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PVC - Verzicht

10.11.2008  >  VBgm. PanoschNatur und Umwelt: Gesundheit

Der Gemeinderat der Stadt Salzburg hat am 1. Februar 1989 den einstimmigen Beschluss gefasst, PVC-haltige Produkte im Bereich der Stadt Salzburg in Zukunft nur mehr dort zu verwenden, wo es keine umweltverträglichen Ersatzprodukte gibt.

Noch heute, fast 20 Jahre später ist es vor allem die Entsorgung von PVC, die ein schwer lösbares Problem darstellt. Bei Abrissen und Sanierungen ist eine getrennte Erfassung der Bauprodukte fast nicht möglich. Dadurch ist eine Wiederverwertung durch ein flächendeckendes Rücknahmesystem der kunststoffverarbeitenden Industrie nicht umsetzbar. PVC bleibt teuer zu entsorgender Sondermüll.

PVC ist eine chemisch sehr stabile Verbindung, die kaum verrottet. Bei der Verbrennung entsteht stark ätzender gasförmiger Chlorwasserstoff. Außerdem werden bei hohen Temperaturen hochgiftige Polychlorierte Dioxine frei. In den Rußteilchen sind darüber hinaus hochgiftige und auch karzinogen wirkende polykondensierte Aromate. Zur Müllverbrennung ohne Umweltbeeinträchtigung sind besondere Einrichtungen notwendig.

Die Herstellung von Vinylchlorid kann beim Menschen Krebs erzeugen und wirkt erbgutverändernd.

All dies sind Gründe genug, auch heute noch am PVC-Verzicht im Hoch- und Tiefbau festzuhalten, auch wenn die PVC-Industrie 2000 eine Selbstverpflichtung zur nachhaltigen Entwicklung verabschiedet hat und mit großem Werbeaufwand versucht, dem Produkt ein besseres ökologisches Image zu geben.

Seit geraumer Zeit kursiert jedoch das Gerücht, dass die Absicht besteht, oder bereits formuliert und umgesetzt wurde, den PVC-Verzicht, den der Gemeinderat der Stadt Salzburg einstimmig beschlossen hat, im Hochbau, bei Fenstereinbauten außer Kraft zu setzen. Dies wäre eindeutig ein eigenmächtiger Bruch des seinerzeitigen GR-Beschlusses. Für eine derart weitreichende Entscheidung bedürfte es eines neuerlichen GR-Beschlusses.

Ich stelle daher die Anfragen:

  • Entspricht es der Wahrheit, dass PVC-Fenster bei städtischen Bauprojekten (Neubau, Sanierungen) entgegen des o. a. Gemeinderatsbeschlusses eingebaut wurden bzw. werden?
  • Wenn ja, bei welchen Projekten wurde dies getan?
  • Wenn ja, seit wann wird entgegen des Beschlusses des PVC-Verzichtes PVC in der städtischen Verwaltung wieder eingesetzt?
  • Wenn ja, wird PVC auch in anderen Bereichen eingesetzt?
  • Wenn ja, von wem und warum wurde der GR-Beschluss ohne Befassung der gemeinderätlichen Gremien außer Kraft gesetzt?
  • Gibt es eine Anweisung an die SIG, entgegen dieses Beschlusses bei zukünftigen Bauvorhaben (Sanierungen, Neubauten) PVC-Fenster aus Kostengründen einzubauen?

Anfragebeantwortung (PDF, 87k)

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