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Kontrollamtsbericht: Sportunion

03.11.2013Demokratie

ÖVP-nahe Sportunion –Landesverband Salzburg auf dem Prüfstand: Kontrollamt stellt gestiegene Kosten bei Personal, Verwaltung und Marketing fest. Haller: Gelder sollen den SportlerInnen zugute Kommen und nicht der Verwaltung

Das Kontrollamt der Stadt Salzburg nimmt in seinem jüngsten Prüfbericht die Gebarung der UNION (Verein Österreichische Turn-und Sportunion, Landesverband Salzburg) Salzburg für die Jahre 2009 bis 2012 unter die Lupe.

Der aktuelle Prüfbericht wird im Kontrollausschuss, 4.11.2013 um 14 Uhr beraten.

Allgemeines:

Der Breitensport ist in Österreich vereinsmäßig in drei Dachverbände organisiert. Dies sind die ÖVP-nahe Sportunion (UNION), der SPÖ-nahe ASKÖ und der ASVÖ. Diese Vereine sind keine operativen Vereine, sondern verstehen sich rein als eine Service-und Kooperationsplattform aller Mitgliedervereine. Jeder Dachverband hat wiederum 9 Landesverbände. Ein solcher Landesverband ist die UNION, die selbst keine Sportstätte betreibt und sich als Dienstleistungsunternehmen zur Unterstützung der Mitgliedervereine versteht. Insgesamt werden 368 Mitgliedsvereine im Land Salzburg von der UNION unterstützt. Für Bürgerlisten-Gemeinderätin Ingeborg Haller ist diese Form der Breitensportförderung nicht mehr zeitgemäß, denn im Wesentlichen teilen sich Rot und Schwarz die Gelder  auf: „Dieses System gehört eigentlich grundlegend reformiert, damit Fördergelder nicht einem unnötigen Personal- und Verwaltungsaufwand zum Opfer fallen, sondern tatsächlich bei den SportlerInnen ankommen".

UNION-Landesverband Salzburg:

Auch wenn das Kontrollamt der UNION grundsätzlich eine ordnungsgemäße Gebarung ( im Gegensatz zum ASKÖ-Landesverband Salzburg) bescheinigt, zeigt der Prüfbericht deutlich auf, dass nicht einmal 50 % der jährliche Ausgaben in den Sportbetrieb gehen. (Seiten 20 ,21 des Berichtes). Nur rund 42 % der Gelder kommen direkt dem Sportbetrieb zu Gute. Der Rest geht für Personal, Verwaltung und dergleichen drauf. „Da frage ich mich schon, ob es nicht ein effizienteres System der Breitensportförderung geben kann, denn immerhin beträgt der Anteil der Förderungen/ Subventionen der UNION im Prüfzeitraum durchschnittlich 77 Prozent.(!)", so Haller weiter .

  • Personalaufwand ( Seiten 23 f des Berichtes).

Der Personalaufwand der Sportunion beträgt rund 29% der Gesamtausgaben. Zudem stiegen im Prüfzeitraum die Personalkosten  beachtlich an: von 188.876 Euro im Jahr 2009 um 17,7% auf  222.337 Euro im Jahr 2010 und im Jahr 2011 auf 243.517 Euro (also weitere 9,5%). Erklärt wurde der erhöhte Personalaufwand von der UNION mit mehr Projekten.

  • Verwaltungsaufwand (Seiten 25 f des Berichtes)

Der Verwaltungsaufwand beinhaltet einerseits den Aufwand für das Büro und die Betriebskosten für das Sportzentrum Mitte (SMZ). Seit dem Jahr 2010 werden die Räumlichkeiten im SMZ nicht mehr direkt vom Betreiberverein des SMZ (Betriebssportgemeinschaft Sportzentrum Mitte) den Nutzervereinen überlassen. Vielmehr ist seit 2010 die UNION dazwischen geschaltet, die ihrerseits die Betriebskosten an den Betreiberverein abführt und gleichzeitig den Vereinen weiterverrechnet. Daher sind die Verwaltungskosten  von 2009 bis 2010 um mehr als das Doppelte angestiegen: von 60.000 Euro im Jahr 2009 auf 135.000 Euro im Jahr 2010. 2012 betrugen die Verwaltungskosten immerhin noch 110.000 Euro. Damit korrespondierend sind ab 2010 auch die Erlöse aus weiterverrechneten Betriebskosten gestiegen. „Dieses System der Überlassung der Räumlichkeiten im SMZ, das naturgemäß einen Mehraufwand verursacht, wird in der morgigen Sitzung kritisch hinterfragt werden", so Haller, die als Berichterstatterin fungiert.

  • Marketingaufwand ( Seite 27 des Berichtes)

Im Prüfzeitraum haben sich die Marketingausgaben der Sportunion beinahe verdoppelt: Von 54.000 Euro auf 102.000 Euro. „Dies mit der Neugestaltung des Vereinsmagazins zu erklären ist zu wenig, hier muss ebenfalls kritischer hinterfragt werden", kritisiert die Gemeinderätin.

  • Beteiligungen der Sportunion (Seite 13 des Berichtes)

Kritisch hinterfragt werden muss die Beteiligung der UNION an der im Jahr 2007 gegründeten und 2011 liquidierten Sport. Gesellschaft Salzburg GmbH. Die Sportunion, die selbst zu rund 77 Prozent über Förderungen finanziert wird, war zu 100-prozentige Gesellschafterin dieser Firma, die erst im April 2013 im Firmenbuch gelöscht wurde. Als einzige Aktivität wird vom Kontrollamt eine Marketingkooperation mit einer Salzburger Tageszeitung angeführt. „Es kann nicht die Aufgabe eines gemeinnützigen Vereins sein, mit Fördergeldern eine auf Gewinn ausgerichtete Gesellschaft zu gründen, zu betreiben und in der Folge wieder zu liquidieren", so Haller. Auch wenn die GmbH nicht mehr existiert, werden wir die Geschäftstätigkeit dieser Gesellschaft  sowie die Kosten, die die Firmengründung und spätere Liquidation verursacht hat, näher hinterfragen.

Kontrollamtsbericht Sportunion (PDF, 1231k)

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