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Mahnmal Bücherverbrennung

23.09.2009  >  GemeinderatKultur: Kulturprojekte

Die Stadt Salzburg hat im Oktober 2002 – nach über 75 Jahren - endlich ein Denkmal für die Opfer des Nazi-Terrors, „Das Mahnmal für die Opfer des Faschismus“ am Bahnhofsvorplatz errichten lassen.

Ein längst überfälliger Schritt zum Gedenken der Opfer und als Bekenntnis der Stadt, dass Verbrechen des Nationalsozialismus in Salzburg geschehen sind, an denen sich auch BürgerInnen dieser Stadt mitschuldig gemacht haben.

Die Kulturabteilung der Landeshauptstadt Salzburg hat die Entstehungsgeschichte und den jahrzehntelangen Werdegang der Realisierung des Mahnmals dokumentiert.

In dem Band weist der Historiker Gert Kerschbaumer in seinem Beitrag „ Widerstand und Verfolgung in der Stadt Salzburg 1934-1938-1945" auf Seite 9 darauf hin, dass die Stadt Salzburg die einzige Stadt in Österreich war, in der Bücherberge öffentlich verbrannt wurden. Am Abend des 30. April 1938 werden auf dem Residenzplatz vor dem Dom Bücher verbrannt, initiiert vom Politiker und Heimatdichter Karl Springenschmid. Insbesondere werden auch Bücher des bis 1934 in Salzburg lebenden Schriftstellers Stefan Zweig als „jüdisches Geschreibe" verbrannt.

Ein Mahnmal zur Erinnerung an die Bücherverbrennung in der Stadt Salzburg fehlt aber noch immer! (siehe Seite 113 des Dokumentationsbandes). Das Gedenken an dieses Verbrechen gegen die Meinungsfreiheit hat in angemessener Form zu erfolgen, zumal der Residenzplatz einer der bekanntesten Plätze der Stadt ist.

Ursprünglich sollte im Zuge der Neugestaltung des Residenzplatzes ein Mahnmal errichtet werden. Das Mahnmal hätte eigentlich bis längstens 30. April 2008 (70jähriges Gedenken) der Öffentlichkeit übergeben werden sollen. Da sich jedoch zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschätzen lässt, wann die abgebrochenen Arbeiten zur Neugestaltung wieder aufgenommen werden, die Dringlichkeit für ein Mahnmal jedoch nach wie vor gegeben ist, stelle ich den Antrag:

Ein Mahnmal zur Erinnerung an die am 30. April 1938 stattgefunden Bücherverbrennung am Residenzplatz ist unabhängig von der Frage der Neugestaltung des Residenzplatzes zu errichten.

Die Ausschreibung hat unter Einsetzung einer Fachjury, die historische und künstlerische Anforderungen an das zu errichtende Mahnmal formuliert, zu erfolgen. Die nötigen finanziellen Mittel sind im Budget 2010 vorzusehen.

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