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Mehrwegsysteme bei Veranstaltungen auf öffentlichen Grund

24.11.2009  >  BauausschussNatur und Umwelt: Umweltschutz

Großveranstaltungen auf öffentlichem Grund sind energie-, abfall-, verkehrs- und kostenintensiv, v. a. was den Reinigungsaufwand für Straßen und Plätze anbelangt.

Mehrwegsysteme führen zu einer Verminderung des Reinigungs- und Abfuhraufwandes für die Gemeinde und sparen demzufolge Energie, Kosten und Ressourcen.

Bsp.: Salzburger Christkindlmarkt.

Das Amt der Salzburger Landesregierung hat im November 2008 das Österreichische Ökologie Institut mit einer Kurzanalyse des Salzburger Christkindlmarktes mit Schwerpunkt Abfallvermeidung und Abfalltrennung beauftragt. Der vorgelegte Evaluierungsbericht spricht für sich.

Der Inhalt des Berichtes:

2008: Der Großteil der insgesamt 12 Stände mit Essens- und Getränkeausgabe am Salzburger Christkindlmarkt verwendet Einwegbecher und Einwegverpackungen. Für die Sammlung der anfallenden Müllmenge des Weihnachtsmarktes hat das Amt ca. 20 zusätzliche Abfallsammelbehälter aufgestellt, die während des Marktbetriebes laufend von Mitarbeitern der Straßenbauregie entleert wurden.

Die daraus resultierende Abfallbilanz kann sich im negativen Sinne sehen lassen: Mit einer Gesamtabfallmenge von ca. 1,1 Tonnen pro Tag ergibt das auf den gesamten Zeitraum (21.11. - 26.12.2008) eine Sammelmenge von ca. 40 Tonnen Abfälle! Bei der Zusammensetzung dieser Restabfallmenge dominieren mit 40% Einweggetränkebecher und Einweggeschirr!

Der Abtransport dieser Müllmenge erfolgt durch Mitarbeiter der Straßenbauregie im Schichtbetrieb wobei im untersuchten Zeitraum Gesamtstunden von 385 Arbeitsstunden mit korrespondierenden Kosten von € 19.250,-- angefallen sind.

In Summe beträgt daher der Gesamtaufwand für Abfallsammlung, Entsorgung und Platzreinigung in einer Grobschätzung ca. € 27.500,--! - Aufwände, für ein müllproduzierendes Einwegsystem, das noch nicht einmal breite Akzeptanz bei den BesucherInnen des Christkindlmarktes genießt - wie die Ergebnisse der BesucherInnebefragung ergeben haben.

Fazit :

  • Aus abfallwirtschaftlicher Sicht ist die anfallende Restmüllmenge von ca. 40 Tonnen zu einem Großteil vermeidbar und auf Einwegverpackungen zurückzuführen.
  • Abfallsammlung und Platzreinigung am Salzburger Christkindlmarkt sind mit einem großen Personalaufwand sowie mit erheblichen Entsorgungskosten verbunden.
  • Der Einsatz von Mehrwegsystemen könnte demnach sowohl die Kosten erheblich reduzieren und zudem die dringend notwendige Ökologisierung dieses populären Weihnachtsmarktes initiieren.
  • Die Anschaffung einer dementsprechenden Infrastruktur, sprich ein mobiles Geschirrmobil durch die Stadt Salzburg ist nötig. Diese Infrastruktur wäre in der Folge für weitere Großveranstaltungen durch die Stadt zu vermieten. Die Stadt Bischofshofen verfügt z. B. über ein eigenes Geschirrmobil.

Mehrwegsysteme als Qualitätskriterium für Veranstaltungen im öffentlichen Raum: Politik muss Vorgaben formulieren, damit in Hinkunft bei Veranstaltungen im öffentlichen Raum Abfall vermeidende Maßnahmen gesetzt werden. Eine Ökologisierung von Veranstaltungen auf öffentlichem Grund in der Stadt Salzburg hätte also einige auf der Hand liegende Vorteile:

  • Abfallvermeidung - Vorbildwirkung
  • Kostenersparnis für die öffentliche Hand
  • Werbeeffekt und bessere Akzeptanz durch die BesucherInnen

Die Bürgerliste stellt daher den Antrag:

  • Bei Veranstaltungen auf öffentlichem Grund der Stadt Salzburg, bei denen ein Ausschank von Speisen und Getränken erfolgt, muss in Hinkunft verbindlich ein Mehrwegsystem verwendet werden.
  • Entsprechende Amtsberichte, die die Rahmenbedingungen regeln, sind unter Einbeziehung der federführenden Abteilungen, Grundamt, Marktamt sowie unter Einbindung des Abfallservice unverzüglich vorzulegen.
  • Überdies ist ab einer zu erwartenden BesucherInnenzahl von 2.000 BesucherInnen vom Veranstalter ein Abfallkonzept in Abstimmung mit dem Abfallservice der Stadt Salzburg vor Erteilung der Veranstaltungsbewilligung vorzulegen.
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