seit Jahren dafür ein, dass die Stadt Salzburg zum Gedenken an die Bücherverbrennung am Residenzplatz ein angemessenes Mahnmal errichtet.

Mahnmal wird errichtet - Internationaler Wettbewerb ausgeschrieben:

Die Stadt bekommt nun endlich ein solches Denkmal mitten in der Altstadt, am Ort des Geschehens. Im Zuge der Neugestaltung des Residenzplatzes wird auch ein Mahnmal geschaffen werden. Die Stadt hat heute bekannt gegeben, dass nunmehr ein  Internationaler  offener Realisierungswettbewerb ausgeschrieben wird.

„Die jahrelange, konsequente und hartnäckige Erinnerungsarbeit hat sich ausgezahlt. Die Errichtung eines Mahnmals als sichtbares Zeichen gegen den Ungeist der Intoleranz ist gerade heute mehr denn je notwendig", stellt Ingeborg Haller, Gemeinderätin der Bürgerliste/DIE GRÜNEN, fest.

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